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Leserforum: Lieber nur ein Rathaus, aber ein Hallenbad

Nein, man hat es nicht wirklich gewollt, ein Lehrschwimmbecken im Raum Burgkunstadt, Altenkunstadt und Weismain. Nachdem das Lehrschwimmbecken in Burgkunstadt 1996 geschlossen werden sollte, führte die DLRG es kostendeckend bis 2010, als es für die Erweiterung er Realschule abgerissen wurde. In Bad Staffelstein wurde das Kreishallenbad geschlossen, aber ein neues Freizeitbad errichtet – auch mit finanzieller Beteiligung des Landkreises Lichtenfels. Dass sich viele Bürger über diese ungleiche Behandlung bei Schwimmen, Baden und Gesundheitsvorsorge verärgert sind, ist wohl verständlich. Ebenso darüber dass der Landkreis Lichtenfels sich für einen Hallenbadneubau im östlichen Landkreis nur mit etwa einem Prozent der Kreisumlage (500 000 Euro) beteiligen wollte, während jährlich 200 000 Euro aus dem Oberen Landkreis in die Obermain Therme Bad einfließen.

Auch der ab 2017 von Bürgermeister Hümmer favorisierte Badneubau in Altenkunstadt in unmittelbarer Nähe von Hauptschule und Sportgelände konnte nicht realisiert werden. Jedes Jahr wurde von den Räten in Altenkunstadt über nicht belastbare Zahlen und über nicht abgesicherte Zuschüsse und Beteiligungen vom Staat diskutiert, anstatt gemeinsam mit DLRG und auch zusammen mit dem Verein für Kommunale Zusammenarbeit belastbare Fakten zu schaffen, die einen Neubau rechtfertigten würden.

Beim Verein für Kommunale Zusammenarbeit sind zwei Architekten im Vorstand und ein Mitglied war bereit, einen Zuschuss von über 225 000 Euro zur Verfügung zu stellen, um für den Anteil des Stadt Weismain zu bürgen.

Durch immer weitere Verzögerungen und die enormen Preissteigerung in der Baubranche stiegen die Kosten für einen Neubau: Von 2013 noch 3,984 Millionen Euro auf 6,4 Millionen Euro und der Eigenanteil Altenkunstadts von 1,4 auf 1,7 Millionen Euro.

Leidtragende der Entscheidung gegen ein Lehrschwimmbecken sind die Bürger, vor allem unsere Kinder und Enkel, die nicht die Möglichkeit haben, das Schwimmen in gesicherten Umgebung eines Lehrschwimmbeckens zu lernen.

Ist es nicht auch Pflichtaufgabe der Kommunen, dafür zu sorgen, dass ihre Kleinkinder am Babyschwimmen teilnehmen können, Kinder die Möglichkeit haben, das Schwimmen in gesicherter Umgebung zu lernen, dass Erwachsene dem gesündesten Sport, dem Schwimmen, nachgehen können, dass Ältere in den Genuss von Schwimmen oder Wassergymnastik kommen, dass Schwimm- und Sportvereine hier trainieren können, dass DLRG und Wasserwacht hier ihre Ausbildung machen können, um anderen Menschen helfen zu können? Dass Schüler der Grund- und Hauptschulen, von Realschule und Gymnasium regelmäßig Schwimmuntericht? Ob dies rechtlich oder eine moralische Pflichtaufgabe ist, sollte nicht zur Diskussion stehen.

Es wird in den nächsten Jahren kein Hallenbad am Obermain geben, weil zu lange zu unentschlossen mit immer neuen absurden Einwänden der Bau verzögert wurde, obwohl die Fördermittel 4,5 Millionen Euro betrugen.

SPD, FW, FBO, Grüne, JWU werden sich in Zukunft fragen müssen, was ihre, nach unserer Meinung falsche, Entscheidung für die Bürger bedeutet. Kommunen und Schulen werden sich fragen müssen, wie sie den Schwimmuntericht an den Schulen organisieren.

Angesichts dieser Situation sollte nachgedacht werden, wo die Kommunen Burgkunstadt, Altenkunstadt und Weismain sparen können. Brauchen wir drei Bürgermeister plus Stellvertreter, reicht nicht eine Verwaltung, ein Standesamt, ein geschäftsführender Beamter eine Kassenverwaltung und ein Stadtrat mit rund 20 Mitgliedern und ein Bauhof für die drei Kommunen? Könnten hier nicht immense Summen eingespart werden die für notwendige Dinge zu Gunsten der Bevölkerung? Darüber muss öffentlich diskutiert werden. en Diskussion aufrufen.

am Obermain.

Volker Thormählen Vorsitzender Verein für kommunale Zusammenarbeit, Altenkunstadt

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