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ALTENKUNSTADT

Ökumenischer Ostergottesdienst für Senioren in Altenkunstadt

Ökumenischer Ostergottesdienst für Senioren in Altenkunstadt
„Abstand halten“ hieß es auch für Pfarrerin Bettina Beck (re.) und Diakon Rainer Daum, die gemeinsam den ökumenischen Ostergottesdienst für Senioren gestalteten. Foto: Bernd Kleinert

Ostern ist zwar vorbei, nicht aber die Osterzeit. Sie endet erst mit dem Fest „Christi Himmelfahrt.“ Im Zeichen der Auferstehung Jesu stand deshalb auch der ökumenische Ostergottesdienst für Senioren, zu dem am Wochenende die Projektgruppe „In der Heimat wohnen“ in Altenkunstadt eingeladen hatte. Unterstützt wurde die Veranstaltung zum Thema „Der Herr ist mein Hirte“ von den Kirchengemeinden beider Konfessionen.

„Die Sonne geht auf, Christ ist erstanden“ spielte der evangelische Posaunenchor Strössendorf unter Leitung von Pfarrer Rudolf Ranzenberger im Altarraum der katholischen Pfarrkirche „Mariä Geburt.“ Mit dem fröhlichen Osterchoral eröffneten die Bläser einen Gottesdienst, der ursprünglich unter freiem Himmel gefeiert werden sollte. „Doch leider hat uns das nasskalte Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht“, bedauerte Angela Lohmüller. Die Quartiersmanagerin der Projektgruppe „In der Heimat wohnen“, die sich über die vielen Besucher freute, dankte allen Mitwirkenden und Helfern.

„Es ist ein Dienst der Liebe, Leid mitzutragen und Leid zu beenden. Jesus ist durch Leid und Tod ins Leben gegangen.“
Bettina Beck, evangelische Pfarrerin

„Wie können wir uns ein bisschen Ostern im Herzen bewahren? Wie können wir merken, dass der auferstandene Jesus auch uns durch das Tal des Todes zum Leben führen will?“, fragte Diakon Rainer Daum. Jesus sage von sich: „Ich bin der gute Hirte.“ „Wäre es nicht schön, wenn jemand da wäre, dem wir voll und ganz vertrauen könnten?“, so der Geistliche.

Ökumenischer Ostergottesdienst für Senioren in Altenkunstadt
Mit altvertrauten und modernen geistlichen Liedern sorgte der evangelische Posaunenchor Strössendorf unter Leitung von Pfarrer Rudolf Ranzenberger für die musikalische Umrahmung des Seniorengottesdienstes. Foto: Bernd Kleinert

Nach Frauen und Männern unterteilt, lasen die Besucher im Wechsel den 23. Psalm „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln“. „Immer wieder kommt es vor, dass reale Ängste und Bedrohungen gerade nachts für Unruhe sorgen, wenn man eigentlich zur Ruhe kommen möchte“, sagte Pfarrerin Bettina Beck. Dazu zähle auch die Corona-Pandemie. Sie verunsichere Menschen tief in der Seele. „Manchen fehlt der normale Alltag, anderen fällt zu Hause die Decke auf den Kopf. Viele machen sich Sorgen um die Gesundheit, ihre eigene und die ihrer Lieben“, erklärte die Geistliche.

An Ostern erweise sich Jesus erst als guter Hirte, der verlorene Schafe aufsammelt. Im Neuen Testament werde er dann zu einem ohnmächtigen, besiegten Hirten, der sein Leben für seine Herde gibt. „Es ist ein Dienst der Liebe, Leid mitzutragen und Leid zu beenden. Jesus ist durch Leid und Tod ins Leben gegangen“, betonte Beck. Auch heute, in einer schweren, von Corona geprägten Zeit könnten Menschen dazu beitragen, dass dort, wo es möglich ist, Gutes entsteht. Schon ein freundliches Wort über den Gartenzaun zu einem Nachbarn, der sich einsam fühlt, könne Wunder bewirken.

Kleine schwarze und weiße Schafe aus Seife als Erinnerung

Als Erinnerung an den Gottesdienst erhielten die Senioren kleine schwarze und weiße Schafe aus Seife. „Die unterschiedlichen Farben sollen verdeutlichen, dass das Leben uns helle wie auch dunkle Zeiten zumutet“, erklärte die Seelsorgerin. Jesus sei das Lamm, das schweres Leid ertragen und besiegt hat. Die Fürbitten widmeten Pfarrerin Beck und Diakon Daum all denen, die an Covid-19 erkrankt oder in Gefahr sind, den Ärzten und Forschern sowie allen, die helfen, die Pandemie zu bekämpfen. „Wir tun dies in der Hoffnung, dass das Leben bald wieder bunter und geselliger weitergehen darf“, so die beiden Geistlichen, die den Gläubigen zum Abschluss den Segen Gottes zusprachen.

Um das Infektionsrisiko zu verringern, darf in Gottesdiensten zurzeit nicht gesungen werden. Der evangelische Posaunenchor entschädigte die Senioren dafür mit einem Reigen alter und neuer Choräle, darunter „Er ist erstanden, halleluja“ und „Möge die Straße uns zusammenführen“. Die Spendenkollekte des ökumenischen Gottesdienstes kommt dem Frauenhaus Coburg/Kronach/Lichtenfels zugute.

 

Von Bernd Kleinert

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