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BAD STAFFELSTEIN

Adventsbasar im Pop-Up-Store in Bad Staffelstein

Adventsbasar im Pop-Up-Store in Bad Staffelstein
Quartiersmanager Michael Böhm im Gespräch mit Franziskusschwester Katharina beim Adventsbasar im Pop-Up-Store in Bad Staffelstein. Foto: Gerd Klemenz

„AR+ Pop-Up Bad Staffelstein“ ist in großen Buchstaben auf ein Banner geschrieben. Etliche Leute stehen am Samstagmorgen bereits mit Gesichtsmaske vor dem ehemaligen Hypobank-Gebäude, halten Abstand und warten auf Einlass. „Was ist denn hier los?“, fragen einige Passanten. Franziskusschwester Christina erklärt den Frauen, das hier der Adventsbasar der Franziskusschwestern aus Vierzehnheilgen stattfindet.

„Hier werden Eingemachtes aus dem Klostergarten, Strickwaren, Handarbeiten und einiges mehr angeboten. Der Erlös ist für die Corona-Projekte unserer Franziskusschwestern in Peru und Indien bestimmt“, erklärt sie. Die Franziskusschwestern erfahren eine positive Resonanz.

„Im Pop-Up-Store konnten wir so einen Teil der Waren, die ja bereits produziert waren, der Bevölkerung anbieten.“
Schwester Katharina
Adventsbasar im Pop-Up-Store in Bad Staffelstein
Der Pop-Up-Store in der Bahnhofsstraße in Bad Staffelstein. Foto: Gerd Klemenz

„Ich las in der Zeitung vom Pop-Up-Store und dachte, dass es eine Möglichkeit wäre, so unsere Projekte zu unterstützen. Ich hab daraufhin den Vorstand unserer Unterstützergemeinschaft aufmerksam gemacht, und Walter Mackert hat schließlich den Kontakt hergestellt“, berichtet Schwester Katharina. „Im Pop-Up-Store konnten wir so einen Teil der Waren, die ja bereits produziert waren, der Bevölkerung anbieten. So freuten sich die Franziskusschwestern sowie die Unterstützergemeinschaft der Franziskusschwestern darauf, doch noch eine notwendige Unterstützung für unsere Corona-Projekte zu erhalten“, fügt sie an.

In größeren Städten gibt es solche „Läden auf Zeit“ schön länger – seit dem 23. Oktober nun auch in der Adam-Riese-Stadt. Mit dem Pop-up-Store möchten die Stadt Bad Staffelstein und die Adam-Riese-Unternehmergemeinschaft zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: einen Leerstand in der Bahnhofsstraße beseitigen und den Unternehmen helfen.

Adventsbasar im Pop-Up-Store in Bad Staffelstein
Quartiersmanager Michael Böhm, Franziskusschwester Katharina und das Mitglied der Unterstützergemeinschaft der Franziskusschwestern, Holger Then, bei der Eröffnung des Adventsbasars der Franziskusschwestern im Pop-Up-Store. Foto: Gerd Klemenz
„Wir wünschen uns, dass unsere Geschäfte die Möglichkeit wahrnehmen und somit gemeinsam und gestärkt durch die Krise kommen.“
Michael Böhm, Quartiersmanager

Bisher haben ein Einzelhandelgeschäft und die Franziskusschwestern diese Möglichkeit genutzt. „In der Planung ist eine weitere Nutzung eines Schuhhauses aus Bad Staffelstein. Wir wünschen uns, dass unsere Geschäfte die Möglichkeit wahrnehmen und somit gemeinsam und gestärkt durch die Krise kommen“, so Michael Böhm, Quartiersmanager der Stadt Bad Staffelstein.

Die Idee zu dem „Pop-Up-Store“ in der Badstadt hatten die Adam-Riese-Unternehmergemeinschaft und das Quartiersmanagement der Stadt Bad Staffelstein in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung Bad Staffelstein. Der Pop-Up-Store ist nur eines von vielen Werkzeugen, die für die Unternehmensstruktur in Bad Staffelstein in Folge der Corona-Krise gemeinschaftlich entwickelt wurden. Hierzu gehören auch die Internetpräsenz www.arplus-online.de, der Instagram-Account für die Unternehmen, aber auch der Garten-Markt-Drive-In im Mai. Alle Maßnahmen dienen der Stärkung der Unternehmen und des Standortes Bad Staffelstein.

Für alle Interessenten mit Handels- und Hygienekonzept

„Aufgrund des Lockdowns im März/April und dem schleppenden Abverkauf der Saisonware in den folgenden Monaten haben die Adam-Riese-Unternehmergemeinschaft und das Quartiersmanagement der Stadt eine Möglichkeit gesucht, ihre Händler und Unternehmen hier zu unterstützen. Mit der so genannten Hypo konnte ein Leerstand in der Badstadt gefunden werden, der uns die Möglichkeit für ein temporäres Ladensystem gegeben hat“, erklärt Michael Böhm.

Adventsbasar im Pop-Up-Store in Bad Staffelstein
Im ehemaligen Gebäude der HypoVereinsbank können auf 150 Quadratmeter die Unternehmen ihre Sachen anbieten. Foto: Gerd Klemenz

Die Räumlichkeiten im Erdgeschosses, etwa 150 Quadratmeter, der ehemaligen HypoVereinsbank in der Bahnhofsstraße 2, können von allen Unternehmen und Interessenten, die ein Handelskonzept nachweisen, genutzt werden. Die Nutzer der Handelsflächen sind eigenverantwortlich für ihr Hygienekonzept, das den aktuellen Vorgaben für den bayerischen Einzelhandel entsprechen muss. „Die Nutzungsdauer beträgt maximal vier Wochen, vom Nutzer werden nur die sogenannten Verbrauchskosten (Heizung und Strom) getragen. Die Vermittlung der Räume erfolgt über die Adam-Riese-Unternehmergemeinschaft und das Quartiersmanagement der Stadt Bad Staffelstein“, erklärt der seit Juni 2018 tätige Quartiersmanager.

Pop-Up-Store

Der Pop-up-Verkauf kommt ursprünglich aus den USA und ist seit Ende der 2000-er Jahre auch in Deutschland zu finden. Offiziell wurde der Begriff Pop-up-Store in Deutschland erstmals 2004 verwendet. „Comme des Garcons“, ein japanisches Avantgarde-Modelabel, eröffnete in diesem Jahr seinen ersten „Guerilla Store“.

Durch die Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/2009 ist die Zahl der Pop-up-Stores in Deutschland deutlich gestiegen. Auch die Kommunikation über soziale Netzwerke von Unternehmens- und von Kundenseite tragen ihren Teil zur erfolgreichen Verbreitung des Pop-up-Konzeptes bei. Meist werden leer stehende Verkaufsflächen in zentraler Lage von wechselnden Anbietern während eines kurzen Zeitraums für den Verkauf ihrer Produkte genutzt. Manchmal existieren diese Geschäfte eine Woche, manchmal auch nur einen Tag.

Der Name „Pop-up-Store“ leitet sich von dem englischen Verb „to pop up“ ab, was mit „plötzlich auftauchen“ übersetzt werden kann.

Adventsbasar im Pop-Up-Store in Bad Staffelstein
„AR + Pop-Up Bad Staffelstein“ ist in großen Buchstaben auf ein Banner über die Eingangstür geschrieben. Foto: Gerd Klemenz

Von Gerd Klemenz

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