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ALTENKUNSTADT

Innenrenovierung der Altenkunstadter Pfarrkirche beginnt

Innenrenovierung der Altenkunstadter Pfarrkirche beginnt
Im Zuge der Generalsanierung der Kirchenorgel wurden von einer polnischen Firma unter anderem die Pfeifen gereinigt, der Holzaufbau restauriert und der Spieltisch mit Tastatur, Pedal und Bank erneuert. „Allerdings mussten wegen der Corona-Pandemie die Arbeiten leider unterbrochen werden“, bedauert Pater Kosma Rejmer. Foto: Bernd Kleinert

„Was lange währt, wird endlich gut.“ Ein Spruch, der sich auch auf die Innenrenovierung der katholischen Pfarrkirche „Mariä Geburt“ in Altenkunstadt anwenden lässt. Lange geplant und mehrfach verschoben wurde das Projekt jetzt in Angriff genommen. Bei einer ersten Baubesprechung, an der auch Kirchenmalermeister und Restaurator Michael Hofmann aus Königsfeld teilnahm, informierte Kirchenpfleger Thomas Siebenaller über die anstehenden Arbeiten.

Normalerweise werden Gotteshäuser etwa alle 25 Jahre renoviert. „Wenn das Innere der 2006 zuletzt sanierten Altenkunstadter Pfarrkirche schon nach 14 Jahren wieder erneuert werden muss, dann liegt das an den Brandschäden, die 2015 durch eine brennende Osterkerze verursacht wurden“, erklärte Siebenaller, für den dies die zweite Kirchenrenovierung in seiner Amtszeit ist. Er dankte Gunther Czepera vom CAD Zeichenbüro in Maineck, der die Bauleitung übernommen hat, Lorenz Nastvogel für seine Unterstützung als Baubeauftragter der Pfarrei sowie allen Helfern.

„Wenn das Innere Pfarrkirche schon nach 14 Jahren wieder erneuert werden muss, dann liegt das an den Brandschäden, die 2015 durch eine brennende Osterkerze verursacht wurden.“
Thomas Siebenaller, Kirchenpfleger
Innenrenovierung der Altenkunstadter Pfarrkirche beginnt
Rund 180 000 Euro kostet die Innenrenovierung der Altenkunstadter Pfarrkirche. Kirchenpfleger Thomas Siebenaller (re.) informierte bei der ersten Baubesprechung, an der auch Baubeauftragter Lorenz Nastvogel, Pater Kosma Rejmer und Mesnerin Doris Oppel (v. li.) teilnahmen, über die geplanten Arbeiten. Foto: Bernd Kleinert

Im Zuge der Renovierungsarbeiten, die etwa zwei Monate in Anspruch nehmen, werden Siebenaller zufolge Wände und Decke neu gestrichen sowie die Epitaphien, Kreuzwegbilder und sämtliche Figuren gereinigt. Darunter auch die um 1360 entstandene Sandsteinmadonna, das älteste und kostbarste Kunstwerk des 1537 fertiggestellten Gotteshauses. Der Kirchenraum erhält eine neue Beschallung, Treppe und Eingangstür werden ebenfalls erneuert. Für Gottesdienstbesucher, die ein Hörgerät tragen, werden entlang der Kirchenbänke Ringschleifen verlegt, die den Empfang verstärken.

Orgelsanierung: Fachleute aus Polen durch Grenzschließung ausgebremst

Innenrenovierung der Altenkunstadter Pfarrkirche beginnt
Gunther Czepera aus Maineck, dem die Bauleitung übertragen wurde, zeigt, wo an den Kirchenbänken Ringschleifen für die Träger von Hörgeräten verlegt werden. Foto: Bernd Kleinert

Über die Generalsanierung der Orgel, die 1964 auf der Kirchenempore gebaut und im Zuge der großen Kirchenrenovierung 1982/83 erweitert wurde, informierte Pater Kosma Rejmer. Die Arbeiten, für die man eine polnische Orgelbaufirma beauftragt habe, seien zu zwei Dritteln abgeschlossen. Dem Geistlichen zufolge wurden bislang sämtliche Pfeifen gereinigt, der Holzaufbau mehrfach imprägniert, „das „Innenleben“ des Orgelwerks mit seinen 23 Registern überholt und der Spieltisch mit zweimanualiger Tastatur, Pedal und Sitzbank grundlegend erneuert.

„Die Orgelbauer waren von unserem Instrument begeistert. Als wahre Perle haben sie es bezeichnet“, bemerkt der Seelsorger. Aufgrund der Corona-Pandemie und den dadurch bedingten Grenzschließungen kann die polnische Firma jedoch zurzeit an der „Königin der Instrumente“ nicht weiterarbeiten. Ein Umstand, den Pater Kosma Rejmer bedauert: „Eine Woche würde schon reichen, um die Orgelsanierung abzuschließen“.

Innenrenovierung der Altenkunstadter Pfarrkirche beginnt
Gründlich gereinigt werden in den kommenden Wochen die zahlreichen Heiligenfiguren, darunter auch die Darstellung der vier Evangelisten an der 1732/33 entstandenen Kanzel. Foto: Bernd Kleinert

Die Kosten für die gesamte Innenrenovierung der Pfarrkirche beziffert Kirchenpfleger Thomas Siebenaller mit rund 180 000 Euro. Ein Drittel der Summe muss die Pfarrgemeinde stemmen. Auch wenn aufgrund des Brandschadens die Versicherung einen Beitrag leisten wird, so bleibt doch für die Pfarrei noch ein „schöner Batzen“.

Wer hilft bei der Finanzierung der Kosten von 180 000 Euro?

„Erschwerend kommt hinzu, dass wegen der Corona-Krise in den vergangenen Wochen keine Gottesdienste stattfanden und die Kollekte somit wegfiel“, erklärt Siebenaller. Für Spenden von Vereinen, regionalen Betrieben und Bürgern wäre man daher sehr dankbar.

Konnten während der Krise die Gläubigen bislang zum Beten in die Kirche kommen, so ist das wegen der Renovierung in den nächsten zwei Monaten nicht mehr möglich.

„Unsere Glocken werden zwar weiterhin täglich um 15 Uhr zum Gebet einladen, das Gotteshaus bleibt aber geschlossen“, betont der Kirchenpfleger. Das Läuten ist dann eher eine Einladung zum häuslichen Gebet.

Von Bernd Kleinert

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