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BURGKUNSTADT

TTC Burgkunstadt feiert 75-jähriges Bestehen

TTC Burgkunstadt feiert 75-jähriges Bestehen
Die von 1 .Vorsitzenden Peter Janura (re.) und Bürgermeisterin Christine Frieß (2. v. re.) mit den Leis-tungsnadeln in Bronze, Silber und Gold ausgezeichneten Spielerinnen und Spieler. Foto: Ferdinand Karnoll

Was aus den Nöten der Nachkriegszeit heraus entstanden ist, hat sich zu einer Erfolgsstory entwickelt: Der TTC Burgkunstadt hat sein mittlerweile 75-jähriges Bestehen gefeiert. Zu den Gratulanten bei der Jubiläums-Feier zählten Bürgermeisterin Christine Frieß und der Bezirksvorsitzende Hartmut Müller. Dieser hob hervor, dass der TTC Burgkunstadt eine enorme Bedeutung für die Entwicklung des Tischtennissports in Oberfranken hatte und dass durch den Verein auch der Landkreis Lichtenfels bayern- und deutschlandweite Bekanntheit erlangte.

Dass Verein und Vorstand nicht nur Erfolge einfahren, sondern auch Herausforderungen und Rückschläge überwinden können, zeigt ein Blick auf die Historie und die Gegenwart.

Mit Nationalspieler Josef Seiz bis in die Oberliga

Im Mai 1946 als Turn- und Sportabteilung des FC Burgkunstadt heraus gebildet, folgte am 30. Oktober 1946 mit der Gründung des TTC Burgkunstadt e.V. dann der Schritt in die Eigenständigkeit. Dabei hatte die Vereinsführung um 1. Vorsitzenden Kurt Zenker, ab 1948 dann Hansalbert Wittmann, anfänglich hohe Hürden zu überwinden: Von der Organisation von Tischtennisplatten und -bällen bis hin zur Auswahl eines Spiellokals. Bis zur Eröffnung der Burgkunstädter Stadthalle 1956 spielte der TTC übergangsweise in den Wirtschaften am Schönberg, bei der Brauerei Günther und später im Saal des Hotels „Stern“.

Schon 1956 gelang dem TTC die Nordbayerische Meisterschaft und die Meisterschaft in der Landesliga, über die Relegation im Jahr 1957 sogar der Aufstieg in die Oberliga. Angeführt wurde er von Josef „Sepp“ Seiz, der 1952 den Verein verstärkte und im Laufe seiner Karriere unter anderem dreifacher deutscher Meister im Doppel wurde und an insgesamt 42 Länderspielen, vier Weltmeisterschaften und drei Europameisterschaften teilnahm. In der damals zweithöchsten deutschen Spielklasse mischte der TTC Burgkunstadt bis 1971 erfolgreich mit.

TTC Burgkunstadt feiert 75-jähriges Bestehen
Für 50-jährige oder längere Mitgliedschaft beim TTC Burgkunstadt ehrten Peter Janura (2. v. re.) und Elke Karnoll (4. v. re.): Ernst Kremer (li.), Ilse Pornschlegel (2. v. li.), Günther Heußner (3. v. li.) und Paul Raab (5. v. li.). Foto: Ferdinand Karnoll

Länderspiele gegen Schweden und England in der Stadthalle

Unter dem damaligen Vorsitzenden Hans Rehm gewann der Verein zwischen 1961 und 1974 14-mal in Folge den Oberfränkischen Pokal. Bezeichnend für die „Institution TTC“ war es, dass in der Stadthalle sogar Länderspiele wie 1956 gegen Schweden und 1958 gegen England ausgetragen wurden. Ebenso war der TTC gesellschaftlich überaus engagiert und richtete Faschingsbälle, die Chrysanthemen-Bälle oder das Sommernachtsfest aus, bei denen teilweise mehr als 1.000 Teilnehmer gezählt wurden.

1974 musste der TTC den Abstieg aus der Bayernliga hinnehmen. Als Konsequenz verließen zahlreiche Leistungsträger den Verein, Sepp Seiz folgte 1975. Der Verein drohte auseinanderzufallen und stieg bis in die 1. Kreisliga ab. Doch erneut fruchtete die Nachwuchsarbeit und es gelang, die Burgkunstädter erfolgreich auf die Bezirksebene zurückzuführen.

Damenmannschaft spielt lange Jahre auf Bezirksebene

Gleichzeitig war es dem Engagement des 1. Vorsitzenden Horst Gebert zu verdanken, dass der TTC wieder in ruhigere Fahrwasser gelangte. Ihm zu verdanken war es auch, dass die Burgkunstädter in den 1980-er Jahren alljährlich die offenen Stadtmeisterschaften ausrichteten, aus denen dann die Bezirksmeisterschaften erwuchsen. Zu Hochzeiten wurden bis zu 150 Teilnehmer gezählt.

