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BURGKUNSTADT

Spendenflut vom Obermain für ein Krankenhaus in Leguruki

Der Baufortschritt kann sich sehen lassen: Wenige Monate nach Baubeginn steht bereits der Rohbau der zukünftigen Mutter-Kind- und einer Geburtsstation in Leguruki, Tansania. Foto: Flierl

Das Ziel kommt näher und näher: Das von Dr. Friedrich Flierl initiierte und begleitete Projekt des Krankenhausbaus in Leguruki (Tansania) wächst nicht nur täglich, sondern steht dank der Unterstützung von Sternstunden auch auf finanziell gesicherten Beinen

Die Mauerer sind fleißig am Werk

Fundament und Bodenplatte sind gelegt, und die Maurer vor Ort lassen es täglich ein Stück weiter nach oben wachsen: Wenn der Burgkunstadter Dr. Friedrich Flierl auf die tagesaktuellen Bilder des entstehenden Krankenhauses in Leguruki, Tansania, blickt, dann spiegelt sich in seinen Gesichtszügen grenzenlose Freude über das bisher Erreichte. Immerhin ist der stellvertretende Vorsitzende des Dekanatsausschusses Michelau hauptverantwortlich dafür, dass dort in der Meru-Diözese und somit im Partnerdekanat des Dekanatsbezirks Michelau ein längst überfälliges Krankenhaus entsteht, das nach Abschluss der insgesamt sechs Bauphasen rund 50 000 Menschen eine medizinische Grundversorgung ermöglichen wird. Für zusätzlichen Optimismus bei der Umsetzung des Großprojekts sorgt jetzt ein Zuschuss von Sternstunden e.V. in Höhe von 150 000 Euro für den Bau der Mutter-Kind-Station.

Mit dieser Unterstützung steht das Großprojekt rund um den Neubau einer Mutter-Kind- und einer Geburtsstation finanziell erst recht auf festem Grund. „Für den Neubau sowie für die Renovierung der bestehenden Krankenstation waren 350 000 Euro reine Baukosten veranschlagt. Dank des Einsatzes von Sternstunden sind wir diesem Ziel einen entscheidenden Schritt nähergekommen“, so der Burgkunstadter Tierarzt, der zuvor mit dem Fundraisingteam des Dekanatsbezirks Michelau bereits knapp 190 000 Euro Spendengelder gesammelt hatte.

Bauende soll am 15. Juli 2022 sein

Der vom ortsansässigen Bauprojektleiter für den 15. Juli 2022 garantierte Abschluss der Bau- und Renovierungsarbeiten erscheint somit nicht länger ausschließlich optimistisch, sondern vor allem realistisch.

Manch ein Stadtentwicklungsplaner oder Koordinator eines Großprojekts in Deutschland mag sich bei diesem rasanten Baufortschritt verwundert die Augen reiben, doch aus Sicht des Initiators aus Burgkunstadt ist der Krankenhausbau in Leguruki ein Paradebeispiel dafür, wie Entwicklungsarbeit im Kleinen Großes bewirken kann. „Während die Geldgeber für dieses Projekt vorwiegend aus Deutschland kommen, liegt die konkrete Umsetzung in den Händen der Menschen vor Ort. Damit dies funktioniert, ist neben der Dokumentation des Baufortschritts vor allem die Kommunikation zwischen allen Beteiligten der Schlüssel zum Erfolg“, erläutert Dr. Flierl den rasanten Entwicklungsprozess, den dieses Projekt seit seiner ersten vagen Idee im Jahr 2018 vollzogen hat.

Vertrauen in die langjährigen Partner

Das notwendige Vertrauen ist in den letzten 25 Jahren durch die lebendige Partnerschaft mit dem Ostdekanat der Meru-Diözese gewachsen. So berichtet der Burgkunstadter Kirchenvorsteher von unzähligen Zoom-Konferenzen und Telefongesprächen mit den Beteiligten vor Ort, wie zum Beispiel Vertretern des Partnerdekanats und der ortsansässigen Baufirma. Mitglieder von „Mission Eine Welt“ stehen Dr. Friedrich Flierl beratend zur Seite. „Sobald wir sehen, dass eine Baumaßnahme erfolgreich abgeschlossen wurde, überweisen wir die nächste Rate.“ Auf den zugeschickten Fotos sieht man beispielsweise, wie die Bauarbeiter den Beton für die Bodenplatte vor Ort anrühren und dann mit Schubkarren einfüllen.

