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BURGKUNSTADT

Wie Bürger gemeinsam Burgkunstadt aufwerten

Wie Bürger gemeinsam Burgkunstadt aufwerten
Ideen zur Aufwertung der Innenstadt besprechen interessierte Bürger im Projekttreff des Stadtumbaumanagements. Foto: Gerhard Herrmann

Die Neugestaltung des sogenannten Notarsgartens am ehemaligen Wohnhaus der Familie Baur sorgte für Diskussionen im Projekttreff des Stadtumbaumanagements. Mit der Öffnung zur Bahnhofstraße, Neupflanzungen und Sitzgelegenheiten soll die Grünfläche in der Bahnhofsstraße künftig zum Verweilen einladen. Auf einen neuen Namen mit Bezug zur einstigen Besitzerin haben sich die Mitglieder ebenfalls geeinigt: Kathi-Baur-Garten.

Im Projekttreff des Stadtumbaumanagements kommen regelmäßig Bürger und Stadträte zusammen, um über Möglichkeiten zur Aufwertung der Innenstadt zu beraten und ihre Ideen einzubringen. Weitere Teilnehmer sind jederzeit willkommen (Infotext, unten). Moderiert von den Architekten Franz Ullrich und Edith Obrusnik, die für das Stadtumbaumanagement verantwortlich sind, diskutieren sie engagiert und auf Augenhöhe. Jeder Vorschlag ist willkommen, ob er dann auch umgesetzt wird, hängt davon ab, dass sich eine Mehrheit dafür findet und natürlich von der Finanzierung.

Jeder Vorschlag ist willkommen, er muss allerdings eine Mehrheit finden

So sitzen Ende Januar vier Bürger sowie die Stadträte Carmen Blüchel-Spindler (CSU), Bernarda und Sebastian Callens (Grüne), Zweite Bürgermeisterin Susanne Bock von Wülfingen (FW) und Thomas Müller (BV) zusammen mit Bürgermeisterin Christine Frieß und Jörg Weiß vom Bauamt zusammen, um die aktuellen Vorhaben zu diskutieren.

Wie Bürger gemeinsam Burgkunstadt aufwerten
Gelegenheit zum Verweilen vor einer traumhaften Kulissen: Eine kleine Sitzgruppe soll vor dem Schustermuseum aufgestellt werden. Foto: Gerhard Herrmann

Weit gediehen ist die Planung für den Kathi-Baur-Garten nach einer Begehung im vergangenen Jahr. Eine Treppe zur Straße hin soll den Zugang ermöglichen, wie Franz Ullrich erläuterte. Seitlich ist noch eine Rampe als Zufahrtsmöglichkeit vorgesehen. Vor der Treppe könnten die alten Wegplatten aus Naturstein als Befestigung verwendet werden. Erhalten werden sollen die das Bild bestimmenden Magnolien und seitlich noch weitere nachgepflanzt werden. Auch der der Fliederstrauch an der Straße, wo künftig ein Buswartehäuschen stehen soll, bleibt. Während die Lärche im hinteren Bereich und die Kastanie im privaten Teil des Gartens erhalten wird, soll eine Blaufichte entfernt werden.

Statt einer zwölf Meter breiten Treppe sollte der Raum für einen weiteren Baum genutzt werden, regte Carita Müller an. Für heimische Sträucher, die Vögeln Nahrung bieten, sprach sich Carmen Blüchel-Spindler aus. Wichtig sei es, den offenen Charakter der Anlage zu erhalten – auch um die Bürger zum Besuch einzuladen, betonte Edith Obrusnik. Und die Stufen könnten auch zum Sitzen genutzt werden. Auf eine große Platane, die vor dem Garten im Gehweg gepflanzt werden soll, verwies Franz Ullrich. Schließlich einigten sich die Teilnehmer auf einen zweiten Fliederbusch am anderen Ende der Treppe.

Schach spielen im Wasserbecken, Grün und Tischtennisplatte

Das Wasserbecken, dessen Unterhalt zu teuer wäre, soll künftig als Sitzgelegenheit genutzt werden, mit einem Tisch (mit Schachbrett) und einer Bank sowie der Möglichkeit, auf den umlaufenden Steinplatten zu sitzen. Weitere Bänke unter den Bäumen und eine Tischtennisplatte sollen zum Verweilen einladen.

