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WEISMAIN

Testzentrum in Weismain ab 30. April

Testzentrum in Weismain ab 30. April
Immer montags von 10 bis 12 Uhr finden Testungen am ASB-Seniorenheim im Schwarzer Weg statt. Foto: Marion Nikol

Mit negativem Testergebnis nicht nur zum Shoppen, sondern auch ins Restaurant, Kino oder Theater? Michael Zapf, Erster Bürgermeister der Stadt Weismain, hält das in naher Zukunft für möglich. Die optimalen Voraussetzungen dafür möchte er schon jetzt vor Ort schaffen und hat deshalb den Aufbau eines Schnelltestzentrums vorangetrieben, dasa am kommenden Freitag den Betrieb aufnehmen wird.

„Wir haben uns entschieden, ab dem 30. April ein kommunales Testzentrum unter der Trägerschaft der Stadt Weismain zu betreiben. Vorgenommen werden die Tests und Auswertungen durch das Ehrenamt, also die Bergwacht Kulmbach-Obermain, die Freiwillige Feuerwehr Weismain und den hiesigen Arbeiter Samariter Bund“, berichtet Michael Zapf freudig.

„Wir haben uns entschieden, ab dem 30. April ein kommunales Testzentrum unter der Trägerschaft der Stadt Weismain zu betreiben.“
Michael Zapf, Erster Bürgermeister

Ganz konkret erhalten die Bürgerinnen und Bürger an insgesamt drei Tagen in der Woche die Möglichkeit, sich auf Corona testen zu lassen. So wird jeden Montag von 10 bis 12 Uhr am ASB-Seniorenzentrum im Schwarzer Weg getestet, während mittwochs von 18.30 bis 20 Uhr und freitags von 17 bis 19 Uhr die Testungen am Feuerwehrhaus stattfinden.

Testzentrum in Weismain ab 30. April
Eines von zwei „Abstrich-Fenstern“ beim Feuerwehrhaus: Bürgermeister Michael Zapf freut sich, dass es auch in Weismain bald Testmöglichkeiten gibt.

Die Anmeldung zu einem Testtermin ist telefonisch während der Öffnungszeiten des Bürgerbüros möglich. Eine Online-Anmeldung wäre EDV-seitig mit einem sehr großen Aufwand verbunden gewesen, weshalb sich die Stadt für die telefonische Variante entschieden hat. „Bei einem Anruf weiß jeder auch gleich, ob man einen Termin bekommt oder ob es voll ist“, erläutert Michael Zapf.

Die Vorbereitungen für das Projekt haben circa zweieinhalb Wochen in Anspruch genommen, wie der Bürgermeister weiter ausführt: „Als die Idee aufkam, habe ich mich zügig mit den jeweiligen Hilfsorganisationen getroffen und das Vorhaben grob durchgesprochen. Hier gab es natürlich auch viele Fragen, beispielsweise zum organisatorischen Ablauf oder zum Datenschutz. Das Landratsamt hat uns dabei sehr gut unterstützt, alle Unterlagen zur Verfügung gestellt und uns zu allen Fragen Rede und Antwort gestanden.“ Im weiteren Projektverlauf wurden dann Ablaufpläne erstellt, alle relevanten Informationen zusammengetragen und Ortsbegehungen absolviert.

Viele Gespräche im Vorfeld nötig

Wie Michael Zapf ebenfalls verrät, mag das, was im Vordergrund eines kommunalen Testzentrums abläuft, auf den ersten Blick einfach erscheinen. Allerdings sei im Hintergrund viel Verwaltungsarbeit und Bürokratie am Werk. Das betreffe unter anderem die Abrechnung der Tests über die kassenärztliche Vereinigung, die datenschutzkonforme Weitergabe der Daten an das Gesundheitsamt oder auch das Ausstellen der Testergebnisse, was in diesem Fall per Ausdruck erfolgen wird.

Probelauf soll reibungslose Prozesse sicherstellen

Um sicherzustellen, dass kommenden Freitag alles ordentlich funktioniert, ist in den kommenden Tagen ein Testlauf geplant. „Insgesamt sind acht Helfer pro Schicht angedacht“, so Michael Zapf, „also zwei bei der Anmeldung, einen als Springer, einen als Schichtführer und viermal medizinisches Personal, das an zwei Stellen jeweils die Abstriche nehmen und Tests durchführen wird. Sollte es beim Testlauf irgendwo haken, können wir entsprechende Anpassungen vornehmen. Es ist ein Novum, aber wir versuchen es jetzt einfach mal.“

Aktuell stünden zudem noch Gespräche mit anliegenden Unternehmen an, da etwas mehr Parkplätze benötigt werden – schließlich müssen die Getesteten circa eine Viertelstunde vor Ort warten, bis das Ergebnis vorliegt.

Der Probelauf wird es den beteiligten Organisationen zudem ermöglichen, Erfahrungswerte zu sammeln, beispielsweise was die Anzahl der möglichen Tests pro Stunde angeht. „Wir haben uns zwar schon mit bestehenden Testzentren ausgetauscht, aber die Gegebenheiten sind ja dennoch überall individuell, nicht nur was die Räumlichkeiten, sondern auch das Personal angeht“, so Michael Zapf weiter.

„Insgesamt sind acht Helfer pro Schicht angedacht, also zwei bei der Anmeldung, einen als Springer, einen als Schichtführer und viermal medizinisches Personal.“
Michael Zapf, Erster Bürgermeister

Man wolle mit dem Testzentrum der Bevölkerung eine gewisse Art von Stabilität bieten und zeigen, dass man das, was man tut, auch ordentlich macht. „Aktuell ist es meiner Meinung nach für die Menschen enorm wichtig, seitens der Politik zu zeigen, dass man Sachen macht, die funktionieren, und dass man sich auf sein Wort verlässt.“

Die Zügel selbst in die Hand genommen

Ähnlich wie Ebensfeld hat also auch die Stadt Weismain in Sachen Testzentrum die Zügel selbst in die Hand genommen. „Wenn es Lockerungen gibt, die mit einem Test verbunden sind, dann wollen wir einfach unseren Beitrag dazu leisten und es den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort ermöglichen, sich testen zu lassen. Wir können das zwar noch nicht vollumfänglich zur Verfügung stellen – im Moment reden wir von fünf Stunden pro Woche – aber es ist schon mal ein Anfang und wir können das Ganze natürlich dem Pandemiegeschehen anpassen“, erklärt das Stadtoberhaupt.

Für die ersten Durchläufe hat sich Michael Zapf gleich mal als Schichtleiter angeboten, nicht nur, weil er selbst bei der Feuerwehr engagiert ist, sondern auch, um zu zeigen, dass er hinter der Sache steht und dafür sorgen möchte, dass alles gut anläuft.

 

Von Marion Nikol

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