aktualisiert:

WEISMAIN

Heuer kein Schützenfest in Weismain

Das Königshaus des Jahres 2020 der Weismainer Schützengesellschaft, dessen Regentschaft durch die Corona-Pandemie um ein weiteres Jahr verlängert wurde. Foto: Roland Dietz

Eine Attraktion weit über den östlichen Landkreis hinaus ist das Weismainer Schützenfest alljährlich. Es ist etwas Herrliches, wenn man Anfang August im Kastenhof neben dem Festzelt sitzt und sich mit anderen Menschen austauscht, das Festbier und Grillspezialitäten zu genießen. Und wenn am Sonntag ein farbenprächtiger Festzug durch die geschmückte Jurastadt zieht, kommen Gäste aus nah und fern zum größten Schützenfest im oberen Landkreis. Doch in diesem Jahr wird alles anders sein. Wegen der Corona-Pandemie hat die Schützengesellschaft Weismain 1910 sich schweren Herzens dazu entschlossen, das traditionell am ersten Augustwochenende stattfindende Schützenfest abzusagen.

Heuer hätte die Schützengesellschaft ihr 110-jähriges Bestehen gefeiert

Ob aufgrund der Lockerungen der Hygienebestimmungen zu einem späteren Zeitpunkt ein kleines Fest mit Einbindung der Bürger möglich ist, bleibe abzuwarten, erklären die Schützenmeister Tina Lauterbach und Michael Zapf. Gerade Michael Zapf hatte sich darauf gefreut, als neuer Bürgermeister das erste Fass bei „seinen Schützen“ anzuzapfen. „Als wir am 24. März das Schützenhaus geschlossen haben, konnte noch niemand damit rechnen, dass wir im August unser Fest nicht ausrichten können“, sagt Tina Lauterbach. Dabei hätte die Schützengesellschaft heuer ihr 110-jähriges Bestehen feiern können.

„Es ist in den vielen Jahren immer wieder einiges passiert, aber dass eine Pandemie das Vereinsleben lahmlegt, hat es noch nicht gegeben“, bedauert Tina Lauterbach. Aus Vorsichtsgründen bleibe das Schützenhaus bis auf weiteres geschlossen, sollten sich Lockerungen ergeben und diese ohne größeren Aufwand umsetzbar sein, werden die Mitglieder informiert, erklärt Michael Zapf.

„Das Problem ist, dass wir keinerlei Einnahmen haben, aber die laufenden Kosten, die das Schützenhaus nun mal mit sich bringt, tragen müssen“, berichtet Zapf.

„Das Problem ist, dass wir keinerlei Einnahmen haben, aber die laufenden Kosten, die das Schützenhaus nun mal mit sich bringt, tragen müssen“
Tina Lauterbach, Schützenmeisterin

Die fehlenden Einnahmen vom Schützenfestes, von Versicherungen für die Mitglieder, von der Vermietung des Schützenhauses für Feiern und vom fehlenden Wirtschaftsbetrieb nach Trainingsabenden werden heuer Jahr sehr negativ zu Buche schlagen, ist sich Schützenmeisterin Tina Lauterbach sicher.

Die Hoffnung auf eine Öffnung des Schützenhauses, um wieder gemeinsam zusammenzusitzen, ist natürlich immer gegeben. Foto: Roland Dietz

Doch dies scheint nicht ihr größtes Problem zu sein. „Wie geht es weiter, wenn alles wieder normal läuft, und dies kann noch lange dauern?“, fragt sie. „An das bequem zu Hause sitzen haben sich viele schnell gewöhnt. Werden sie nachher alle wiederkommen?“, fragt sie besorgt.

Weil das amtierende Königshaus nicht die Möglichkeit hatte, an Umzügen und Festen teilzunehmen, wird die Regentschaft bis zum Schützenfest 2021 verlängert. Wenn im nächsten Jahr wieder ein Fest gefeiert werden kann, sollen die Planungen die eigentlich für 2020 gedacht waren, übernommen werden.

Keine Schießwettbewerbe, aber Hoffnung auf den Herbst

Durch die Pandemie ist das Vereinsleben komplett zur Ruhe gekommen. Sämtliche noch anstehende Veranstaltungen und Schießwettbewerbe für dieses Jahr wurden vorerst abgesagt. Über eventuelle Veranstaltungen Ende des Jahres, wie das Königsessen oder die Adventsfeier, wird der Vorstand in den nächsten Sitzungen beraten. „Dennoch werden wir nach unseren Möglichkeiten weiter arbeiten und würden uns freuen möglichst bald alle gesund wieder zu sehen“, sind sich die beiden Schützenmeister einig.

Von Roland Dietz

Weitere Artikel