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ALTENKUNSTADT

Sieben Störche auf dem Altenkunstadter Kirchendach

Sieben Störche auf dem Altenkunstadter Kirchendach
Natürlich wollte sich der eine und andere Weißstorch einen besonderen Platz zum Übernachten auf dem Kirchendach sichern. Foto: Dieter Radziej

Weißstörche scheinen sich in der Gemeinde Altenkunstadt besonders wohl zu fühlen. Bis zu 30 der eindrucksvollen Vögel sind zurzeit in der Flur zu sehen, beispielsweise auf den Mainwiesen – sehr zur Freude der Spaziergänger.

Waren die Bestände in den 1970-er Jahren so stark zurückgegangen, dass Biologe befürchteten, der Weißstorch könnte aussterben, so wird jetzt immer deutlicher, dass die vom Landesbund für Vogelschutz in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Landesamt für Umwelt initiierten Bemühungen erfolgreich waren. Mittlerweile gilt der Bestand an Weißstörchen im gesamten Freistaat wieder als gesichert.

Die anmutigen Großvögel werden dabei nicht nur als Frühlingsboten empfunden, sondern gelten häufig auch als Glückbringer. Zwar stellen Weißstörche schon gewisse Ansprüche an ihren Lebensraum, wie offene Landschaften, Flussauen und feuchte Wiesen, doch scheint dafür zusehends die Region am Obermain ein besonders beliebtes Refugium für diese Tiere zu sein. Sie nisten hier regelmäßig und dass viele Bruten erfolgreich waren, zeigt sich immer deutlicher.

Wenn gemäht wird, begleiten die Störche die Landwirte

Dabei unternehmen die „Kleinen“, die nach sieben bis acht Wochen fast schon so groß wie ihre Eltern sind, auch schon eifrige Ausflüge. Vor allem in der Maintallandschaft sind gegenwärtig viele dieser Schreitvögel zu sehen. Insbesondere wenn Wiesen frisch gemäht, oder das Heu geerntet wurde, finden die Weißstörche ein reiches Nahrungsangebot an Regenwürmern, Schlangen, Eidechsen, Kleinsäugern und in wasserreichen Gebieten an Fischen.

Sieben Störche auf dem Altenkunstadter Kirchendach
Sieben Störche auf dem der Dach der Katholischen Pfarrkirche von Altenkunstadt boten einen einmaligen Anblick Foto: Dieter Radziej

Besonders am Abend könnten die Störche beobachtet werden, wenn sie sich einen Platz zum Übernachten suchen. Besonders gerne nutzen sie dafür die Flutlichtmasten des Trainings- und Fußballgeländes des 1. FC Altenkunstadt und hohe Gebäude. Ein besonders interessantes Bild bot sich am Samstagabend auf dem Dach der katholischen Pfarrkirche, wo sieben Weißstörche thronten, die sich mit lautem Klappern ihrer Schnäbel bemerkbar machten. Zwar gab es mitunter Rangeleien um den besten Übernachtungsplatz, doch das Kirchendach bot für alle reichlich Platz.

Abendliches Schauspiel lockt viele Schaulustige an

Viele Einwohner und Urlaubsgäste ließen sich diesen Anblick zu abendlicher Stunde nicht entgehen. Umso erfreulicher fanden sie den Anblick ausgerechnet zu der Zeit, da das Storchennest auf dem Dach der Grundschule, das viele Jahre nicht angenommen wurde, wegen der Sanierung abgebaut worden ist.

Lediglich die Turmfalken, ständige Gäste am Kirchturm, waren von der Konkurrenz offenbar nicht ganz so begeistert und umkreisten die Störche aufgeregt.

Von Dieter Radziej

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