aktualisiert:

ALTENKUNSTADT

Modellfluggruppe Phoenix darf Flugplatz Zeublitz ausbauen

Modellfluggruppe Phoenix darf Flugplatz Zeublitz ausbauen
Ein Modellflieger zieht eine Rauchfahne hinter sich her. Im Altenkunstadter Gemeinderat rauchten wegen der Modellfluggruppe Phoenix-Lichtenfels die Köpfe. Am Ende wurde der gewünschte Schutzzaun genehmigt, der auch Starts schwererer Maschinen ermöglicht. Foto: Stephan Stöckel

Während die Piloten der Modellfluggruppe Phoenix-Lichtenfels bei der Ausübung ihres Hobbys vor lauter Freude in die Luft gehen, geht so mancher Bürger in Zeublitz und Wolfsloch wegen der surrenden Geräusche, die die Flugzeugmodelle vor Wut an die Decke. Der Flugplatz der Modellflieger liegt zwischen den beiden Dörfern. DiePiloten würden gerne einen Schutzzaun errichten, der erforderlich ist, um Elektro- und Verbrennermodelle mit mehr als fünf Kilo Gewicht starten zu dürfen. Bislang wurde ihnen das verwehrt.

Bereits 2017 war klar, dass die Grenzwerte eingehalten werden

Nach zahlreichen vergeblichen Versuchen der Modellfluggruppe ermöglichte jetzt ein Sinneswandel bei der CSU-Fraktion im Altenkunstadter Gemeinderat eine Genehmigung. Hintergrund war einer Lärmmessung am 1. August 2017, die ergeben hatte, dass die gemessenen Werte weit unter dem festgelegten Grenzwert von 77 Dezibel liegen. „Es liegen keine massiven Beeinträchtigungen vor“, stellte Gunther Czepera (CSU) fest. Mit elf zu sechs Stimmen wurde in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend in der Grundschulturnhalle der Antrag der Fluggruppe auf Änderung des Flächennutzungsplanes und Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes genehmigt.

Damit steht dem Bau des Zaunes, der Errichtung von Parkplätzen, einer Schutzhecke für Kleintiere sowie der Anlage einer Bodenbrüterfläche nichts mehr im Wege. Noch im Februar hatten Gemeinde und Bauausschuss einen entsprechenden Antrag der Modellflieger abgelehnt. Daraufhin schaltete sich das Landratsamt ein und forderte die Gemeinde mit Verweis auf die Lärmmessung auf, noch einmal abzustimmen.

Über den Sinneswandel der CSU wunderten sich die Freien Wähler, die noch einmal jede Menge Argumente vorbrachten, um das Vorhaben zu verhindern. Georg Deuerling (FBO) hatte auf Anzeigen von Bürgern verwiesen und darauf, dass das Wild künftig zwischen der B173 neu und dem Flugplatz eingepfercht werde. Rolf Gnatzy (FWG) äußerte die Befürchtung, dass mit den schwereren Maschinen der Fluglärm näher an den Grenzwert heranrücken werde.

„Das ist ein Schlag ins Gesicht der Einwohner.“
Frank Novotny (SPD) zur Dorferneuerung Baiersdorf

„Die Grundstücksverhandlungen für den Dorfplatz in Baiersdorf, Herzstück der Dorferneuerung, konnten erfolgreich abgeschlossen werden“, verkündete Bürgermeister Robert Hümmer. Allerdings wurde der Geltungsbereich für die einfache Dorferneuerung in Baiersdorf vom Amt für Ländliche Entwicklung auf die Altenkunstadter Straße gelegt, die als Ortsmittelpunkt geschaffen und gestaltet werden soll, ergänzte Geschäftsstellenleiter Alexander Pfaff. Angedachte Projekte, wie die Erweiterung des Spielplatzes in der Forststraße, sind somit vom Tisch. Auch der nördliche Ortsteingang in der Altenkunstadter Straße zählt nicht mehr zum Geltungsbereich. Privatmaßnahmen sind ebenfalls nur im Geltungsbereich möglich. Die Planungsgruppe Strunz hält einen Beginn der Maßnahmen zur einfachen Dorferneuerung im nächsten Jahr für unwahrscheinlich. Zuvor müssten die Planungen für die Sanierung der Kanäle und Wasserleitungen sowie der Straßen in Baiersdorf abgewartet werden.

