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ALTENKUNSTADT

Lösung für gesperrten Bahnübergang in Mainklein?

Lösung für gesperrten Bahnübergang in Mainklein?
Der Bahnübergang in Mainklein ist voraussichtlich noch bis Ende September gesperrt. Bürgermeister Robert Hümmer will sich bei der Bahn nach einer Lösung für Pendler erkundigen. Foto: Stephan Stöckel

Wer vom Altenkunstadter Ortsteil Maineck über den Burgkunstadter Ortsteil Mainklein nach Kulmbach pendeln möchte, muss sich weiterhin in Geduld üben: Bis zum Ende der Bauarbeiten, die sich bis Ende September hinziehen können, soll der Bahnübergang Mainklein „Ost“ wegen Gleisbauarbeiten gesperrt bleiben. Die Pendler müssen einen weiten Umweg über Alten- und Burgkunstadt in Kauf nehmen. „Für die Betroffenen ist das hart“, fand Bürgermeister Robert Hümmer in der Bauausschusssitzung am Dienstagabend deutliche Worte.

Gunter Czepera (CSU), der das Thema bereits in der Maisitzung angesprochen hatte, verwies darauf, dass auch noch die Ausweichroute über Rothwind gesperrt sei. „Jetzt ist alles komplett dicht“, sagte er. Hümmer erklärte auf Nachfrage von Georg Deuerling von den Freien Bürgern der Ortsteile (FBO), dass die Rettungskräfte durchgelassen würden. Was für Rettungsfahrzeuge möglich sei, müsse doch auch für normale Autos gehen, meinte Zweiter Bürgermeister Marco Weidner von der Jungen Wähler Union (JWU), der sich für eine Intervallöffnung des Übergangs aussprach. Hümmer will sich bei der Bahn nach einer Lösung für die Pendler erkundigen.

Die Zeitschiene für die Erschließung der Baugebiete in Pfaffendorf und Baiersdorf steht. Am 26. Juni werden laut Hümmer die zwei Baumaßnahmen im Staatsanzeiger veröffentlicht. Unternehmen hätten dann bis zum 23. Juli rund vier Wochen Zeit Angebote abzugeben. Am 4. August erfolge die Vergabe im Gemeinderat, so der Bürgermeister.

Landratsamt pfeift Bauausschuss zurück

Ausgerechnet an seiner Grundstücksgrenze, an der ein Feldweg entlang führt, möchte ein Einwohner aus dem Ortsteil Prügel eine Vierfachgarage errichten. Um brenzlige Situationen zwischen landwirtschaftlichen Fahrzeugen und aus der Garage ausfahrenden Autos zu verhindern, hatte der Bauausschuss im Mai das Vorhaben abgelehnt. Jetzt folgte die Retourkutsche – allerdings nicht vom Antragsteller, sondern vom Landratsamt. Die Behörde stellte klar, dass die Abstandsfläche der Garage, die sich bis zur Mitte der Verkehrsfläche erstrecken dürfe, eingehalten werde. Zudem sei auf dem Feldweg mit keinem erhöhten Verkehrsaufkommen zu rechnen. Der ablehnende Beschluss musste somit wieder aufgehoben und das gemeindliche Einvernehmen erteilt werden.

Dreistigkeit eines Bürgers in Maineck nicht belohnt

Vor vollendete Tatsachen stellte ein Bürger die Gemeinde und das Landratsamt im Ortsteil Maineck. Im Außenbereich errichtete er eine Rundzelthalle. Im Nachgang reichte er eine Bauvoranfrage bei der Gemeindeverwaltung ein. Um eine Zersiedlung von Orten zu vermeiden, sind im Außenbereich von Kommunen nur privilegierte Bauvorhaben erlaubt. Dazu zählen laut Baugesetzbuch vor allem solche von Land- und Forstwirten. Obgleich in dem Gebäude Heu und Stroh gelagert werden sollen, stellte Hümmer klar, dass keine Privilegierung vorliege. Das Landratsamt teilte mit, dass es dem Vorhaben nur zustimmen werde, wenn es in Richtung einer bereits bestehenden Gartenhütte verschoben werde. Das gemeindliche Einvernehmen wurde einstimmig versagt.

