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BURGKUNSTADT

FWG stellt in Burgkunstadt die Zweite Bürgermeisterin

Ihre Stellvertreter vereidigte Bürgermeisterin Christine Frieß (re.): Susanne Bock von Wülfingen (li.) ist Zweite Bürgermeisterin, Manfred Hofmann bleibt Dritter. Foto: Gerhard Herrmann

Bei der Bürgermeisterwahl war Susanne Bock von Wülfingen (FWG) auf den zweiten Platz gekommen, in der konstituierenden Sitzung des Stadtrats am Dienstagabend wurde sie zur Zweiten Bürgermeisterin gewählt. Mit 15 zu sechs Stimmen setzte sie sich gegen Sebastian Callens durch, den die Grünen vorgeschlagen hatten, weil er die meisten Einzelstimmen aller Stadträte erhalten hatte. Dritter Bürgermeister wurde wieder Manfred Hofmann (CSU), der aber nur 16 Stimmen erhielt, obwohl kein Gegenkandidat aufgestellt war (zwei Stimmen entfielen auf die nicht nominierte Ulrike Koch von der SPD).

Die Vereidigung der weiteren Bürgermeister und der neuen Stadträte (CSU: Niklas Stadelmann und Michael Foltes; FW: Susanne Bock von Wülfingen und Verena Beck; Grüne: Sebastian Callens, Andreas Kothmann, Bernarda Callens; Bürgerverein: Manfred Weigand und Dr. Ulrike Dinglreiter) erfolgte mit gehörigem Sicherheitsabstand. Wegen der Pandemie fand die Sitzung in der Stadthalle vor zehn Zuschauern statt.

„Außergewöhnliche Zeiten erfordern außergewöhnliche Maßnahmen.“
Christine Frieß, Bürgermeisterin

„Außergewöhnliche Zeiten erfordern außergewöhnliche Maßnahmen“, kommentierte Bürgermeisterin Christine Frieß die ungewohnte Situation. Die Pandemie werde dazu führen, dass sich manche Vorhaben – auch aus finanziellen Gründen – verschieben. Dennoch gelte es, die angestoßenen Projekte bald zu verwirklichen. „Wir werden nicht alle Wünsche erfüllen und es allen Recht machen können“, betonte sie.

Ziel aller Fraktionen sollte es sein, durch den Austausch von Fakten gemeinsam die besten Lösungen für Burgkunstadt zu finden. Auch wenn es in Debatten Differenzen gebe, sollten diese nach der Sitzung beigelegt sein und die demokratisch errungene Mehrheitsentscheidung von allen Räten akzeptiert werden, appellierte sie. Daher habe sie im Wahlkampf auch keine Versprechen gemacht, sondern nur Ziele formuliert, die es nun im Stadtrat nach Möglichkeit zeitnah umzusetzen gelte.

Die neue Geschäftsordnung des Stadtrats wurde gegen sechs Stimmen von Grünen und Bürgerverein beschlossen. Vergeblich hatte Dr. Ulrike Dinglreiter eine Änderung der Geschäftsordnung beantragt, die vorsieht, dass alle vorberatenden Ausschüsse öffentlich tagen. In einem anschließenden nichtöffentlichen Teil sei genug Zeit für vertrauliche Debatten, meinte sie. „Wir fallen zurück in die dunkle Zeit des Ausschlusses der Öffentlichkeit von vor 2014“, warnte sie.

Diskussionen um die Rechtmäßigkeit des Ferienausschusses

Vereidigung der neugewählten Burgkunstadter Stadträte. Foto: Gerhard Herrmann

Diskussionen gab's um den Ferienausschuss, der wegen der Kontaktsperre in der Pandemie von der Verwaltung per Umlaufbeschluss einberufen worden war. Ulrike Dinglreiter (Bürgerverein) äußerte Zweifel, ob das rechtlich korrekt ist, weil es nicht vom Gesundheitsamt angeordnet wurde. Daher einigten sich die Räte, den Ferienausschuss rückwirkend zu beschließen und beim Landratsamt die Rechtmäßigkeit prüfen zu lassen. „Wir haben nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt“, betonte Günter Knorr (CSU). Und Geschäftsleiter Sven Dietel erklärte, dass das Landratsamt dieses Vorgehen empfohlen habe.

