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ALTENKUNSTADT

Kritik der JWU: Wegen Schulsanierung kein Geld für ein Bad?

Kritik der JWU: Wegen Schulsanierung kein Geld für ein Bad?
Kritik am Erscheinungsbild der Neumühle mit dem neuen Mühlrad übten die Mitglieder der Jungen Wähler Union Altenkunstadt. Foto: Roland Dietz

Diskussionsbedarf hatten die Mitglieder der Jungen Wähler Union Altenkunstadt bei der Jahreshauptversammlung in Strössendorf. Im Mittelpunkt standen aktuelle politische Themen vom Lehrschwimmbecken bis zur Neuen Mitte. Vorsitzender und Zweiter Bürgermeister Marco Weidner freute sich über den guten Besuch.

Die Entscheidung über den Bau eines Lehrschwimmbeckens habe der Gemeinderat bis 2024 verschoben. „Ob das Thema dann, wegen der schwierigen Finanzsituation mehr oder weniger beendet sein wird, muss die Zeit zeigen“, meinte Marco Weidner. „Schließlich gibt es noch den Bürgerentscheid, der zu respektieren ist.“ Er sei skeptisch, ob dann nochmals von einem privaten Geldgeber aus Weismain oder seitens der Stadt Burgkunstadt Geld zu erhalten sein werde.

Limmer: Kosten für Schulsanierung werden auf 14 Millionen Euro steigen

„Ein Neubau der Grundschule am Sportgelände wäre der einzig richtige Weg gewesen und nicht die Sanierung an der Baiersdorfer Straße“, kritisierte Walter Limmer. Die Kosten einer Sanierung waren 2018 auf 8,7 Millionen Euro geschätzt worden, doch inzwischen stehe man bei 11,45 Millionen Euro und werde wohl bei fast 14 Millionen Euro herauskommen. „Ein Neubau von Schule und Bad wären zusammen gelaufen, das jetzige Ergebnis ist ernüchternd“, bedauerte er. Weil die Schule noch nicht fertig ist, müsten die Kinder immer noch in Containern unterrichtet werden. Je nach Wetterlage könne man dort von einer Temperaturampel sprechen: „Fenster auf – Fenster zu“. Die Renovierung sei, wie von der JWU vorausgesagt, völlig überteuert und ein Lehrschwimmbecken werde es nach jetzigem Stand nicht geben. „Es wurden Synergieeffekte einfach verschenkt“, machte er seinem Unmut Luft. Auch die Mittelschule und die Kordigasthalle seien dringend renovierungsbedürftig.

Kritik der JWU: Wegen Schulsanierung kein Geld für ein Bad?
Nachdem der obere Teil der Gestaltung der Neuen Mitte angeschlossen ist, freut sich adie JWU schon auf das Gesamtergebnis. Foto: Roland Dietz

Gemeinderätin Rebecca Mätzke-Zapf ergänzte, dass es viele Nachträge bei der Renovierung der Grundschule gebe. Dazu gebe es Unzulänglichkeiten wie sie beim Bau vorkommen, die Mehrkosten verursachen. Das sei auch ein Hemmnis für künftige Investitionen, ergänzte Gemeinderat Michael Limmer.

Als gutes Projekt wurde die „Neue Mitte“ bezeichnet. „Es hat sich schon einiges getan“, erklärte Vorsitzender Marco Weidner. „Es ist schon jetzt prima, wenn sich Menschen – egal ob in oder vor der Gastronomie, der Eisdiele oder den Sitzmöglichkeiten beim Friedrich-Baur Alten und Pflegezentrum – zusammensetzen und miteinander kommunizieren.“

Wenn es auch anders dargestellt werde, könne sich die Gemeinde eine Erneuerung der Anlagen am Bootshaus, die ersten Schätzungen zufolge 1,6 Millionen Euro kosten könnten, nicht leisten, warnte Weidner. Auch eine Förderung des Amtes für ländliche Entwicklung (ALE) werde es dafür nicht geben.

Vordringlich wäre die Sanierung der Hochbehälter

„Es gäbe genügend Aufgaben, die zu erledigen sind, und bei denen die Gemeinde in der Pflicht steht“, sagte dazu Rebecca Mätzke-Zapf. Trinkwasser sei mit das höchste Gut und um die Versorgung weiter zu gewährleisten, müssten die Hochbehälter zeitnah saniert werden. Die Dauer der Schulsanierung und der Kanalarbeiten in Baiersdorf monierte Martina Mätzke, denn für Anwohner und Verkehrsteilnehmer sei es dort im Moment nicht gerade leicht.

Keine Lösung sei für die Verbesserung des Mühlrades an der Neumühle in Sicht, das ein alles andere ein positives Erscheinungsbild biete. Dennoch waren sich die Mitglieder einig, nach einer besseren Möglichkeit, vor allem was die Optik betrifft, zu suchen.

Einen kurzen Bericht aus dem Kreistag gab Marco Weidner. Im Mittelpunkt standen das Klinikum und dessen Träger Regiomed. Dass nicht nur die prognostizierten Verbesserung der Finanzsituation nicht eingetreten ist, sondern auch die Geschäftsführer von Regiomed gehen, sei alles andere als positiv zu sehen.

Schatzmeisterin Sandra Dietz berichtete von einem soliden Kassenstand. Obwohl nur wenige Aktivitäten möglich waren, sei sogar ein kleines Plus erwirtschaftet worden. Diskutiert wurde außerdem über die weitere Möglichkeit für die Abbringungen von Photovoltaik- Anlagen und die Ableitung von Regenwasser bei starken Niederschlägen.

 

Von Roland Dietz

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