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BURGKUNSTADT

Theatersommer: Wenn Bankräuber eine Einkaufstasche klauen

Theatersommer: Wenn Bankräuber eine Einkaufstasche klauen
Übung für den nächsten Bankraub mit Strumpfmasken Chantal (Carina Krämer, li.) und Jenny (Rebecca Herl). Foto: Roland Dietz

Mit der Gaunerkomödie „Zwei wie Bonnie und Clyde“ gastierte der Fränkische Theatersommer in Burgkunstadt. Doch außer ihrer kriminellen Energie hatten die beiden Darsteller Chantal und Jenny überhaupt nichts mit dem brutalen Gaunerpärchen aus den USA der 1930–er Jahren zu tun. Stattdessen erlebten die Besucher in der Rathaushalle – es hätten durchaus noch ein paar mehr sein können – einen vergnüglichen Abend.

Allzu große Spannung hatte die Geschichte nicht zu bieten, stattdessen strapazierten die beiden Darstellerinnen die Lachmuskeln der Besucher. Und die gute Laune begann für die meisten schon vor der Aufführung. In der fast schon familiären Atmosphäre der Eingangshalle des Burgkunstadter Rathauses mit einem Bierchen oder einem Gläschen Sekt anzustoßen, sorgte für die richtige Einstimmung.

Theatersommer: Wenn Bankräuber eine Einkaufstasche klauen
Geld gefunden ohne Überfall: Wird jetzt alles gut? Jenny (Rebecca Herl, lie.) und Chantal (Carina Krämer). Foto: Roland Dietz

Zwei schusselige Räuberinnen überfallen die selbe Bank zweimal

Hatte Schauspielerin Rebecca Herl (Jenny) im vergangenen Jahr eine bemerkenswerte, fast schon dramatische Ein-Frau-Aufführung mit „Emmas Glück“ hingelegt, zeigte sie an diesen Abend ihr komödiantisches Talent. Ihre Kollegin Carina Krämer (Chantal) stand ihr dabei in nichts nach. Das Publikum war begeistert von der gespielten Tollpatschigkeit der verhinderten Bankräuberinnen. Für Lokalkolorit sorgten ihr Versteck in einem alten Schuhlager in Burgkunstadt und der Plan, die Sparkassen in Hollfeld und Mistelgau zu überfallen.

Das Gaunerpärchen fanden sich in ihrem Versteck nicht besonders zurecht, als sie von einem Überfall zurückkamen. Zunächst schien es, als hätten sie es geschafft und der Traum vom großen Geld, Las Vegas, Hawaii und einem arbeitsfreien Leben unter Palmen schien greifbar nah, wie sich die chaotische Jenny freute. Doch ihre noch schusseligere Komplizin Chantal hatte einen entscheidenden Fehler beim Überfall begangen. Bei der Flucht aus der Sparkasse in Hollfeld hatte sie die Tasche mit der Beute mit der Einkaufstasche einer Hausfrau vertauscht. Statt des Geldes packten sie Klopapier, Kaffee und ein Curry-Fertiggericht aus.

Also beschließen die beiden, die selbe Bank nochmals zu überfallen: „Niemand würde uns für so dämlich halten, dies nochmals zu tun.“ Ein neuer Plan mit einem sichereren Fluchtweg musste her. Doch als sie von ihrem Raubzug ins Versteck zurückkamen, war der Coup wieder nicht geglückt. Denn diesmal waren im selben Moment andere Bankräuber schneller. „Warum sind wir nicht wie Bonnie and Clyde?“, fragt Jenny.

Theatersommer: Wenn Bankräuber eine Einkaufstasche klauen
Vom Landkartenlesen keine Ahnung, aber trotzdem den besten Fluchtweg: Auch mit Umweg suchten Chantal (Carina Krämer, li.) und Jenny (Rebecca Herl). Foto: Roland Dietz

Mit blickdichten Strumpfhosen überm Gesicht wird's schwierig

Doch aufgeben kommt nicht in Frage. Mit Pistole und Strumpfmaske probten die Beiden den nächsten Versuch. Das Publikum freute sich schon auf den nächsten Klamauk, denn ein Gag jagte den nächsten. Und tatsächlich scheiterte auch der nächste Überfall, da Chantal beim Einkauf der Strumpfmaske versehentlich „blickdichte Strumpfhosen“ gekauft hatte, so dass Jenny beim Überfall nichts sehen konnte und meinte die Bankangestellten seien so clever gewesen, wegen des Überfalls das Licht auszuschalten. Auch mit der Flucht klappte es nur bedingt, da sie die Maske absetzten und ihre Gesichter zu sehen waren.

Also wollten die beiden ins Ausland fliehen. Doch Chantal hatte vergessen zu tanken. Während Jenny zur Tankstelle unterwegs war, probierte Chantal Schuhe an und fand dabei die Beute von anderen Gangstern in einem der Schuhkartons. Und prompt kam es zum Streit wegen des Gelds. Bis sie sich einig werden, dass es nur gemeinsam möglich ist, mit der gefundenen Kohle zu verduften. Dass die verrückten Wendungen der Handlung am Schluss doch noch zu einem Happy End führten, war reiner Zufall. Die Zuschauer hatten jedenfalls viel Spaß an der lustigen Aufführung.

 

Von Burgkunstadt

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