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ALTENKUNSTADT

Konzert im Seniorenzentrum: Balsam für die Seele

Mit Werken berühmter Komponisten begeisterten (v. li.) Tenor Martin Fösel, Pianistin Susanne Strauss und Rebekka Wagner (Violine) bei einem Konzertnachmittag im Innenhof des Friedrich-Baur-Seniorenzentrums in Altenkunstadt. Foto: Bernd Kleinert

„Für Senioren ist die Corona-Krise mit all ihren Beschränkungen eine schwere Zeit. Wir möchten deshalb mit unseren Darbietungen Ihnen eine kleine Freude machen, zugleich aber auch den Menschen danken, die sich aufopferungsvoll um sie kümmern“, stellt Martin Fösel fest. Das Konzert, mit dem drei hochkarätige Musiker die Bewohner und Mitarbeiter des Friedrich-Baur-Seniorenzentrums in Altenkunstadt überraschten, wird den Zuhörern noch lange in guter Erinnerung bleiben.

Die Veranstaltung ermöglicht hat die in München beheimatete Internationale Stiftung zur Förderung von Kultur und Zivilisation. 1995 von Erich Fischer gegründet, möchte sie vor allem älteren Menschen mit musikalischen Darbietungen auf hohem künstlerischem Niveau schöne Stunden bereiten. „Denn Musik ist die Sprache der Engel“, betont Fösel.

Manche Senioren lauschen vom Fenster ihrer Zimmer aus

Das Konzert findet unter freiem Himmel im Innenhof des Seniorenzentrums statt. Die Stühle sind so gestellt, dass zwischen den Zuhörern und zu den Mitwirkenden genügend Abstand gehalten wird. Denn Sicherheit ist in Corona-Krisenzeiten oberstes Gebot. Manche Heimbewohner lauschen dem Konzert in ihren Zimmern durch das geöffnete Fenster. Am Zaun stehen einige Kinder.

Unter dem Motto „Durch Länder und Jahrhunderte“ präsentieren drei Musiker eine Stunde lang Werke bekannter Komponisten. Rebekka Wagner, die an der Hochschule für Musik in Nürnberg studierte, begeistert auf der Violine. Susanne Strauss brilliert am Klavier. Die Konzertpianistin, die in Nürnberg und Dettmold ihr Studium absolvierte, gehört den Bamberger Symphonikern an und hat sogar eine eigene Konzertreihe. Martin Fösel glänzt mit seiner ausdrucksstarken Tenorstimme. Der Oberfranke, der in Salzburg studierte, führt humorvoll und charmant durch das Programm.

Die mit amüsanten Anekdoten gewürzte „Reise durch Länder und Jahrhunderte“ gestaltet sich für die Zuhörer zu einem kurzweiligen Klangerlebnis. Aufmerksam lauschen sie den Werken großer Meister wie Georg Friedrich Händel, Ludwig van Beethoven und Wolfgang Amadeus Mozart, der Fösel zufolge mit seiner Musik auf jedes Gesicht ein Lächeln zu zaubern vermag. Auf einem Gedicht von Johann Wolfgang von Goethe basiert das Kunstlied „Das Heideröslein“ („Sah ein Knab ein Röslein stehn“) aus der Feder von Franz Schubert.

Beim „Ungarischen Tanz“ kommt Stimmung auf

Als Ohrenschmaus erweisen sich Auszüge aus der Oper „Der Barbier von Sevilla“ von Gioacchino Rossini. „Der große italienische Komponist war so erfolgreich, dass er sich bereits mit 40 Jahren zur Ruhe setzen konnte“, erzählt Martin Fösel. Rund 200 Werke entstammen der Feder des Komponisten August Nölck. Als Kostprobe Schaffens präsentieren die Künstler einen „Ungarischen Tanz“. Bei der musikalischen Reise an den Balaton und in die Puszta kommt im Publikum Stimmung auf. Musik zum Träumen und ein gemeinsam gesungenes Volkslied runden das Konzert ab.

Mit Beifall, der von Herzen kommt, honorieren die Zuhörer die Darbietungen. „Das war Balsam für die Seele“, lobt Ergotherapeutin Karina Schmitt vom Sozialen Dienst. Den Dank des Publikums übermittelt Heimbeirat Ludwig Groß.

Von Bernd Kleinert

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