aktualisiert:

WEISMAIN

Weismainer Stadtrat sagt ja, Lichtenfelser Landratsamt nein

Weismainer Stadtrat sagt ja, Lichtenfelser Landratsamt nein
Auch in dem beschaulichen Wallersberg, das über dem Kleinziegenfelder Tal thront, gibt es Probleme bei Bauanfragen. Foto: Roland Dietz

In der jüngsten Stadtratssitzung in Weismain standen viele Bauvoranfragen auf der Tagesordnung. Eine solche wurde auch tatsächlich Mittelpunkt der Sitzung.

Dabei ging es um den Neubau eines Wohngebäudes mit Doppelgarage auf der Flurnummer 681, Gemarkung Wallersberg. Dieses Vorhaben befindet sich in einem Gebiet ohne Bebauungsplan und im Außenbereich nach § 35 BauGB. Laut Landratsamt Lichtenfels ist die Bebauung im rückwärtigen Bereich der Flurnummer 681 der Gemarkung Wallersberg im Rahmen eines Einzelbauvorhabens nicht möglich.

Das Landratsamt Lichtenfels weist zudem darauf hin, dass der vorgesehene Standort sich nicht innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile befindet, sondern nur an ein einzelnes Wohnhaus angrenzt. Aufgrund der Entfernungen zu den anderen Gebäuden handele es sich auch nicht um eine Baulücke. Eine Genehmigung scheitere aber bereits am Flächennutzungsplan, der in diesem Bereich landwirtschaftliche Nutzflächen vorsieht.

Was die Weismainer Stadträte kritisieren

Johannes Ruß (CSU) nannte es schade, dass in einem 50-Einwohner-Ort eine junge Familie wegen gesetzlicher Vorgaben nicht bauen kann, obwohl es niemanden stören würde. So würden Bauwillige in Weismain verprellt. Julia Spörlein (CSU) und Janine Brunecker (FW/GUB) kritisierten die Begründung des Landratsamtes als nicht sinnig. Michael Dreiseitel (SPD) meinte, dass die Sache ein Pro und ein Contra habe. Es gehe auch um die Frage, ob hier ein Präzedenzfall geschaffen würde.

Bernd Detsch (BB) schlug vor, bei einem Ortstermin mit der Stadt, dem Antragsteller und den Fachleuten des Landratsamtes eventuelle Möglichkeiten zu erörtern. Ohne die Stimme von Ursula Gommelt (Die Grünen) wurde das gemeindliche Einvernehmen zu einem möglichen Bau erteilt.

Aus dem Stadtrat

• Der Antrag von Johannes Ruß, den Tagesordnungspunkt 1, Einstellung des Baulandumlegungsverfahrens im Bereich Feldteile III bis V, zurückzustellen, wurde ohne die Stimmen von Ursula Gommelt und Norbert Rehe (GUB/FW) genehmigt. Es wurde dabei befürwortet, dass sich zuerst alle Verfahrensbeteiligten an einen Tisch setzen und die Fakten besprechen.

• Dem Antrag zur Aufhebung der Sanierungssatzung für das Sanierungsgebiet „Altstadt Weismain“ und Erlass einer Satzung über die förmliche Festlegung des Sanierungsgebietes „Altstadt Weismain“ stimmten die Stadträte zu. Die 1982 erlassenene Satzung zu Sanierungen in der Stadt Weismain soll überarbeitet und an die heutige Zeit angepasst werden. Die Verwaltung wurde beauftragt, alle weiteren Schritte zum Erlass einer Sanierungssatzung einzuleiten und ein geeignetes Büro mit der Erarbeitung der erforderlichen Grundlagen zu betrauen.

• Gegen die Jahresrechnung der Stadt Weismain für das Haushaltsjahr 2020 und die Jahresrechnung der Wohltätigkeitsstiftung Weismain für das Haushaltsjahr 2020 gab es keinerlei Einwände. Anita Rauch (FW/GUB) vom Rechnungsprüfungsausschuss dankte Kämmerin Carmen Betz für ihre vorbereitende Arbeit.

• Sehr kritisch sahen die meisten Stadträte die Bauvoranfrage zum Neubau eines Vollsortiment-Marktes in der Burgkunstadter Straße auf den Flurnummern 888/1, 877 und 878, Gemarkung Weismain 2021-40, vor allem in Bezug auf Zufahrten und Parkplätze. Es wurde diskutiert, ob eine Zustimmung nicht eine Bevorzugung des Antragstellers darstelle. Rudi Dück (CSU) fragte, ob die Planungen auch rechtlich in Ordnung seinen. Dennoch wurde letztlich mit 13:3 Stimmen das gemeindliche Einvernehmen erteilt.

• Weiterverfolgt wird ein Antrag, den die SPD-Fraktion gestellt hat: Es sollen Ersatzmöglichkeiten für den städtischen Bauhof geprüft werden. Das Gebäude sei, was die Sicherheit betrifft, nicht mehr auf dem neuesten Stand. Auch bautechnisch liege einiges im Argen. Zweiter Bürgermeister Matthias Müller versprach, dass dieses Thema in einer der nächsten Sitzungen intensiver behandelt wird.

Von Roland Dietz

Weitere Artikel