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BURGKUNSTADT

Standpunkt: Eine Dienstleistung für die Bürger

Wer kennt die Situation nicht, wenn einem morgens auf dem Weg zur Arbeit eine Baustelle ausbremst, die gestern noch nicht da war? Mit einer Orts-App oder Informationen über die "sozialen Medien" müsse so etwas nicht mehr vorkommen, meinen die Stadträte von Freien Wählern, Grünen und Bürgerverein. Damit erreiche man gerade die jungen Leute, die sich nicht über die traditionellen Medien informieren.

Recht haben sie. Einfacher als mit einer Nachricht aufs Handy geht's nicht. Das hilft den Bürgern und stärkt die Identifikation mit ihrer Heimatstadt. So bemerken auch Leute, die sonst wenig von ihrem Wohnort mitbekommen oder neu Zugezogene, wie viel hier geboten wird.

Zu kurz gedacht ist die Sorge wegen Kosten und zusätzlicher Arbeit für die Verwaltung. Die Kosten lassen sich durch Vereinbarungen mit dem Betreiber möglicherweise senken. Und eine App könnte der Verwaltung manchen Anruf genervter Bürger, die sich schlecht informiert fühlen, ersparen. Ganz zu schweigen von zusätzlichen Informationen, wie neuen Dienstleistungen der Verwaltung, der Einladung zur Bürgerversammlung oder zu kulturellen Veranstaltungen, die sich durch die App automatisch verbreiten ließen. Eine Aufgabe der Verwaltung ist schließlich auch Dienstleistung für die Bürger.

Technisch wäre es sicher machbar, Informationen, die auf die Homepage gestellt werden, ohne zusätzlichen Aufwand über die App zu versenden, sodass sich der Arbeitsaufwand in Grenzen halten dürfte. Und die Dialogfunktion muss man ja nicht freischalten.

Auf einem guten Weg ist der Stadtrat dank des Kompromissvorschlags der Grünen, alle Möglichkeiten zu prüfen, denn ein solcher Informationskanal muss gut vorbereitet werden, damit er von den Bürgern angenommen wird.

Von GErhard Herrmann gerhard.herrmann@obermain.de

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