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BURGKUNSTADT

Mittlere Reife in fünf Jahren an Realschule Burgkunstadt

Mittlere Reife in fünf Jahren an Realschule Burgkunstadt
Mit der Traumnote von 1,0 haben (v. li.) Adalina Fedorov, Linda Fedorov und Celina Stammberger ihren Realschulabschluss als Schulbeste bestanden. Ihnen gratulierten stellvertretender Landrat Helmut Fischer und Rektorin Monika Geiger. links Foto: Roland Dietz

„Macht was draus“, sagte die Klassenlehrerin Heike Schnödt, als sie die Abschlusszeugnisse an die Schüler ihrer Klasse 10B überreichte. Zur Abschlussfeier in der Staatlichen Realschule in Burgkunstadt hatten sich die Schülerinnen und Schüler schick gemacht und viele Ehrengäste und Angehörige waren der Einladung zu diesem abschließenden Festakt gefolgt.

Höhepunkt war die Übergabe des Abschlusszeugnisses. Von den 70 Prüflingen haben 68 bestanden, berichtete Schulleiterin Monika Geiger. „Alle können stolz sein, ihren Mittleren-Reife-Abschluss geschafft zu haben. Schulbeste mit der Traumnote 1,0 waren Celina Stammberger, Adelina und Linda Fedorov.

Eine Frankreich-Reise für Celina Stammberger

Hans Peter Zahner von der Deutsch-Französischen Gesellschaft Obermain übergab den Preis einer Reise nach Frankreich zusammen mit Französischlehrer Hubert Bandura an die beste Französischschülerin Celina Stammberger.

Neben stellvertretendem Landrat Helmut Fischer begrüßte zweiter Konrektor Thomas Friedrich besonders die Bürgermeister der Kommunen, aus denen die Schülern kommen. „Mit dem Ende des Schuljahres neigt sich auch ein Lebensabschnitt für die Schüler dem Ende entgegen“, stellte er fest. Mit dem Abschluss hätten die Schüler einen Grundstein für ihre Zukunft gelegt. „Was die Absolventen gerade in den letzten beiden Jahren erlebt haben, war sicherlich einmalig in der Geschichte der Schule“, meinte Friedrich. Er erinnerte an die Heimkehr vom Skilager in Italien, die mit einer zweiwöchigen Quarantäne endete. Insgesamt 30 Wochen lang war kein Präsenz-Unterricht möglich, was bedeute, dass die Schüler in fünf Jahren statt in sechs auf ihren Abschluss zugearbeitet haben. Diese Absenz vom Unterricht sei jedoch von allen – ob Schüler, Eltern oder Lehrer – mit viel Pflichtbewusstsein und in sehr guter Zusammenarbeit getragen worden. Deshalb gelte es, allen Dank zu sagen. Besonders auch dem Landkreislichtenfels, der alles möglich machte – auch Neuerungen wie die Aufzüge und die Umgestaltung von Klassenzimmern.

„Die Schüler haben ihren Abschluss in einer ungewohnten Corona-Zeit erreichen müssen, dafür verdienen sie Anerkennung“, sagte stellvertretender Landrat Helmut Fischer. „Es ist ein Meilenstein erreicht worden, und wie es weitergeht, muss jeder selbst entscheiden: Mache ich mit der Schule weiter, erlerne ich direkt einen Beruf oder nehme ich erst mal eine Auszeit, sind Fragen, die die meisten wohl schon für sich beantwortete haben.“

Mittlere Reife in fünf Jahren an Realschule Burgkunstadt
Die beste Französischschülerin Celina Stammberger (Mitte) erhielt einen Gutschein für eine Reise nach Frankreich von Französischlehrer Hubert Bandura (li.) und Hans Peter Zahner von der Deutsch-Französischen Gesellschaft Obermain (re.) überreicht. Foto: Roland Dietz

Unterschiedliche Herausforderungen kämen auf sie zu, doch wichtig sei es, dass jeder aus seiner Begabungen – sei es im wissenschaftlichen oder praktischen Bereich – etwas mache. Er hoffe, dass viele Schülerinnen und Schüler ihre Zukunft im Landkreis Lichtenfels finden, sagte Helmut Fischer. Es gebe attraktive Arbeitsplätze und Möglichkeiten, das weitere Leben auch hier zu gestalten und so der Heimatregion positive Impulse zu geben.

