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WEISMAIN

Sorge um Zuschuss für Kanalsanierung in Weismain

Sorge um Zuschuss für Kanalsanierung in Weismain
Die Arbeiten für den Anbau ans Feuerwehrhaus in Weismain haben begonnen. Foto: Roland Dietz

Betroffenheit herrschte am Ende der Sitzung des Weismainer Stadtrats am Dienstagabend, als Bürgermeister Michael Zapf mitteilte, dass das Förderprogramm RZWas ausgesetzt worden ist. Damit ist unklar, ob Weismain für die Sanierung von Kanälen und Wasserleitungen in der Kernstadt die erhofften Zuschüsse erhält.

Bereits abgeschlossene Bescheide und Verträge behalten ihre Gültigkeit, teilte Zapf mit. Mit dem Bayerischen Gemeindetag und den heimischen Abgeordneten werde über das weitere Vorgehen beraten. Rudi Dück (CSU) sagte, er sei der Meinung, dass die Förderbescheide dafür im Rathaus in trockenen Tüchern sind. Bürgermeister Michael Zapf versprach, nach dem Durcharbeiten der bisherigen Schreiben schnellstmöglich für Klarheit auf sorgen.

„Zwei Waschplätze am Feuerwehrhaus und am Bauhof – können wir uns das leisten?“
Bernd Detsch, Stadtrat (Bürgerblock)

Die Erweiterung des Weismainer Feuerwehrhauses wird wohl teurer als Geplant. Wegen der Verzögerung des für 2019 geplanten Baubeginns rechnet das Architektenbüro Fleischmann + Fleischmann mit einer Erhöhung der auf 679 490 Euro geschätzten Gesamtkosten um fünf Prozent. In der Kostenschätzung sind neben dem Anbau ein Waschplatz (50 000 Euro) und die Außenanlagen (Aus- und Wiedereinbau der Pflasterfläche) enthalten. „Zwei Waschplätze am Feuerwehrhaus und am Bauhof – können wir uns das leisten?“, fragte Bernd Detsch (BB). Janine Brunecker (GUB) regte an, ob der Bauhof den Waschplatz am Feuerwehrhaus mitnutzen könne. „Wenn die Feuerwehr nachts von einem Einsatz zurückkommt, benötigt sie einen Waschplatz am Feuerwehrhaus, deshalb sind die Kosten mehr als gerechtfertigt“, betonte Tobias Pregler (SPD). Einstimmig wurden der Anbau mit Mehrkosten beschlossen.

Für Diskussionen sorgte auch der Antrag auf Aufhebung des Beschlusses zur Teilnahme am Kommunalen Denkmalschutzkonzept (KdK). Mit den ersten beiden Modulen eines Kommunalen Denkmalkonzeptes sollte eine Machbarkeitsstudie zu den leer stehenden Gebäuden der ehemaligen „Fuchsbräu“ erarbeitet werden. Bei einer internen Revision wurde festgestellt, dass die Stadt Weismain weder über die personellen Kapazitäten noch über die finanziellen Mittel für ein solchen Vorhaben verfüge.

Verwaltung hat weder Personal noch Geld für eine Machbarkeitsstudie

„Es wäre wichtig, derartige Gebäude mit Leben zu füllen“, sagte Bernd Detsch. Er verwies auf das begonnene Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK). Michael Bienlein (CSU) erklärte, dies seien zwei verschiedene Bausteine. Sein Antrag, die betreffenden Fachleute nochmals einzuladen, wurde mit 14: 3 Stimmen (nur Michael Bienlein, Rudi Dück und Alfons Deuber stimmten dafür) abgelehnt. Mit dem gleichen Stimmenverhältnis wurde die Aufhebung des Denkmalschutzkonzepts beschlossen.

Sorge um Zuschuss für Kanalsanierung in Weismain
Neben der Fahrzeughalle (re.) soll das Feuerwehrhaus erweitert werden. Foto: Roland Dietz

Die Aufhebung des Beschlusses zum Bebauungsplan Modschiedel-West wurde zurückgestellt, weil genaue Daten dazu nicht ermittelt werden konnten. Wenn genügend Bauwillige zusammenkämen, könnte stattdessen auch eine Einbeziehungssatzung erlassen werden. Interessierte Bauherren können sich melden. „Wenn das Baugebiet ausgewiesen wird, werden auch Bauwillige kommen“, meinte Rudi Dück. Janinne Brunecker (GUB) forderte, auf die Kosten für die Stadt zu achten.

Begrüßt wurde die Nutzungsänderung eines Lebensmittelmarktes (Lidl) zu einem Getränkemarkt mit Imbiss und Verkaufsraum. Es sei positiv zu werten, wenn ein solches Gebäude wieder eine Nutzung erfährt, waren sich alle einig.

