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Kleine Bootsbauer bei Ferienaktion in Erlach groß in Form

Kleine Bootsbauer bei Ferienaktion in Erlach groß in Form
Beim Sägen hilft Eckart Henzler dem Jungen Roman aus der Ukraine. Foto: Roland Dietz

Besonders beliebt beim Jugend-Sommerferien-Programm ist der Bastelkurs „Väter und Kinder am Wasser“ auf dem Henzler-Hof in Erlach. Kein Wunder, regt der passionierte Holzschnitzer und Pädagoge Eckart Henzler doch die Kreativität und Fantasie von Jung und Alt an.

Auch Kinder, die mit ihren Müttern aus der Ukraine geflohen waren, hatten viel Spaß im kleinen, offenen Handwerkeratelier. Für Jungs wie Roman und für die Mütter war es eine schöne Gelegenheit, in idyllischer Umgebung ihre bedrückende Situation zu vergessen. Begeistert waren sie auch darüber, dass Eckart Henzler mit ihnen Russisch sprach, denn nach seinem Studium der Kunst und Kunsttherapie arbeitete er zwölf Jahre lang in Russland.

„Es ist schön etwas zu machen, bei dem die Kinder mit viel Freude dabei sind.“
Eckart Henzler, Holzschnitzer und Kunstpädagoge

„Es ist schön etwas zu machen, bei dem die Kinder mit viel Freude dabei sind“, sagte Henzler. Ihnen mache es Spaß, sich handwerklich auszuprobieren. Beim gemeinsamen Werken sei auch die Verständigung für die Jungs aus der Ukraine keine große Schwierigkeit. „Kinder werfen keine Raketen aufeinander, die sind einfach nur gut drauf“, betonte er. Daher sei es wichtig, dass die Geflüchteten in Deutschland eine gute Aufnahme finden. Bald ging es im Henzler-Hof zu wie in einer Modellschiff-Werft. Der Ideenreichtum der Kinder der Kinder kannte kaum grenzen und die Väter halfen bei der Umsetzung. Die Kinder nahmen Maß und sägten Holzlatten zurecht. Es wurde gehobelt und mit dem Stechbeitel Vertiefungen in das Werkstück geschlagen. Manchmal wirkten die Väter fast motivierter als ihre Kinder.

Kleine Bootsbauer bei Ferienaktion in Erlach groß in Form
In ihrem Bastelelement versunken sind Michael und Lena Hammel beim Sägen von Holteilen für ihr Boot. Foto: Roland Dietz

Michael Hammel aus Kleukheim und seine Tochter Lena waren bereits zum dritten Mal dabei. „Eigentlich hat sie uns angemeldet, ihr hat es scheinbar immer richtig Spaß gemacht“, sagte der Vater. Eines wurde schnell deutlich: Alle haben ihre Boote etwas größer angelegt, damit sie bei ihrer ersten Fahrt auf dem Wasser keinen Schiffbruch erleiden und umkippen.

Sophia baut ein Floß aus Nussbaumzweigen

David Kase und seine Tochter Sophia waren das erste Mal dabei. Und sie haben sich etwas Besonderes ausgedacht, indem sie Nussbauzweigee gleichmäßig zersägten und zu einem Floß zusammenbanden. „Es ist schön das sie auch handwerkliche Talente zeigt“, lobt der Vater Lena. „Egal welchen Geschlechtes: Handwerker werden gebraucht“ meint er lächelnd.

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Ein eindrucksvolles Boot hat Xenia beim Ferienkurs gebaut. Foto: Roland Dietz

Wenn es mal bei einem Arbeitsschritt nicht so klappt, ist Holzexperte Eckart Henzler schnell da und gibt gerne Hilfestellung. Auf seine fremdsprachigen Gäste hat er an diesem Tag ein besonderes Augenmerk. Das Schiff, das Roman und seine Mutter Julia aus der Ukraine bauten, ähnelte schließlich mehr einem Schnellbot als einem Segelschiffchen.

Andere wiederum waren schon bei den Feinarbeiten. So brachte mancher neben kunstvoll geschnitzten Masten sogar Steuerruder und einen Mastenausguck an.

In der Weismain treiben die Schiffchen schnell davon

Zufrieden und stolz betrachteten Xenia und ihr Vater Thorsten Wehrsdorfer ihr Werk. Wobei eines klar ist: Jedes selbst gebaute Schiffchen ist ein Unikat. In der Weismain, die vor dem Anwesen der Henzlers vorbeifließt, wurde die Boote schließlich zu Wasser gelassen. Rasch trieben sie mit der relativ starken Strömung flussabwärts, wo sie Eckard Henzler sie wieder herausholte.

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Ein Segel für ihr Floß aus Haselnussästen basteln Sophia und ihr Vater. Foto: Roland Dietz

Egal ob Vater oder Kind – alle Teilnehmer waren begeistert und fuhren mit ihren selbstgebauten Schiffchen nach einem erlebnisreichen Tag wieder nach Hause.

 

Von Roland Dietz

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