Enttäuscht zugleich zeigten sich die Baiersdorfer Gemeinderäte. „Das ist ein Schlag ins Gesicht der Einwohner“, entrüstete sich Frank Novotny (SPD). Es sei schön, dass der Dorfkern ein neues Gesicht erhält, zu einer richtigen Dorferneuerung gehöre aber der gesamte Ort dazu. „Mit der Verkleinerung des Sanierungsgebietes werde das Engagement der Bürger niedergebügelt. Das ist eine Frechheit“, schimpfte Rebecca Mätzke-Zapf (JWU).

Hümmer hatte zudem mitgeteilt, dass die Querungshilfe von Maineck kommend weiterhin in den Planungen enthalten sei. Das angedachte Baumtor an einem der Ortsteingänge könne man auch unabhängig von der Dorferneuerung pflanzen.

Aus dem Gemeinderat: Weitere Verzögerung bei Sanierung der Grundschule

Über den Fortgang der Bauarbeiten an der Grundschule informierte Bürgermeister Robert Hümmer im Gemeinderat. „In dieser Woche werden die Dachgauben gefertigt und nächste Woche auf dem Dach montiert. Danach erfolgt der Innenausbau im Dachgeschoss“, sagte er. Vom Arbeitsablauf her wäre es am besten, wenn bis dahin die Dacheindeckung erfolgt sei. Leider sei das mit dem beauftragten Dachdeckerunternehmen noch nicht geklärt. Er wisse nicht, wann die Dacharbeiten erfolgen. Installiert wurden die Trockenbaudecken in der Toilette des ersten Obergeschosses.

Die Klempnerarbeiten seien weitgehend abgeschlossen. Nach Anbringung der Dachgauben werde man diese abschließen. Beim Fußboden wurde mit den Schleifarbeiten begonnen. Der Terrazzoboden wird von einer Spezialfirma ausgeglichen. Im Keller werden Putzarbeiten ausgeführt. Mit dem Strom- und Glasfaseranschluss solle noch im Oktober begonnen werden.

Die Nachfrage nach Kinderbetreuungsplätzen in Altenkunstadt boomt. „Wir haben in diesem Jahr eine Rekordanzahl an Anmeldungen“, sagte Geschäftsleitender Beamter Alexander Pfaff. In der Kathi-Baur-Kita besuchten 40 Buben und Mädchen die Kinderkrippe, 81 die Kita und 56 den Hort für die Grundschulkinder. Im Kreuzbergkindergarten sind in der Notgruppe 21 Plätze und in der Regelgruppe 112 belegt. „In der Interimslösung des BRK im katholischen Pfarr- und Jugendheim in der Klosterstraße waren bereits zwei Wochen nach dem Start im September die 20 Plätze für Vorschulkinder ab zweieinhalb Jahren ausgebucht“, sagte Pfaff. Es gebe bereits eine Warteliste, da eine Aufstockung der Plätze beantragt worden sei. „Die Einrichtungen platzen aus allen Nähten“, sagte er. Deshalb werde es Zeit, dass das Haus des Kindes des BRK-Kreisverbandes im September 2021 in der Theodor-Heuß-Straße eröffnet werde, ergänzte Bürgermeister Robert Hümmer.

Auf der B 289 zwischen Burgkunstadt und Theisau hat sich der untere Fahrstreifen zur Eisenbahnlinie und zum Main hin gesenkt, wie berichtet. Wegen der Sanierung wird ab dem 19. Oktober der Verkehr über Maineck und Baiersdorf umgeleitet. Die Altenkunstadter Straße in Baiersdorf soll für den Schwerlastverkehr gesperrt werden, der über Weismain zum Frachtumschlagszentrum nach Altenkunstadt fahren soll. „Gibt es hierfür eine Zusage vom staatlichen Bauamt?“, fragte Ludwig Winkler (FBO). „Ja“, erwiderte Hümmer.

Georg Deuerling kritisierte die Sanierung der Straße zwischen Zeublitz und Wolfsloch. Der Asphalt wurde durch Schotter ersetzt. Bei Regen würden die Steine weggespült. „Das ist eine Verschlechterung“, sagte er. Besser wäre es gewesen, die Straße wieder zu asphaltieren.

Um einem Bürger die Möglichkeit zu geben, im Außenbereich von Maineck ein Einfamilienhaus mit Garage zu bauen, wurde eine Einbeziehungssatzung „Maineck-Waldweg“ am südlichen Ortsrand für 0,23 Hektar erlassen. Der Eingriff in Natur und Landschaft wird durch einen fünf Meter breiten Grünstreifen im Süden ausgeglichen.

Von Stephan Stöckel

Weitere Artikel