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ALTENKUNSTADT

Segensreiche Arbeit für viele Altenkunstadter

Segensreiche Arbeit für viele Altenkunstadter
Zehn Pfarrer, die im 18., 19. und 20. Jahrhundert in der Pfarrei Altenkunstadt seelsorglich tätig waren, wurden im großen Priestergrab beigesetzt. Mitglieder des Gartenhobbyvereins sorgen dafür, dass es hier stets grünt und blüht. Foto: Bernd Kleinert

Ruhestätte und Denkmal zugleich sind die beiden großen Grabstätten neben der katholischen Pfarrkirche „Mariä Geburt“ in Altenkunstadt. Zehn Pfarrer fanden im Priestergrab die letzte Ruhe. Sieben Ordensfrauen des Franziskanerinnen-Mutterhauses „Maria Stern“ in Augsburg, die einst am Obermain segensreich wirkten, wurden im Schwesterngrab beigesetzt.

Man schrieb das Jahr 1864, als im Ort ein Kloster gegründet wurde und die ersten Ordensfrauen nach Altenkunstadt entsandt wurden. Der Aufgabenbereich der Schwestern war umfangreich: Sie engagierten sich in der ambulanten Krankenpflege, betreuten den 1930 eingeweihten klösterlichen Kindergarten, führten eine Handarbeitsschule und unterrichteten an der Altenkunstadter Volksschule. Die regelmäßigen Theateraufführungen des Kindergartens sind älteren Bürgern noch in guter Erinnerung.

Ambulante Krankenpflege, Kindergarten und Handarbeitsschule

Darüber hinaus kümmerten sich die Schwestern jahrzehntelang um den Blumenschmuck in der katholischen Pfarrkirche. Mit Hingabe widmeten sie sich dem Aufbau und der Ausstattung der historischen Weihnachtskrippe des Gotteshauses. 1969 sah sich das Augsburger Mutterhaus gezwungen, das Altenkunstadter Kloster aufzulösen und die Nonnen zurückzubeordern. Neben dem Gebäude und dem Straßennamen Klosterstraße erinnert nur noch das große Schwesterngrab an die einstige Präsenz der Franziskanerinnen im Ort.

Allerdings war der Zahn der Zeit im Laufe der Jahrzehnte nicht untätig. 2016 kamen der Gartenhobbyverein und die Gemeinde Altenkunstadt daher überein, die Ruhestätte umfassend zu restaurieren, sodass sie schon bald in neuem Glanz erstrahlen konnte. Die Gartenfreunde finanzierten die Erneuerung der kunstvollen Jesus-Plastik am Kreuz. „Die Holzfigur wies Risse auf, Finger waren abgebrochen, die Farben verblasst und die Dornenkrone war beschädigt“, erinnert sich Vorsitzender Norbert Kerling. Eine komplette Restaurierung des Korpus war unumgänglich.

Gartenhobbyverein kümmert sich um die Pflege der Ruhestätten

Segensreiche Arbeit für viele Altenkunstadter
Nachdem der Zahn der Zeit ganze Arbeit geleistet hatte, ließen der Gartenhobbyverein und die Gemeinde 2016 das große Schwesterngrab neben der Altenkunstadter Pfarrkirche restaurieren. Sieben Ordensfrauen des Franziskanerinnen-Mutterhauses „Maria Stern“ in Augsburg fanden hier die letzte Ruhe. Foto: Bernd Kleinert

Mit den Arbeiten beauftragten die Hobbygärtner Lorenz Schubert. Eine Woche lang war der Baiersdorfer Hobbykünstler damit beschäftigt, die Plastik grundlegend zu erneuern. Die Gemeinde Altenkunstadt richtete das Schwesterngrab und fasste es neu ein. Doch nicht nur das. „Unser Mitarbeiter Jürgen Jetschina renovierte in vielen Arbeitsstunden die arg in Mitleidenschaft gezogene, hölzerne Gedenktafel und machte die eingeschnitzten Namen und Lebensdaten der hier beigesetzten Ordensfrauen wieder lesbar“, berichtet Bürgermeister Robert Hümmer.

Zwischen Haupt- und Seiteneingang der Pfarrkirche befindet sich das große Priestergrab der katholischen Kirchengemeinde. Zehn Geistliche, die im 18., 19. und 20. Jahrhundert in der Pfarrei Altenkunstadt seelsorglich wirkten, fanden hier die letzte Ruhe. Zwei große Steintafeln über dem Grab mit den Lebensdaten erinnern an sie.

Zu den herausragenden Persönlichkeiten zählt Geistlicher Rat Johann Quinger, der ein Stück Kirchengeschichte schrieb. Sein 39-jähriges Wirken in der Pfarrei von 1914 bis 1953 umfasste die Zeit der beiden Weltkriege. Nach dem engagierten Seelsorger wurde später im oberen Ortsbereich eine Straße benannt. Seit vielen Jahren bepflanzen und pflegen Mitglieder des Gartenhobbyvereins das Priestergrab.

Von Bernd Kleinert

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