„Beim Blick auf solche Arbeitsmittel ist der Baufortschritt besonders beeindruckend“, zeigt sich Dr. Flierl zufrieden, der einen weiteren Unterschied zu Großprojekten in Deutschland ausgemacht hat. „Während in Deutschland die Bagger erst dann anrollen, wenn das Projekt komplett finanziert ist, wird in Tansania so lange gearbeitet, wie das Geld reicht. Längere Baupausen gehören somit unter Umständen immer wieder dazu.“

Sein Glück kaum fassen konnte Dr. Friedrich Flierl, als er zusammen mit seiner Frau Veronika erfuhr, dass mit dem Zuschuss von Sternstunden e.V. in Höhe von 150.000 Euro ein Meilenstein für den Bau der Mutter-Kind-Station in Leguruki gesetzt wurde. Foto: Privat

Dank der 150 000 Euro von Sternstunden sind solche Pausen beim Bau der Krankenstation in Leguruki aber ausgeschlossen, wenngleich die Spendenaktion weiterläuft, da weiterhin Gelder, beispielsweise für die Beschaffung der Einrichtung (Betten, Möbel etc.) sowie weiterer medizinischer Geräte, benötigt werden.

Dokumentation über 20 Seiten

Den Kontakt zu Sternstunden stellte Dr. Friedrich Flierl persönlich her, indem er eine etwa 20-seitige Dokumentation des Projekts einreichte. Nach eingehender Prüfung des Förderantrages war der Verein Sternstunden von der Dringlichkeit der Baumaßnahme überzeugt. Das große persönliche und finanzielle Engagement des Dekanatsbezirks Michelau für das Projekt in Tansania und die langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort, hatten die Entscheidung positiv beeinflusst.

„Als Sternstunden mitteilte, dass 150 000 zur Verfügung gestellt werden, damit der Neubau der Mutter-Kind-Station realisiert werden kann, war ich sprachlos“, berichtet Dr. Flierl überglücklich. Auch dank dieser Zusage steht der zweite Bauabschnitt kurz vor der Vollendung. In den nächsten Wochen und Monaten folgen das Dach und der Einbau von Fenstern und Türen sowie die Installation aller nötigen Leitungen. „Der 15. Juli 2022 kann kommen!“, lautet Dr. Flierls glückliches Zwischenfazit.

Auch deshalb ist es den Initiatoren des Projekts wichtig, dass weiterhin die Werbetrommel für den Ausbau der Krankenstation in Tansania gerührt wird. Aus diesem Grund findet am Samstag, den 18. September, 19 Uhr, ein Benefizkonzert mit der Band „Lovely Dust“ für das Leguruki Health Center im Atrium der Christuskirche statt. Das Akustik-Trio der drei gebürtigen Aschaffenburger Erik Schüßler, David Obremski und Kilian Zänglein verleiht alten Klassikern sowie aktuellen Songs ein neues Gewand, indem diese sorgfältig für dreistimmigen Gesang und Gitarre arrangiert und neu interpretiert werden.

Spenden sind erwünscht

Bei schlechtem Wetter findet das Benefizkonzert in der Kordigasthalle Altenkunstadt statt. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erwünscht.

„Gerade im Hinblick auf die bereits eingegangenen Spendengelder soll das Konzert auch ein musikalisches Dankeschön an alle Spender sein“, so Dr. Friedrich Flierl, der zusammen mit seinem Team den Abend auch dazu nutzen will, um über die bisherigen und weiteren Schritte des Großprojekts zu informieren.

Für Spenden

Weitere Informationen zu dem Projekt „Ein Krankenhaus für Leguruki“ finden sich unter der Website www.leguruki-health-center.com. Hier besteht auch die Möglichkeit zur Online-Spende. Eine Spendenbescheinigung wird umgehend von der Verwaltungsstelle des Dekanats ausgestellt und online oder per Brief zugesandt.

Von Matthias Schneider

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