aktualisiert:

ALTENKUNSTADT

Neue Nutzung für die Mainecker Malzfabrik

Neue Nutzung für die Mainecker Malzfabrik
Aus der Mainecker Malzfabrik soll eine kleine Wohnsiedlung werden. Im ehemaligen Turm der Mälzerei (li.) könnten Singles in schicken Lofts wohnen, in den Holzhäusern daneben Familien. Auch ein Café ist geplant. Foto: Hans Greim und Susanne Augsten

Grau und unansehnlich ragt der Turm der Mainecker Malzfabrik in die Höhe. Er könnte einmal als Teil eines Leuchtturmprojekts wie ein Leuchtturm in das Maintal hineinstrahlen, in dem sich Singles in schicken Lofts wohlfühlen und in den höheren Etagen des einstigen Silos den Blick weit über das Maintal schweifen lassen. Dazu gesellen sich drei Holzhäuser mit Wohnungen für Familien und ein Gebäude mit betreuten Seniorenwohnungen, einer Tagespflege und einer Sozialstation.

So sieht es das Konzept vor, das der Hofer Architekt Hans Greim zusammen mit der Landschaftsarchitektin Susanne Augsten aus Naila entworfen hat. „Singles, Familien und Senioren – das ist eine gute Durchmischung“, brachte Greim am Dienstagabend bei der Gemeinderatssitzung im katholischen Pfarrheim sein Konzept vom Wohnareal am Main auf eine griffige Formel.

Nun werden Investoren für die Umsetzung gesucht

Verwirklichen soll es einmal nicht die Gemeinde. Der Entwurf für eine Nachnutzung der Alten Mälzerei soll vielmehr Investoren dazu bewegen, in dem Altenkunstadter Ortsteil Wohnraum zu schaffen. „Das ist eine gute Lösung für Maineck“, sprach Bürgermeister Robert Hümmer (CSU) seinen Gemeinderatskolleginnen und –kollegen aus der Seele.

In einer der nächsten Sitzungen soll ein konkreter Beschluss gefasst werden. Im Rahmen eines einfachen Dorferneuerungsverfahrens will man die Grundlagen schaffen, die es Bauherren ermöglichen, tätig zu werden. Damit überhaupt Zuschüsse aus diesem staatlichen Topf fließen können, muss die Gemeinde Eigentümer des Grundstücks werden.

Nur der Turm ist in einem brauchbaren Zustand

Vor ein paar Jahren musste ein Teil der Mälzerei wegen Einsturzgefahr abgerissen werden. Wie ist es um die anderen Gebäudeteile bestellt? Nur der Turm der Mälzerei befindet sich laut Greim noch in einem nutzbaren Zustand. „Alle anderen sind dem Verfall preisgegeben und einsturzgefährdet“, sagte der Redner. Das Wohnareal wird in die vorhandene Geländesituation zwischen dem Main und einem dahinterliegenden sechs bis sieben Meter hohen Prallhang eingebettet.

Neue Nutzung für die Mainecker Malzfabrik
Grau und trist ragt der Turm der Mainecker Malzfabrik in die Höhe. Er soll erhalten bleiben und als Teil einer kleinen Wohnsiedlung genutzt werden. Foto: Stephan Stöckel

Das Konzept sieht vor, im Untergeschoss des Turmes einen Bürgertreff und in den anderen fünf Stockwerken Vier-Zimmer-Wohnungen einzurichten. Zum Main hin sollen drei Holzgebäude aus Massivholz für Familien errichtet werden. Das Untergeschoss bietet Platz für Abstell- und Technikräume sowie ein Café. Die anderen drei Stockwerke beherbergen jeweils eine Vier-Zimmer-Wohnung. Das Haus für die Senioren gliedert sich wie folgt auf: Im Erdgeschoss sollen Tagespflege und Sozialstation untergebracht werden, in den anderen drei Stockwerken jeweils vier Zwei-Zimmer-Wohnungen.

Vom Mainecker Kirchplatz gelangt man ebenerdig in das Gebäude für die Senioren. Für das Wohnareal sind 35 Stellplätze vorgesehen. 30 davon sollen in einem überdachten Parkdeck untergebracht werden. Auch Grünbereiche zum Spielen und Verweilen sind vorgesehen.

Eine touristische Nutzung stößt auf wenig Gegenliebe

Als Alternative zu dem Wohnareal hatten Greim und Augsten auch ein Konzept für eine touristische Nutzung des Areals mit Zelt- und Grillplatz, kleinen Ferienhäusern sowie Stellplätzen für Wohnmobile, Motor- und Zweiräder entworfen. Es stieß im Gremium auf wenig Gegenliebe. „Maineck hat keine Gastwirtschaft und keine Lebensmittelgeschäfte. Camper müssten nach Altenkunstadt fahren. Das ist nicht sehr attraktiv“, meinte Dritte Bürgermeisterin Almut Schuhmann (SPD).

Das Kulmbacher Unternehmen Geo Consult Nordbayern GmbH hatte Baugrund und Gebäude auf etwaige Altlasten untersucht. „Bei der Mälzerei gibt es keinen Hotspot mit hoher Belastung“, sagte der Kulmbacher Geologe Dr. Klaus-Hermann Hofmann. Das sei bei einem ehemaligen lebensmittelverarbeitenden Betrieb auch nicht zu erwarten gewesen. Dennoch habe man kleinere Ansammlungen von Asbest und Schwermetallen gefunden. Zudem müssten Materialien wie Dachpappen oder Leuchtstoffröhren entsorgt werden. Die Gesamtkosten für die Entsorgung bezifferte er auf 40 000 Euro.

Aus dem Gemeinderat

• Bauhofleiter Alexander Schmidt über den Winterdienst: „Der vergangene Winter war ein strenger.“ Die Zahl der Einsätze bezifferte er auf 39. Insgesamt 573 Stunden seien die drei Teams mit jeweils drei Fahrern auf dem Laster, Traktor oder Kleintraktor unterwegs gewesen. In dieser Zeit habe man 215 Tonnen Salz aufgebraucht. Den Salzverbrauch reduziere man so gut es gehe, allerdings nicht auf Kosten der Sicherheit, betonte der Referent. Beim Salzeinkauf achte man darauf,

lieber etwas zu viel als zu wenig einzukaufen. Lobende Worte für die Beschäftigten des Bauhofs, die im Winter bei Schnee und Eis und zu nächtlicher Stunde ihren Dienst versehen, fand Dritte Bürgermeisterin Almut Schuhmann (SPD): „Wir haben in Altenkunstadt einen guten Winterdienst.“

• Geschäftsstellenleiter Alexander Pfaff teilte mit, dass alle Kinder, die einen Krippen-, Kindergarten- oder Hortplatz wünschen, zum 1. September auch einen erhalten werden. Der Interimskindergarten des BRK im katholischen Pfarrheim bleibe bis zur Fertigstellung der neuen Kindertageseinrichtung „Haus des Kindes Plus“ des BRK in der Theodor-Heuß-Straße erhalten.

 

Von Stephan Stöckel

Weitere Artikel