Kein Funkmast im Landschaftsschutzgebiet

Abgelehnt wurde der Antrag auf Bau eines Schleuderbetonmastes mit einer Höhe von 34 Meter und einem sechs Meter hohen Aufsatzmast inklusive Outdoor-Technik bei Wallersberg (Flur-Nr. 813). Die Deutsche Funkturm GmbH stelle auf dem Mast Frequenzen zum Telefonieren und für den Zugang zu mobilem Internet zur Verfügung, erläuterte der Bürgermeister. Allerdings habe die Firma noch weitere Masten geplant, aber dazu keine nötigen Aussagen gemacht. Weil bereits ein Funkturm vorhanden ist, sollte geprüft werden, ob dieser nicht ausreichen, forderte Johannes Ruß. Auch Ursula Gommelt (Grüne) sprach sich gegen den Mast aus, weil der Standort im Landschafts- und Vogelschutzgebiet liegt. „Wenn man den Tourismus fördern will, sollte mit dem Landschaftsbild sorgsam umgegangen werden“, mahnte Bernd Detsch. Rudi Dück gab zu bedenken, dass trotz aller Kritik zu bedenken sei, dass es auf dem Jura noch viele Funklöcher gebe. Nur Rudi Dück und Alfons Deuber (beide CSU) stimmten für den Antrag.

Infos aus dem Stadtrat

Bei einem Architektenwettbewerb zur Sanierung des Rathauses haben die Architektenbüros zwölf Projekte vorgestellt. Ein Fachgremium wird am 23. Juli die besten Entwürfe prämieren. Auch die Bürger können ihren Favoriten wählen, so der Bürgermeister.

Da der Umzug aus dem Rathaus ansteht wurden Gespräche über Ausweichquartiere für die Verwaltung in der Sanierungszeit geführt. Finanzierbarkeit, Zweckmäßigkeit und grundsätzliche Machbarkeit werden nun geprüft.

Für den Schulsport wurde das Kolpingshaus von Oktober bis März gemietet – mit der Option, dies zu verlängern. Dort können auch städtische Veranstaltungen, die im bisher im Rathaus abgehalten wurde, stattfinden.

Die Stadt hat eine Spende von 1400 Euro zweckgebunden für einen Defibrilator erhalten, teilte Bürgermeister Michael Zapf mit. Das Gerät werde nun im Eingangsbereich der Sparkasse angebracht. Nach Absprache mit der Sparkasse werden die laufenden Kosten für Inspektionen von dieser übernommen. Julia Spörlein (CSU) regte eine Infoveranstaltung zur Handhabung dieser Geräte an.

Die 84 Vereine im Stadtgebiet wurden zu einem gemeinsamen Treffen am 29. Oktober eingeladen, um „die Zusammenarbeit mit der Stadt weiter auf eine gute Basis zu stellen.“ Bis dahin soll ein Grünflächengutachten über städtische Flächen erstellt werden. Zapf sagte, er wolle sich „für die großartige Arbeit bei der Pflege von städtischen Anlagen, die von der Stadt nicht alleine geleistet werden könne, bedanken.

Ein Unternehmerfrühstück für alle Weismainer Gewerbetreibenden findet am 5. November im Kolpingshaus statt. Ziel sei ein Austausch über Anliegen und Probleme.

Nachdem in Arnstein Georg Will zum Ortssprecher gewählt wurde, sollen auch in Großziegenfeld, Buckendorf, Kleinziegenfeld und Weiden Ortssprecherwahlen stattfinden.

Das Potenzial der Stadt Weismain sei jüngst in einem Presseartikel gut zur Geltung gekommen, daher gelte es einen verträglichen Tourismus anzustreben, sagte Bernd Detsch. Wichtig wären Toiletten am Wasserspielplatz, damit Besucher nicht ihre Notdurft in der Natur verrichten. Julia Spörlein warnte vor Brandgefahren durch Grillpartys und das Rauchen von Wasserpfeifen am Wasserspielplatz. Außerdem sollten die Nutzer ihren Müll wieder mitnehmen. Dies sollte von der Stadt kontrolliert werden.

Gabi Huber (GUB) wies auf die schwierige Parksituation von Kletterern im Kleinziegenfelder Tal hin, die den Verkehr behinderten. Da die Stadt dort ein Grundstück erworben hat, wäre der Bau eines Parkplatzes möglich. Dies trage auch zur Förderung des Tourismus bei, die der Gastronomie zugute komme.

Auf die Frage von Rudi Dück, ob die Raiffeisenbank mit Lager in Modschiedel geschlossen werden solle, sagte Bürgermeister Zapf, die Bank wolle künftig benötigte Waren liefern, um die Kosten für Lagererhaltung und Erweiterung einzuparen. Dies sei mit den betroffenen Landwirten abgesprochen.

Uwe Dück (BB) bat darum, die ärztliche Versorgung Weismains genauer zu prüfen und sich für eine Niederlassung von interessierten Ärzten einzusetzen.

Sorge um Zuschuss für Kanalsanierung in Weismain
Neben der Fahrzeughalle (re.) soll das Feuerwehrhaus erweitert werden. Foto: Roland Dietz

Von Roland Dietz

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