Als Fraktionsvorsitzende wurden für die CSU Günter Knorr (Stellvertreter Marco Hennemann), für die SPD Dieter Schmiedel (Ulrike Koch), für die FWG Susanne Bock von Wülfingen (Michael Doppel), für den Bürgerverein Dr. Ulrike Dinglreiter (Thomas Müller) und für die Grünen Sebastian Callens (Andreas Kothmann) benannt.

Aus dem Stadtrat: Sanierung der Wasserversorgung und Referenten

Mit der Sanierung der Wasserversorgung für 2,36 Millionen Euro wurde die Firma Günther-Bau aus Stadtsteinach beauftragt. Auf Anregung von Michael Doppel (FWG) werden die neuen Stadträte in einer Sondersitzung über das Großprojekt informiert. Er wunderte sich über Wasserverluste von 30 Prozent.

Zur Verbesserung der Löschwasserversorgung im Baugebiet „Lerchenbühl“(Bedarf: 96 Kubikmeter pro Stunde) werden zwei neue Druckerhöhungspumpen für das Wasserwerk in Kaltenreuth angeschafft (31 996 Euro).

Genehmigt wurde der Bau einer 110-KV-Schaltanlage auf dem Grundstück Flurnummer 331 bei Weidnitz.

Für das Freibad Kunomare werden zwei Durchschreitebecken für 18 146 Euro von der Firma Thomas Limmer, Burgkunstadt, mit Edelstahl erneuert.

Bei der Wahl zum Friedhofsreferenten setzte sich Joachim Ruß (CSU) gegen Thomas Müller (BV) durch, als Personalreferent Ulrike Koch (SPD) gegen Dr. Ulrike Dinglreiter (BV), als Schulreferentin Bernarda Callens (Grüne) gegen Katrin Weißmann (CSU) und als Referentin für Behindertenfragen Ingrid Kohles (FWG) gegen Manfred Weigand (BV). Referent für Sport und Freibad ist Joachim Ruß (CSU), für Fremdenverkehr und Kultur Susanne Bock von Wülfingen, für Wirtschaft und Infrastrukur Verena Beck (beide FWG), für Kinder und Jugend Marco Hennemann (CSU), für Umwelt Sebastian Callens (Grüne), für Rettungs- und Katastrophendienste Manfred Hofmann (CSU), für Bürgerbeteiligung Ulrike Dinglreiter (BV) und für Integration Andreas Kothmann (Grüne).

Im Amt der Seniorenbeauftragten wurde Eva-Maria Horn bestätigt. Die 73-Jährige ist seit 2010 nicht nur Ansprechpartnerin für ältere Bürger, sondern hat auch mit viel Engagement Einrichtungen wie den Seniorentag, Einkaufspaten für Senioren, Besuchdienste ins Leben gerufen, wie die Bürgermeisterin lobte. Mit 1481 Personen zählten 23 Prozent der Bürger zu den Senioren, weshalb ihre Anliegen gehört werden sollten, appellierte Eva-Maria Horn.

Ein wichtiges Anliegen sei die Anschaffung eines neuen Bürgerbusses für Einkaufsfahrten (Regierung gibt Zuschuss von 50 Prozent) sowie das Engagement weiterer Fahrer. Außerdem wünscht Eva-Maria Horn sich, stärker in Planungen einbezogen zu werden, um die Interessen der älteren Bürger einzubringen. „Ich wünsche mir, dass die älteren Menschen respektiert werden, damit sie in Würde leben können“, bat sie. (mul)

Von gerhard Herrmann

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