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ALTENKUNSTADT

Fische fallen Bauarbeiten in Altenkunstadt zum Opfer

Fische fallen Bauarbeiten in Altenkunstadt zum Opfer
Derzeit wird von der Baufirma Dietz aus Weismain das Fundament für das Mühlrad an der Neumühle, dem Wahrzeichen Altenkunstadts, angebracht. Im Rahmen der Arbeiten wurden auch Messungen vorgenommen. Foto: Stephan Stöckel

Mit aufgerissenem Maul liegt ein toter Fisch in einer Schlammpfütze, daneben zwei kleinere Exemplare. Das Foto von den toten Bachforellen macht Gemeinderat Steffen Domschke (FBO) wütend: „Das ist ein rücksichtsloser Umgang mit der Natur.“ Ein Bürger, der nicht namentlich genannt werden möchte, habe ihm am 15. September rund 30 Fischkadaver gezeigt. Die Forellen waren unweit der Altenkunstadter Apotheke, dort wo sich Mühlbach und Flutmulde kreuzen, verendet.

Domschke: Bauverwaltung hat nicht sorgfältig geplant

Fische fallen Bauarbeiten in Altenkunstadt zum Opfer
Steffen Domschke Foto: Stephan Stöckel

Bereits Anfang September hatte Domschke am Turbineneingang der ehemaligen Wiesenmühle, in die im 20. Jahrhundert die Porzellanfabrik Nehmzow eingezogen war und in der sich jetzt die Zimmerei Domschke befindet, mehrere tote Fische entdeckt. Einen Schuldigen für die verendeten Tiere hat Domschke bereits ausgemacht: Die Bauverwaltung der Gemeinde Altenkunstadt, der er vorwirft, nicht sorgfältig genug geplant zu haben.

Für Bürgermeister Robert Hümmer (CSU) liegt der 54-jährige Baiersdorfer völlig falsch. Der Baumaßnahme lägen detaillierte Pläne zu Grunde. Diese seien nicht von der Bauverwaltung, sondern von dem Bayreuther Architekturbüro RSP erstellt worden, korrigiert er Domschke.

Derzeit wird von der Baufirma Dietz aus Weismain das Fundament für das Mühlrad an der Neumühle, dem Wahrzeichen Altenkunstadts, angebracht. Die Bausteine, mit denen kürzlich eine Belastungsprobe erfolgt war, werden momentan entfernt. Anschließend wird mit dem Anbau der Flügelwände begonnen. Wegen der Bauarbeiten an der Mühle mussten beim Wehr am Schul- und Sportzentrum in Röhrig am 28. und 29. Juli Gewässerabsenkungen vorgenommen werden. Diese wurden laut Hümmer vom Landratsamt Lichtenfels im Rahmen einer wasserrechtlichen Erlaubnis genehmigt.

Auch bei der Anzahl der Tiere korrigiert Hümmer den Gemeinderat: „Durch hausinterne Erkenntnisse wurden wir am 15. September auf 15 tote Fische bei der Apotheke aufmerksam, die von Bauhofmitarbeitern beseitigt wurden.“

„Es ist nicht möglich, ein Fließgewässer vor dessen Absenkung völlig fischfrei zu bekommen.“
Robert Hümmer, Bürgermeister
Fische fallen Bauarbeiten in Altenkunstadt zum Opfer
Die Neumühle erhält ein neues Mühlrad. Während der Bauarbeiten musste das Wasser am Mühlbach abgesenkt werden. Dabei kamen 15 Fische ums Leben. Foto: Stephan Stöckel

Am 30. Juli wurde nach Auskunft des Rathauschefs mit den Bachumleitungen im Bereich der Neumühle begonnen. Am 7. September sei es zu einer zweiten Absenkung gekommen. Am 29. und 30. Juli hätten Bauhofmitarbeiter den gesamten Bach kontrolliert. „Diese Kontrolle wurde in erster Linie durchgeführt um Fische, die in Pfützen feststeckten in Bachbereiche mit viel Wasser umzusiedeln. Sie diente nicht der Einsammlung toter Fische“, stellt er klar.

Zudem habe man nach dem Auffinden der toten Fische am 15. September, den Wasserstand kurzfristig erhöht. Für Bürgermeister Robert Hümmer führten Bauarbeiten an beziehungsweise in Gewässern immer zu Eingriffen in den Lebensraum von tierischen Bewohnern. „Es ist nicht möglich, ein Fließgewässer vor dessen Absenkung völlig fischfrei zu bekommen.“ Vielmehr gehe es darum, so Hümmer, die Durchlässigkeit des Gewässers zu jedem Zeitpunkt zu erhalten. Dies werde von den Mitarbeitern des Bauhofes wiederkehrend kontrolliert.

Von Stephan Stöckel

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