Ein weiteres Vorhaben des Projekttreffs ist die Sitzgelegenheit vor dem Pfarrhaus, die ab März errichtet werden soll. Wegen des Gefälles könne allerdings neben dem Tisch nur eine Bank aufgestellt werden, informierte Franz Ullrich Die abgestorbene Robinie soll durch einen neuen Baum ersetzt werden. Nach längerer Diskussion über die Ausrichtung der Bank einigte sich die Gruppe auf eine Installation auf Probe. Von einer möglichen Verwendung der bereits bestellten Bank in der Bahnhofstraße hielt Susanne Bock von Wülfingen wenig: „Es ist ärgerlich, dass wir Geld ausgegeben haben und anschließend darüber diskutieren müssen, wo wir die Bank unterbringen.“

Drei Sitzgruppen auf dem Marktplatz und virtuelle Portraits fürs Museum

Zur Aufwertung des Marktplatzes hat der Stadtrat beschlossen, den „Balkon“, die kleine Terrasse vor der Pfarrkirche neu zu gestalten. Foto: Gerhard Herrmann

Abgeschlossen sind die Planungen für die Aufwertung des Balkons vor der Pfarrkirche. Im März sollen dort neue Bänke und Spielgeräte aufgestellt werden, damit sie zur Saison benutzbar sind. Als weiteres Schmankerl zur Aufwertung des Marktplatzes hat sich der Projekttreff die Installation eines Podests mit einer Sitzgruppe vor dem Schustermuseum bis zur Eröffnung der Saison im April ausgedacht. Blumenkübel als Schmuck und Absturzsicherung sowie ein Sonnenschirm sollen das Ensemble abrunden. Die Bewirtung könnte das Team des Museumshops übernehmen. Außerdem soll die Ausstellung digital durch Zeitzeugeninterviews , die Udo Langer geführt hat ergänzt werden. Vorgesehen sind Filme über Hans Püls, Rudi Fetzer und Karl-Heinz Goldfuß und Rita Deuerling „Die Fraa.“

Weitere Verschönerungen sind die Instandsetzung und Neubepflanzung der drei Pflanzkübel am Willkommensschild in der Oberstadt sowie eine Bank am Aufgang zur Lend, wo bisher ein Fahrradständer installiert ist. Der Prallhang in der Kulmbacher Straße, wo die Projektgruppe im vergangenen Jahr bereits eine Fläche neu bepflanzt hat, soll in Absprach mit Kreisgartenfachberater Michael Stromer neu gestaltet werden. Vorgesehen ist außerdem die Entsiegelung von Teilen des Parkplatzes an der Gartenstraße/Lerchenbühl. Marode Teerbereiche sollen abgetragen und Bäume und Sträucher gesetzt werde, die intakten Bereich mit Parkmarkierungen versehen werden, erläuterte Architekt Ullrich. Im öffentlichen Interesse sei auch eine weitere Eingrünung privater Flächen in der Kulmbacher Straße, die bisher für Mülltonnen und ähnliches genutzt werden. Hier sollen Fördermöglichkeiten geprüft und mit den Anwohnern gesprochen werden.

Für ein Straßenfest zum „Tag der Städtebauförderung“

Für den „Tag der Städtebauförderung“ am 13. Mai regte Edith Obrusnik ein Straßenfest in der Kulmbacher Straße an, um die Bürger für die Vorteile der Stadtumgestaltung zu sensibilisieren. Denkbar wäre eine Verbindung mit der Saisoneröffnung des Schustermuseums. Neben Musik und Speisen von der dort ansässigen Gastronomie könnten Aktion für Kinder (Gestaltung von Schuhen) sowie Aktionen zur Vorstellung der Projekte des Stadtumbaumanagements und eine Ideenwand für Vorschläge der Bürger geboten werden.

Um die Verkehrssicherheit am Plan zu verbessern, regte Thomas Müller die Einrichtung von Zebrastreifen an. „In Bayern werden keine neuen Zebrastreifen mehr installiert, weil sie ein falsches Gefühl der Sicherheit vermitteln könnten“, bedauerte Franz Ullrich. Bei Vorhaben wie der Umgestaltung der Bahnhofstraße mehr an die Sicherheit der Radfahrer zu denken, forderte Sebastian Callens.

Wer teilnehmen möchte, wendet sich an das

Stadtumbaumanagement: haas.rebecca@architekturbuero-obrusnik.de, Tel. (0951) 297 2662. Auf Wunsch wird die Einladung mit der Tagesordnung dann per E-Mail zugeschickt.

Von Gerhard Herrmann

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