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BURGKUNSTADT

Kritik an Schließung eines Bahnübergangs in Mainroth

Kritik an Schließung eines Bahnübergang in Mainroth
Der Bahnübergang Mainroth-West, an dem zurzeit Baumarbeiten stattfinden, soll nach Informationen des Eisenbahn-Bundesamtes geschlossen werden. Dagegen laufen die Mainrother Sturm. Foto: Dieter Radziej

Für Aufregung im Stadtrat Burgkunstadt sorgte die Ankündigung des Eisenbahn-Bundesamtes, dass der Bahnübergang Mainroth-West geschlossen werden soll. Die Regierung von Oberfranken hatte mitgeteilt, dass ein Anhörungsverfahren für die Auflassung erfolge. „Das bedeutet im Klartext, dass es künftig in Mainroth nur noch als einzigen Bahnübergang den in der Horlache geben würde, über den der gesamte Verkehr abgewickelt werden müsste“, sagte Bürgermeisterin Christine Frieß.

Obwohl dieser recht eng bemessen sei und kein Gehsteig bestehe, würden dort dann der landwirtschaftliche Verkehr, Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer aufeinandertreffen. Zahlreiche Landwirte nutzten den Übergang, da die Höfe überwiegend nördlich der Bahnlinie liegen, die landwirtschaftlichen Flächen jedoch meist südlich. Zwischenzeitlich wurde eine Beschilderung angebracht, die das Befahren dieses Übergangs mit Fahrzeugen, die länger als sechs Meter sind, untersagt.

Obwohl die Ortsumgehung betroffen wäre, weiß das Straßenbauamt nichts

Verwundert zeigte sich die Räte darüber, dass nach Informationen der Stadtverwaltung das Staatliche Bauamt in Bayreuth von der geplanten Auflassung des Bahnübergangs keine Kenntnis hat. Sie warnten vor Auswirkungen auf den geplanten Bau der Ortsumgehung der B 289 bei Mainroth, Rothwind und Fassoldshof. Betroffen wären insbesondere das Bauablaufkonzept, die Wegeverbindungen und das gesamte Erschließungskonzept. Auch wenn die Planunterlagen der Deutschen Bahn AG noch nicht vorliegen, werde die Stadt Kontakt mit dem Vorhabensträger aufnehmen und eine Stellungnahme abgeben, kündigte Bürgermeisterin Christine Frieß an.

„Der Bahnübergang Mainroth-West muss zwingend bestehen bleiben“, forderte Günter Knorr (CSU). Marco Hennemann (CSU) erinnerte daran, dass vor etwa 18 Jahren drei Bahnübergänge in Mainroth bestanden und bei der Schließung von Mainroth-Ost habe die Bahn zugesagt, dass dafür der Bahnübergang Mainroth-West bestehen bleibe. Für Diskussionen sorgte ein Antrag des Bürgervereins auf Veröffentlichung der Sitzungsvorlagen über das vorhandene Bürgerinformationssystem.

Kritik an Schließung eines Bahnübergang in Mainroth
Drei Bahnübergänge gab es früher in Mainroth. Jetzt plant die Bahn, dass nur noch der Übergang in der Horlache erhalten bleiben soll. Dagegen regt sich Widerstand. Foto: Dieter Radziej

Veröffentlichung könnte Interesse der Bürger an Politik wecken

Die Verwaltung wies darauf hin, dass der Landesbeauftragte für den Datenschutz dies zwar als zulässig einschätze, aber aus datenschutzrechtlicher Sicht von einer Veröffentlichung von bereinigten Sitzungsunterlagen im Internet abrate. Diese Auffassung teilte die CSU-Fraktion, wie Günter Knorr darlegte.

Für eine Veröffentlichung warb Dr. Ulrike Dinglreiter (Bürgerverein), um damit das Interesse an der Stadtratsarbeit zu wecken und die Bürger besser am Stadtgeschehen teilhaben zu lassen.