Im Namen der Kommunen gratulierte die Burgkunstadter Bürgermeisterin Christine Frieß den Absolvent zu ihrem erreichten Abschluss. „Mit dem heutigen Tag lassen Sie den bekannten Schulalltag hinter sich.

„Um an die Quelle zu kommen, muss man gegen den Strom schwimmen.“
Konfuzius, zitiert von Rektorin Monika Geiger
Mittlere Reife in fünf Jahren an Realschule Burgkunstadt
Ein Erlebnis war Sarah Ludwigs Interpretation eines Lieds von Adele mit der Klarinette. Foto: Roland Dietz

Die erarbeitete Bandbreite Ihres Wissens wird vielleicht nie wieder im Leben so groß sein.“ Der Arbeitsmarkt biete den Schülern viele Chancen, denn das Ringen um Fachkräften sei groß. „Arbeit wird einen großen Teil des Lebens bestimmen, man sollte dabei aber auch lieben, was man tut“, gab die Bürgermeisterin zu bedenken. „Aber es wird auch Höhen und Tiefen geben: Jeder fällt mal auf die Nase und dann gilt es, man aus diesen Erfahrungen für den weiteren Weg zu lernen.

„Um an die Quelle zu kommen, muss man gegen den Strom schwimmen“, zitierte Rektorin Monika Geiger den Philosophen Konfuzius. Ähnlich sehe es auch Kardinal Joachim Meisner: „Wer sich gegen fließendes Wasser stemmt, weil er Standpunkte hat, verursacht Wirbel.“ Wie das Wasser kenne auch das Leben keine Ruhe. Gegen den Strom zu schwimmen, mute am Anfang immer schwer an, sei aber auch revolutionär. „Die einzig Konstante im Leben ist ständige Veränderung“, betonte Monika Geiger. Und so beginne mit dem Anschlusszeugnis der Mittleren Reife für die Absolventen ein neuer Lebensabschnitt. Der vergangene habe sechs Jahre gedauert und Höhen und Tiefen gebracht. Die Rektorin dankte Schülern, Lehrkräften und Eltern für die geleistete Arbeit. Besonders für die zwischenmenschlichen und außerschulischen Aktionen, die genauso wie der Schulalltag zum Lernens gehörten. Zur Erinnerung an die Schulzeit erhielt jeder Schüler einen Stein, der so einzigartig wie jeder einzelne der Absolventen ist.

Mittlere Reife in fünf Jahren an Realschule Burgkunstadt
Die Big-Band und die Schulband unter der Leitung von Musiklehrer Thomas Schaller bereicherten die Abschlussfeier der Realschule. Foto: Roland Dietz

Auf die Absolventen warte nun die freie Welt“, erklärte Peter Köhn vom Elternbeirat. „Die Auseinandersetzungen mit Lehrern und Eltern und dem Lernstoff haben sich gelohnt. Ihr habt in jeder Richtung das Rüstzeug bekommen draußen zu bestehen.“

Von einer Zeit mit Höhen und Tiefen sprachen auch die beiden Schülersprecher Jana Putschky und Tim Fischer. Sie dankten allen Lehrern, die die letzten sechs Jahre mit ihnen gemeistert hatten.

Dafür, dass die Lehrer ihre Schüler des Abschlussjahrgangs 2022 nicht vergessen sorgte Schüler Sebastian Murrmann. Seine humorvolle Abschlussrede über Schule, Lehrer und Begebenheiten hatten einen hohen Unterhaltungswert. Stimmungsvoll gestalteten die RSB-Big-Band, die Schulband sowie die Gesangssolisten Natalie Fuß, Leni Zehtner und Samira Scholl die Abschlussfeier. Besonders beeindruckte Klarinettistin Sarah Ludwig mit der Ballade „Hello“ von Adele, die sie instrumental vortrug.

Von Roland Dietz

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