Wie geht es nun mit dem widerrechtlich errichteten Gebäude weiter? „Die Bauaufsicht des Landratsamtes wird sich des Falles annehmen und eine einvernehmliche Lösung mit dem Antragsteller suchen. Das Gebäude muss abgerissen oder - wie vom Landratsamt vorgeschlagen - versetzt werden“, erläuterte Johannes Oppel von der Bauverwaltung auf Nachfrage dieser Zeitung.

Der Antrag eines Ehepaares, ein Wohnhaus im Außenbereich von Maineck zu errichten, hatte das Gremium zunächst ablehnen müssen. Inzwischen fanden beide einen anderen Standort im Außenbereich, der die Möglichkeit bietet, über eine Abrundungssatzung zu bauen. „Bei einer solchen handelt es sich um eine vereinfachte Form eines Bebauungsplanes, in dem festgelegt wird, wo und wie gebaut wird“, erläuterte Johannes Oppel von der Gemeindeverwaltung. Das gemeindliche Einvernehmen wurde einstimmig erteilt.

Georg Deuerling wies den Bürgermeister darauf hin, dass an der Einfahrt zur Kläranlage im Ortsteil Zeublitz eine Absturzsicherung fehle. Gunter Czepera regte an, das WC im Mainecker Leichenhaus zu öffnen und zu prüfen, wer nach einer Öffnung für den Unterhalt zuständig sei.

Kritik am rüden Ton des Wertstoffmitarbeiters

Gemeinderat Steffen Domschke (FBO) hatte mit seinem Firmenfahrzeug private Gartenabfälle am Wertstoffhof bei Prügel abgeliefert. Sehr zum Missfallen des dortigen Mitarbeiters, dessen rüden Ton der Dachdeckermeister kritisierte. „Mit seinen Vorgängern konnte man sich vernünftiger unterhalten“, sagte der Baiersdorfer. Hümmer erklärte, dass es sich um einen Mitarbeiter des Landratsamtes handele. Die Behörde sei über das schroffe Verhalten, das ihr Mitarbeiter mitunter an den Tag lege, bereits informiert worden, ergänzte Hans-Werner Schuster (CSU).

Vergaben

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit hatte das Gremium im Mai acht Aufträge vergeben, die Hümmer nun bekanntgab.

• Die Planungsgesellschaft für Ingenieurbau und Verkehrsanlagen USS Consult aus Naila wurde mit der Berechnung des Wasserleitungsnetzes der Gemeinde Altenkunstadt beauftragt. Kostenpunkt: 19 992 Euro.

• Die Wartung der Hydranten wurde an die Fink Leistungsmesstechnik GmbH mit Sitz im oberbayerischen Dorfen vergeben. Die Kosten pro Hydrant belaufen sich auf 70 Euro.

• Der Kordigastweg, der saniert worden war, erstrahlt wieder in neuem Glanz. Mit der Belieferung von Schotter hatte man das Lichtenfelser Transportunternehmen Gutgesell zum Preis von 6688 Euro beauftragt.

• Im Ortsteil Woffendorf wird derzeit von den Aktiven ein neues Feuerwehrgerätehaus gebaut. Den Beton lieferte die Dietz Recycling- und Baustoffgesellschaft aus Weismain für 6684, den Schotter- und Splitt die Firma Stefan Stenglein Transporte aus Mainleus für 2135 und den Ölabscheider die Baustoff-Fachhandel Batzner mit Sitz in Bad Staffelstein für 1790 Euro.

• Im Haus Galgenberg 2, in dem sich mehrere Gemeindewohnungen befinden, erneuerte die Firma Casper aus Altenkunstadt nach einem Wasserschaden ein defektes Abflussrohr zum Preis von 2165 Euro und reparierte die Heizungsanlage für 1842 Euro.

Von Stephan Stöckel

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