Auch die Damenmannschaften feierte in dieser Zeit große Erfolge, darunter 1986 die Oberfränkische Pokalmeisterschaft. Zunächst mit Monika Stengel und Elke Karnoll, später auch mit Anja Schlee und Heike Sesselmann etablierte sich die Damenmannschaft auf Bezirksebene und hielt dieses Niveau bis 2020, als sich die Mannschaft auflöste. Zwischenzeitlich durften die Damen in den Saisons 2007/2008 und 2008/2009 sogar in der 1. Bezirksliga antreten.

Das Highlight bei den Mädchen war das Jahr 2000, als die Mannschaft als oberfränkische Pokalsieger einen dritten Platz bei den Bayerischen Meisterschaften erreichte.

Besonders geschichtsträchtig: das Jahr 2014

Die Herren gelang 1987 der Wiederaufstieg in die 2. Bezirksliga, wo sie in den 1990-er Jahren blieben. 1991 endete mit dem plötzlichen Tod von Horst Gebert eine Ära, doch Bernd Hofmann sprang in die Bresche und leitete im Zweigespann mit Erwin Pornschlegel über 20 Jahre die Geschicke des TTC.

In der Saison 2012/2013 schaffte die ersten Mannschaft den Wiederaufstieg in die Oberfrankenliga beziehungsweise die heutige Landesliga, wo sie sich seit der Saison 2014/2015 auch festgespielt hat. Das Jahr 2014 war geschichtsträchtig, weil drei weitere Mannschaften aufsteigen konnten. Nach 20 Jahren als 1. Vorsitzender legte Bernd Hofmann zudem sein Amt auf dem „persönlichen Höhepunkt“ nieder, wie er stets betont.

Peter Janura und Elke Karnoll führen den Verein

Das Duo Peter Janura und Elke Karnoll fungiert seitdem als Vorsitzende und musste – nicht zuletzt wegen des Nachwuchs-Mangels und der Corona-Pandemie – schon der ein oder anderen Herausforderung entgegentreten. Doch auch dies hat der Verein erfolgreich gemeistert, wie Peter Janura auf der verschobenen und jetzt nachgeholten Jubiläums-Feier zum 75-jährigen Bestehen freudig verkünden konnte.

Vorausschauend auf die neue Saison 2022/2023 stellt der TTC Burgkunstadt vier Herren-Mannschaften auf. Die erste ist nach langer Abstinenz erstmals wieder die einzige Mannschaft, die unter den Vereinen aus dem Landkreis Lichtenfels in der höchsten Spielklasse, der Landesliga, vertreten. Und das soll auch noch lange so bleiben. Zudem geht es im Nachwuchs-Bereich wieder vorwärts, in dem sich Manfred Schneider als Trainer engagiert.

TTC Burgkunstadt feiert 75-jähriges Bestehen
Der Bezirksvorsitzende Hartmut Müller (2. v. li.) überreichte den beiden Vorsitzenden Peter Janura (2. v. re.) und Elke Karnoll (li.) Präsente von Bezirk und Verband und zeichnete Manuel Eideloth (3. v. re.) und Ricco Linz (2. v. re.) mit der Ehrennadel des BTTV aus. Foto: Ferdinand Karnoll

Ehrungen

Gemeinsam ehrten Peter Janura, Christine Frieß und Hartmut Müller die verdienten Sportlerinnen und Sportler sowie langjährigen Mitglieder des TTC.

Mit der Leistungsnadel in Bronze wurden ausgezeichnet: Klaus Eideloth, Thomas Fiedler, Wolfgang Hanna, Jannik Hofmann, Ferdinand Judex, Ferdinand Karnoll, Leon Kern, Niklas Klieme, Gerald Nidetzky.

Mit der Leistungsnadel in Silber wurden ausgezeichnet: Jörg Deuerling, Christopher Hoffmann, Stefan Kern, Christian Raab, Thomas Rauch.

Mit der Leistungsnadel in Gold wurden ausgezeichnet: Jürgen Dietz, Alexander Herold, Peter Janura.

Mit der Ehrennadel des BTTV wurden ausgezeichnet: Christopher Eideloth, Manuel Eideloth, Ricco Linz, Sven Pol sowie Anja Schlee.

Für langjährige Mitgliedschaft im Verein wurden geehrt: Larissa Deuerling (20 Jahre), Matthias Hofmann, Monika Klein, Christian Macion, Jochen Rehe, Christoph Scholl, Ute Scholz, Jacqueline Weberpals (25 Jahre), Anastasia Deuerling, Reinhold Deuerling, Johanna Gebert (30 Jahre), Manfred Schneider, Petra Schütz, Heike Sesselmann (35 Jahre), Wolfgang Hofmann (40 Jahre), Hilmar Fuß, Bern Hofmann, Elke Karnoll, Rita Macion, Ilse Pornschlegel, Arnold Ruckdeschel (45 Jahre), Axel Wittmann (50 Jahre), Ernst Kannengießer, Franz Macion, Manfred Macion, Paul Raab (55 Jahre), Heinrich Müller (60 Jahre), Günther Heußner, Richard Kerling, Ernst Kremer, Horst Reichl (65 Jahre), Kurt Geißendörfer (70 Jahre).

 

Von Ferdinand Karnoll

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