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BURGKUNSTADT

Schmankerl der Blasmusik beim Burgkunstadter Lindenfest

Schmankerl der Blasmusik beim Burgkunstadter Lindenfest
Die Spielfreude der Musikerinnen und Musiker des Musikvereins Burgkunstadt beim Lindenfest sprang auf das Publikum über. Foto: Roland Dietz

Nach dem Frühschoppen am Sonntag strahlten die Vorsitzenden des Musikvereins Burgkunstadt, Sebastian Kremer und Stefan Gahn, geradezu mit der Sonne um die Wette. Kein Wunder, war das Lindenfest doch mehr als gelungen. Nach drei Jahren Abstinenz hatte der Musikverein endlich wieder die Möglichkeit, diese immer beliebter werdende Veranstaltung abzuhalten. Und zahlreiche Besucher dankten es ihnen.

Dabei hatte alles unglücklich begonnen, nachdem Dirigent Thomas Besand am Freitagabend erkrankte und dicke schwarze Wolken sowie Windböen nichts Gutes verhießen. Deshalb musste die öffentliche Probe etwas verkürzt werden. Doch nach den letzten Aufbauarbeiten am Samstagmorgen lösten sich die Bedenken in Luft auf.

Wie geschaffen für ein gemütliches Fest ist das Gelände in der Dammsiedlung. „Ein schattiges Plätzchen unter den Linden bei frischem Kaffee, selbstgebackenen Kuchen, Bier und duftenden Grillspezialitäten und stimmungsvolle Blasmusik – Menschenherz was willst du mehr“, meinte ein Besucher. Und die Kinder tollten auf dem angrenzenden Spielplatz umher. So war es kein Wunder, dass die Plätze in diesem Areal den ganzen Samstag über besetzt waren.

„Früher war es ein Fest der Anwohner, doch wir übernehmen gerne die Ausgestaltung.“
Sebastian Kremer, Vorsitzender des Musikvereins
Schmankerl der Blasmusik beim Burgkunstadter Lindenfest
Es läuft: Bieranstich mit (v. li.) Laurenza und Peter Günter, Bürgermeisterin Christine Frieß und 2. Vorsitzendem Stefan Gahn. Foto: Roland Dietz

Zum 83-jährigen Bestehen der Dammsiedlung lockte das Lindenfest wieder eine große Anzahl von Gästen an. „Früher war es ein Fest der Anwohner“, erklärte Musikvereinsvorsitzender Sebastian Kremer. Doch seit Jahren übernehme der Musikverein immer wieder gerne die Ausgestaltung. Auch Bürgermeisterin Christine Frieß freute sich, dass die Veranstaltung wieder möglich war und so gut von den Besuchern und Anwohnern angenommen wurde. Sie dankte dem Musikverein für seine kulturelle Arbeit, die nicht nur im musikalischen sondern auch im zwischenmenschlichen Bereich für die Stadt sehr wichtig sei. Zusammen mit Braumeister Peter Günter, seiner Tochter Laurenza und Festwirt Alexander Gahn zapfte sie das erste Fass an. Und nachdem die Ehrengäste auf das Gelingen des Fests angestoßen hatten, stand die Blasmusik im Mittelpunkt.

Trotz des Ausfalls von Thomas Besand hatte sein Stellvertreter Stefan Gahn am Dirigentenpult alles fest im Griff. Die vielen jungen Musiker zeigten, dass die Burgkunstadter Blaskapelle sich trotz der Pandemie weiterhin positiv entwickelt. Mit dem Eingangs-Marsch „Blasmusik macht Laune“ hatten die Musiker das Motto für den Nachmittag vorgegeben. So konnte man das Werbekonzert insgesamt dann auch als gelungen bezeichnen. Ein besonderes Schmankerl und eine Hommage an das leider nicht mehr geöffnet Café in der oberen Stadt war das nächste Stück. Der Burgkunstadter Komponisten Udo Langer hat das Lied „Das alte Stadtcafe“ geschrieben, das die Musiker im Dreivierteltakt gekonnt darboten.

Schmankerl der Blasmusik beim Burgkunstadter Lindenfest
Auf ein schönes Lindenfest stießen (v. li.) mit Festwirt Alexander Gahn, Laurenza und Peter Günter. 2. Vorsitzender Stefan Gahn, Stadtrat Achim Ruß, Vorsitzender Sebastian Kremer und Bürgermeisterin Christine Frieß an. Foto: Roland Dietz

Beim Marsch „Fränkisch Schottisch“ glänzten die Flöten und Klarinetten ebenso wie auch bei der gefälligen „Anna-Polka“. Gut kamen auch der Frankenlied-Marsch und „Gruß an Würzburg“ an. Aus der Feder des Franken Rudi Fischer von den Hergoldshäuser Musikanten stammt die Polka „Wie ein Traum“, den die Musiker wie eine vielschichtige Erzählung vortrugen. Sehr eigenwillig und dadurch interessant in der Tempogestaltung sind die mährische „Slavonicka-Polka“ und die bekannten „Borsicka-Polka.“. Dass die Burgkunstadter Musiker nicht nur volkstümliche Blasmusik können sondern sich auch im Modernen Bereich wohlfühlen zeigten sie mit „Nessaja“ aus Peter Maffeys Musical „Tabaluga.“ Der fetzige Hit „Narcotic“ von der Gruppe „Liquido“ begeisterte das Publikum zu Beifallsstürmen. Bei dem abschließenden Marsch „Dem Land Tirol die Treue“ sangen die Musiker die Textpassage mit und das Publikum klatschte begeistert mit.

Eine Premiere hatten die Bamberger „Don Bosco Musikanten“ beim Lindenfest. Bereits zum 50-jährigen Bestehen des Musikvereins hatte der Vorstand einen Auftritt vereinbart, doch der war der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen. Aber 2. Vorsitzender Stefan Gahn hatte den Kontakt gehalten und nun gastierte der dreimalige Europameister der Blasmusik in Burgkunstadt. Die knapp 30 Musiker unter der Leitung von Thomas Wolf glänzten beim Konzert-Marsch „Euphoria“ von Martin Scharnagel mit perfektem Zusammenspiel, hervorragender Intonation und technischer Klasse. Ebenso perfekt der Konzertmarsch „Kometenflug“ von Alexander Pfluger. Mit professionellem Spiel beeindruckte die Blaskapelle auch bei Polka-Evergreens wie „So ein schöner Tag“ und der „Amselpolka“ von Ernst Mosch.

Beifall für die Europameister der Blasmusik

Schmankerl der Blasmusik beim Burgkunstadter Lindenfest
Mit Blasmusik vom Feinsten unterhielten die „Don Boso Musikanten“ aus Bamberg beim Lindenfest in Burgkunstadt. Foto: Roland Dietz

Die Bamberger Musiker begeisterten mit der humoristischen Volksweise „Hinter der Garage“ ebenso wie mit den angesagten Polkas „Böhmische Liebe“ oder „Von Freund zu Freund.“ Dies gefiel auch Blasmusiklieberhabern wie Heinrich Paravan oder Simon Oetter, die sich beeindruckt von der dargebotenen Musik zeigten.

So blieben in dieser lauen Sommernacht die Gäste gerne sitzen und genossen die Atmosphäre in der Dammsiedlung. Fazit: ein tolles Fest haben die Burgkunstadter Musiker auf die Beine gestellt.

Von Roland Dietz

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