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WEISMAIN

Mein Lieblingsplatz: Wenn der Blick übers Maintal schweift

Mein Lieblingsplatz: Wenn der Blick übers Maintal schweift
Roland Dietz vor dem renovierten Zollhaus im ehemaligen Weismainer Handwerkerviertel „Höll“. Foto: red

Wo verbringen Sie, liebe Leser, Ihre Zeit am liebsten? Auf dem Balkon, in der Stammkneipe, einem stillen Platz am See, im Wald, am Staffelberg oder dem Kordigast? Natürlich bietet unser schöner Landkreis jede Menge Orte und Plätze, an denen Sie sich am wohlsten fühlen.

Lassen Sie uns an Ihrem Lieblingsplatz teilhaben und beschreiben Sie uns in Ihren Worten – gerne in Ich-Form –, was diesen Platz für Sie so einzigartig macht. Vergessen Sie bitte nicht, Ihrem Text, der zwischen 3000 und 4000 Zeichen lang sein kann, auch einige schöne Bilder anzufügen. Senden Sie alles unter dem Stichwort „Lieblingsplatz“ per E-Mail an redaktion@obermain.de. Zur Anregung empfehlen wir Ihnen die Geschichte von Roland Dietz über seine Lieblingsplätze:

Mein Lieblingsplatz: Wenn der Blick übers Maintal schweift
Der rasende Roland. Foto: red

„Ich bin ein Mensch, der lieber hinter der Kamera steht als davor, wie meine Arbeit als Berichterstatter des Obermain-Tagblatts zeigt. Vieles im Leben nimmt man als selbstverständlich hin. Deshalb habe ich mir bisher keine großen Gedanken über einen ausgesprochenen Lieblingsplatz gemacht. Als ich dann überlegte stellte ich fest, dass ich schon an vielen Orten gewesen bin, die man als Lieblingsplatz bezeichnen könnte. Gerne sehe ich meine schöne Heimat von oben. Auch im Urlaub oder bei Ausflugsfahrten habe ich Wunderbares erlebt. Überwältigend war der Blick vom World Trade Center auf das in der Nacht leuchtende New York aus fast 500 Metern Höhe, den ich 1993 bei einer kulturellen Austauschfahrt des Büttnerfachvereins Kulmbach erlebt habe. Oder auf der Vulkaninsel Lanzarote an einem schwarzen Sandstrand, wo die Lebenselemente Erde, Feuer, Wasser und Luft spürbar wurden.

„In Franken is schö, und es ist gor ka Frouch, es gibt Leut noch genuch, denna muss mäs öscht souch“
Aus einem Volkslied
Mein Lieblingsplatz: Wenn der Blick übers Maintal schweift
Lieblingsplatz im Herbst mit Sicht auf das Kleinziegenfelder Tal. Foto: Roland Dietz

Doch auch Daheim ist es herrlich. 'In Franken is schö, und es ist gor ka Frouch, es gibt Leut noch genuch, denna muss mäs öscht souch“, heißt es in einem Lied, das für mich Programm ist. Feststellen darf ich dies bei den Veranstaltungen unter dem Motto „Zeitreise“ in Weismain, wo ich in der Darsteller-Truppe den Schmied geben darf. Oft sagen sogar Einheimische „Das hab ich gar nicht gewusst, dass es hier solch schöne Ecken gibt.“ Wenn ich dann in der „Weismainer Höll“ vor dem ehemaligen Zollhaus auf die Teilnehmer warte, ist dies schon ein Lieblingsplatz. Ich kann mich leider nur noch schemenhaft an die offene Schmiede erinnern, die bis an die 1970-er Jahre mein Großonkel dort betrieben hat. Auch über die Jurastadt Weismain zu blicken, ist von vielen Stellen aus herrlich. Ich freue mich dazu beizutragen, anderen Menschen schöne Plätze und ihre Geschichte nahe zu bringen.

Mein Lieblingsplatz: Wenn der Blick übers Maintal schweift
Auf einer Bank mit Blick auf Weismain. Foto: red

Aber zurück zu meinen Lieblingsplätzen in der Heimat. Ziemlich oft mache ich Entdeckungen, wenn ich mit meinen Roller im Landkreis unterwegs bin. Vor kurzem habe ich in Gärtenroth fotografiert. Auf einer Anhöhe beim Nachbarort Schimmendorf steht eine Ruhebank. Dort zu verweilen ist traumhaft, man blickt über das weite Maintal. Östlich sieht man die Erhöhung des Juras und im Westen kann man feststellen, dass der kleine Kordigast tatsächlich einen halben Meter höher ist als der Große.

Wenn der Herbst das Kleinziegenfelder Tal in ein Farbenmeer taucht

Oder wenn man in Marktgraitz vom „Berglein“ das Rodachtal von oben sieht. In Mainroth an der „Stengleinsleite“ mit weitem Blick über das Maintal oder am Görauer Anger, wo man den Blick weit über Thüringen und das Fichtelgebirge schweifen lassen kann – das sind schon wunderbare Plätze. Wenn der Herbst die Bäume in ein buntes Farbenmeer verwandelt hat, ist ein Blick auf das Kleinziegenfelder Tal vom kleinen Parkplatz vor Arnstein etwas Besonderes. Und wenn ich auf dem Jura auf der Bank vor der Kirche Sankt Clemens in Neudorf sitze und diese anschließend besuche, spüre ich, wie schön wir es hier haben. Auch wenn ich im Frühjahr oder Sommer am Abend nach einem Termin durchs Kleinziegenfelder Tal fahre, weiß ich, dass ich einen schönen Job habe.

Mein Lieblingsplatz: Wenn der Blick übers Maintal schweift
Bei der Kirche Sankt Clemens in Neudorf über dem Jura. Foto: Roland Dietz

Wenn ich zur Ruhe kommen will, besuche ich ein Gotteshaus, auch wenn kein Gottesdienst stattfindet. Ein Lieblingsplatz ist vor dem Gnadenaltar in der Basilika Vierzehnheiligen. Wenn dann noch Georg Hagel Orgel spielt, kommt vieles zusammen, das mich sehr berührt. Eine großartige Musik, barocke Baukunst und schließlich die wunderbare Ruhe des Kirchenschiffs. Mit dem Roller von Altenkunstadt über den Jura zu einer Frühmesse um 7 Uhr am Dienstag nach Vierzehnheiligen fahren – einfach schön.

Im Gasthaus mit Freunden diskutieren und ein Seidla genießen

Ein weiterer Lieblingsplatz ist eine Gastwirtschaft, in der ich mit anderen diskutieren, mich austauschen und dabei ein heimisches Bier genießen kann. Grundsätzlich sind Lieblingsplätze für mich wo auch musiziert oder gesungen wird. Am liebsten sitze ich dabei mit meiner Tuba in der Kapelle hinten oder singe in einem Chor, aber zuhören kann auch schön sein. Also wieder ein Lieblingsplatz.“

 

Von Roland Dietz

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