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MAINROTH

Vier Küken im Mainrother Storchennest

Vier Jungvögel zieht das Storchenpar im Mainrother Horst groß. Foto: Roland Dietz

Ein lieb gewordenen Anblick in Mainroth sind die Weißstörche, die in jedem Frühjahr ihren Horst beziehen. Alljährlich bauen sie ein Nest auf der Scheune eines landwirtschaftlichen Anwesens. Die Dorfgemeinschaft hatte in gemeinsamer Arbeit mit dem Landesbund für Vogelschutz vor einigen Jahren einen Nestunterbau errichtet. Er wird gut angenommen.

Ständig sind die Eltern auf der Suche nach Nahrung für die kleinen Störche. Foto: Roland Dietz

Nachdem es vor über zehn Jahren anfangs mit dem Nachwuchs nicht recht geklappt hatte, ziehen die Störche nun in schöner Regelmäßigkeit ihre Küken groß. Meist waren es zwei maximal drei Jungvögel. Umso größer war die Freude der Mainrother, als das Storchenpaar jetzt sogar vier Küken ausbrütete – eine Seltenheit. Die Altvögel sind jetzt den ganzen Tag unterweges, um genügend Nahrung zu suchen, um die hungrigen Schnäbel zu stopfen. Und diese gedeihen prächtig.

Bis zu 20 Störche tummeln sich auf den Mainwiesen

Zahlreiche Weißstörche bevölkern die Mainwiesen bei Mainroth auf der Suche nach Nahrung. Foto: Roland Dietz

Regelrechte Storchen-Kolonien sind außerdem auf den Mainwiesen zu beobachten. So tummelten sich dort in den vergangenen Wochen mehr als 20 Weißstörche. Dass es den Zugvögeln im Maintal so gut gefällt, führen die Mainrother Landwirte darauf zurück, dass es auf den feuchten Wiesen und um die Baggerseen für sie einen reichlich gedeckten Tisch gibt. Der Weißstorch ernährt sich ausschließlich von Kleintieren wie Regenwürmern, Insekten, Fröschen, Mäusen, Fischen und Aas. Er ist nicht auf bestimmte Nahrung spezialisiert, sondern frisst die Beute, die reichlich vorhanden ist.

Weißstörche werden etwa 80 bis 110 Zentimeter groß und haben eine Flügelspannweite von etwa 200 bis 220 Zentimeter, wenn sie majestätisch durch die Lüfte gleiten. Bis auf die schwarzen Schwungfedern ist das Federkleid rein weiß. Schnabel und Beine sind rötlich. Weißstörche haben ein Gewicht von etwa 2,5 bis 4,5 Kilo. Die Jagdmethode des Storchs ist charakteristisch und macht ihn schon aus großer Entfernung erkennbar: Er schreitet auf der Suche nach Beute durch Wiesen und Sumpfland und stößt dann blitzartig mit dem Schnabel auf seine Beute herab. In seichten Gewässern und feuchten Wiesen durchschnäbelt er das Wasser nach Beute.

Einen imposanten Anblick bieten die zahlreichen Störche bei Mainroth. Foto: Roland Dietz

Nachdem die Population in Deutschland im 20. Jahrhundert stark zurück gegangen war, hat sich der Bestand wieder etwas erholt. Momentan brüten in Deutschland fast 6000 Storchenpaare. Der Weißstorch nistet auf Felsvorsprüngen, Bäumen, Gebäuden und Strommasten. Er besiedelt offene und halboffene Landschaften. Dabei bevorzugt er feuchte und wasserreiche Gegenden, wie Flussauen und Grünlandniederungen.

Meist besteht die Brut aus drei Eiern

Hungrig halten die vier Storchenküken Ausschuss nach den Eltern. Foto: Roland Dietz

Weißstörche werden im Alter von etwa vier Jahren geschlechtsreif. Sie nisten in der Regel jahrelang auf demselben Horst. So können sich Männchen und Weibchen alljährlich im Frühjahr am Nest vom Vorjahr wieder treffen, obwohl Weißstörche nur eine Saisonehe führen. Die Männchen besetzen ihre alten Horste und wenn ein Fremder ihn schon besetzt hat, kommt es zu heftigen Kämpfen. Die Jahresbrut besteht meist aus drei Eiern. Die Brutdauer beträgt 30 bis 32 Tage. Der Zugvogel verbringt die kalten Wintermonate in Afrika.

Von Roland Dietz

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