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MAINROTH / MAINLEUS

Mainrother erleichtert: Mainleus steht zur Umgehung

Mit einem stillen Protest warben rund 100 Mainrother am Samstag für den Bau der Ortsumgehung für Mainroth und Rothwind-Fassoldshof. Foto: Dieter Radziej

Die Anwohner der Ortsdurchfahrt in Mainroth können aufatmen. Für den Bau der Ortsumgehung Mainroth-Rothwind-Fassoldshof in der geplanten Form hat sich der Marktgemeinderat Mainleus am Montagabend mit deutlicher Mehrheit von 16 Stimmen ausgesprochen. Nur vier Räte lehnten die Planung ab. Diese Kritiker hatten in Mainroth die Befürchtung geweckt, dass bei einem negativen Beschluss der Nachbargemeinde, zu der die betroffenen Orte Rothwind und Fassoldshof gehören, das seit Jahrzehnten geplante Projekt gefährdet werden könnte.

Mainrother erleichtert: Mainleus steht zur Umgehung
Auch Kinder wiesen mit Transparenten auf die Verkehrsbelastung hin. Foto: Dieter Radziej

„Das ist wunderbar“, kommentierte die Burgkunstadter Bürgermeisterin Christine Frieß die Entscheidung. Zwar habe sie keinen Zweifel daran gehabt, dass die Marktgemeinde zu ihrer Grundsatzentscheidung stehe, die Umgehung gemeinsam zu verwirklichen, doch Bürger aus Mainroth hatten im Rathaus angerufen und ihre Sorgen geäußert.

Christine Frieß: Mehr Lebensqualität statt Lärm und Gestank

„Der Lärm und der Gestank des Verkehrs müssen aus dem Ort raus“, betonte die Bürgermeisterin. Die Ortsumgehung sei dringend notwendig und werde die Lebensqualität der Bürger stark verbessern. Aus eigener Erfahrung wisse sie, wie stark die Belastung sei: „Man kann an der Straße sein eigenes Wort nicht verstehen.“ Daher habe sie den jahrzehntelangen Kampf der Bürger um Entlastung nach Kräften unterstützt. Jetzt hoffe sie, dass das Planfeststellungsverfahren bald zum Abschluss komme, damit gebaut werden könne.

„Ich freue mich sehr, dass es weitergehen kann“, sagte Stadtrat Günter Knorr (CSU) aus Mainroth. Nach der Kritik bei der Mainleuser Bürgerversammlung habe er schon Zweifel gehabt, bis sich die Anlieger der Bundesstraße schließlich klar für das Projekt ausgesprochen hatten. Der Trassenverlauf sei vorgegeben, aber jetzt gelte es, gemeinsam das Beste herauszuholen.

Bürgerbeteiligung: Hoffnung auf Anerkennung der Ausgleichsflächen

Dabei hoffe er auf eine rege Bürgerbeteiligung. Gerade bei den Ausgleichsflächen durch die Mainroth wegen des Kiesabbaus schon stark belastet sei, hoffe er auf ein Entgegenkommen. So sollten die 50 Hektar Fläche, die dafür naturnah umgewandelt wurden, als Ausgleichsfläche für die Umgehung anerkannt werden, damit nicht noch mehr Ackerland verloren gehe.

Mainrother erleichtert: Mainleus steht zur Umgehung
Der Bau der Ortsumgehung liegt den Mainrothern am Herzen. Foto: Dieter Radziej

Auch der Mainleuser Bürgermeister Robert Bosch zeigte sich zufrieden mit der Entscheidung für die Trasse. Er sei ein Befürworter der Verkehrsentlastung für die geplagten Anwohner der B 289. Nachdem der Marktgemeinderat sich bereits vor zehn Jahren einstimmig für den Bau der Ortsumgehung ausgesprochen hatte, habe die Marktgemeinde im Zuge des Planfeststellungsverfahrens jetzt nochmals die Bürger dazu angehört. In der jüngsten Bürgerversammlung überwogen die kritischen Stimmen, die vor einer Verlagerung der Verkehrsbelastung warnten. Doch auch zahlreiche Befürworter der Umgehung meldeten sich im Zuge der ausführlichen Diskussion im Rathaus, so Bosch.

Um die Anwohner, die durch die Umgehungsstraße einer höheren Lärmbelastung ausgesetzt werden, zu schützen, hat der Marktgemeinderat neben dem Grundsatzbeschluss noch eine Forderung nach Lärmschutzmaßnahmen für diese Anwohner verabschiedet. „Bei den betroffenen Häusern wird zwar der Grenzwert von 54 Dezibel nicht überschritten, aber da er genau erreicht wird, ist der Bund hier gefordert, zum Schutz der Betroffenen mehr zu tun, als es vorgeschrieben ist“, betonte Robert Bosch.

Anwohner klagen: Rund 9000 Fahrzeuge rollen täglich durch Mainroth

_ Foto: Dieter Radziej

Wie sehr der Bau der Umgehung den Mainrothern am Herzen liegt, hatten rund 100 Bürgern mit einem stillen Protest entlang der Ortsdurchfahrt am Samtag demonstriert, wie berichtet. „Lärm und Gestank machen uns krank“, „Fünf Tote sind genug“ und „Die Umgehung kennt keine Landkreisgrenze“, lauteten die Appelle auf den Transparenten, die sie den rollenden Autofahrern entgegenhielten. An einer Bundesstraße mit einem täglichen Verkehrsaufkommen von rund 9000 Fahrzeugen gebe es keine Lebensqualität kritisierten sie. Zu Lärm und Abgasen komme noch die Unfallgefahr hinzu. Auch die Bausubstanz sei durch den Schwerlastverkehr gefährdet, wie jüngst der Einbruch von Felsenkellern unter der Fahrbahn gezeigt habe.

Außerdem äußerten sie ihre Sorge, dass bei einer Ablehnung der Umgehung durch die Marktgemeinde auch das gute Miteinander der drei Orte, die bis zur Gemeindegebietsreform in den 1970-er Jahren eine Gemeinde gebildet hatten, leide. So arbeiten die Bürger landkreisübergreifend nicht nur im Gartenbauverein Mainroth und Umgebung und in der Spielgemeinschaft Roth-Main zusammen.

Von Gerhard Herrmann

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