Eine Beeinflussung der Meinungsbildung, wie es angeklungen war, konnte sie nicht erkennen. Vor den Kommunalwahlen sei es ein Anliegen aller Parteien gewesen, mehr Transparenz in die Stadtratsarbeit zu bringen, erinnerte Dieter Schmiedel (SPD). Eine Veröffentlichung der Sitzungsunterlagen über sechs Monaten auszuprobieren und danach neu zu beraten, schlug Sebastian Callens (Grüne) vor. Dieser Antrag wurde schließlich beschlossen, nachdem der Beschlussvorschlag der Verwaltung, von der Veröffentlichung abzusehen, abgelehnt worden war.

Aus dem Stadtrat

Bürgermeisterin Christine Frieß informierte über den beabsichtigte Abbruch der Gebäude der ehemaligen Firma Hühnlein und den geplanten Bau des Projekts für Betreutes Wohnen der Friedrich Baur-Stiftung an gleicher Stelle, die geplante Tagespflege des Roten Kreuzes am Mühlbach. Wegen Schäden an der Verbindungsstraße Kirchlein–Weides sei die Stadt bereits tätig. Nach den Förderrichtlinien des Landessportverbands mussten Vertragsinhalte bei der Verlängerung des Pachtvertrages mit dem 1. FC Burgkunstadt für den Sportplatz neu gefasst werden, etwa die Unkündbarkeit. Die Laufzeit endet somit am 31. Dezember 2047. Der Pachtzins wurde auf 420 Euro im Jahr festgesetzt, ebenso die Unterhaltskosten sowie der Räum- und Streudienst festgeschrieben.

Beschlossen wurde die Einbeziehungssatzung „An der Salzrinne“ in Kirchlein, nachdem es bei der Auslegung keine Einwände gegeben hatte.

Die Verwaltung informierte zudem darüber, dass aufgrund des Baus eines Umspannwerkes in Neuses am Main derzeit die maroden öffentlichen Feld- und Waldwege vom Bahnübergang in Neuses bis zum Abzweig des Umspannwerkes durch den Vorhabensträger auf eigene Kosten neu gebaut werden. Demnach verbleibe noch ein unsaniertes Teilstück in Richtung Weidnitz von rund 300 Metern. Auf Initiative der Landwirte und der Jagdgenossenschaften Weidnitz und Neuses wurde für dieses Reststrecke ein Kostenanteil von etwa 45 000 Euro ermittelt. Da die Jagdgenossenschaft 10 000 Euro übernehmen wolle und auf dem Verwahrkonto der Stadt für Schäden an dieser einstigen Umleitungsstrecke rund 10 000 Euro zur Verfügung stehen, wurde bei drei Gegenstimmen beschlossen, das die Stadt die restlichen 25 000 tragen soll.

Für die Eigenüberwachung der Abwasserkanäle 2020, insbesondere die Optische TV-Inspektion mit den zugehörigen Reinigungsmaßnahmen, wurden die erforderlichen Arbeiten durch das Ingenieurbüro Miller ausgeschrieben. Der Auftrag wurde an die Firma Kuchler GmbH aus München für 251 923 Euro vergeben.

Aus nichtöffentlicher Sitzung berichtete die Bürgermeisterin von Beschlüssen für einen Grundstückstausch in Hainweiher (20 Quadratmeter am ehemaligen Feuerwehrhaus), die Unterstützung der Kulturgemeinde Burgkunstadt bei der Ausrichtung der Kunsttage 2021. Die Stadt wird einen Auszubildenden für den Beruf des Verwaltungsangestellten zum September 2021 einstellen. Neu einstellt wurden Elke Grothues (Verwaltung), Christian Ruß (Wasserwerk), Bernd Schmidt (Hausmeister Grundschule) und Max Mantel (Forst und Baumkontrollen).

 

Von Dieter Radziej

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