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BURGKUNSTADT

Ein kleiner Treffpunkt am Burgkunstadter Marktplatz

Zur Aufwertung des Marktplatzes hat der Stadtrat beschlossen, den „Balkon“, die kleine Terrasse vor der Pfarrkirche neu zu gestalten. Foto: Gerhard Herrmann

Mit seiner kleinen Fontäne belebt der Brunnen auf dem sogenannten „Balkon“, der Terrasse vor der Pfarrkirche den Marktplatz. Weil die Bepflanzung einen großen Teil der kleinen Anlage zugewuchert hat, soll sie neu gestaltet werden, um zum Verweilen einzuladen. Den Auftrag für eine städtebauliche Aufwertung des „Balkons“ hat der Stadtrat am Dienstagabend an die Firma Vogt aus Kirchlein für 44.930 Euro vergeben. Michael Doppel (FW) stimmte dagegen.

Die Neugestaltung ist ein Baustein der Aufwertung des Marktplatzes, für die eine Lenkungsgruppe des Stadtrats zahlreiche Vorschläge erarbeitet hat. So soll die Fläche rund um den Brunnen durch einen neuen Pflasterbelag attraktiver gestaltet und die Bepflanzung erneuert werden. Außerdem sollen zwei Spielgeräte – eine Wippe und ein Fernrohr, mit dem Kinder den Marktplatz mit seinen Baudenkmälern erkunden können (kein Blick in die Fenster der Anwesen möglich) – aufgestellt werden. Eine moderne Sitzgarnitur und ein dezentes Metallgitter als Absturzsicherung ergänzen die Gestaltung.

„Es kann doch nicht sein, dass vom 16. bis 22. August weder in Burgkunstadt noch in Altenkunstadt eine Arztpraxis offen hat und die Patienten nach Weismain fahren müssen.“
Thomas Müller, Stadtrat (Bürgerverein)

Angedacht ist eine Fertigstellung bis Oktober, je nach Kapazität der beauftragten Firmen, erklärte Stadtbaumeister Markus Pülz auf Anfrage. Wegen des relativ hohen Preises für die kleine Fläche werde Architekt Franz Ullrich nochmals mit der beauftragten Firma sprechen, erklärte Bernarda Callens (Grüne). Da die Krone des Baum, der zur Aufwertung des Marktplatzes vor dem Pfarrhaus gepflanzt wurde, vertrocknet ist, soll er ausgetauscht werden. Um das Anwachsen zu erleichtern, werde wohl eine kleinere Robinie gesetzt und der wieder ausschlagende Vorgänger in den Wald versetzt, so Pülz.

Einstimmig beschlossen wurde die Anschaffung eines neuen Mehrzweckfahrzeugs für die Stützpunktfeuerwehr Burgkunstadt. Das vorhandene Feuerwehrauto ist 20 Jahre alt und die Anschaffung sei wichtig, damit die Wehr wieder für alle Einsätze gerüstet ist, sagte Bürgermeisterin Christine Frieß. Viele Reparaturen hat die Feuerwehr in den vergangenen Jahren selbst vorgenommen, doch wegen zahlreicher Mängel (Blaulicht fällt aus, Rost, Standheizung muss erneuert werden, häufig Probleme mit defekten Batterien) lohne sich das nicht mehr. Wegen der Kosten von 100.000 bis 120.000 Euro ist eine europaweite Ausschreibung erforderlich. Angeschafft werden soll das Mehrzweckfahrzeug gemeinsam mit Altenkunstadt 2024, da sich dadurch die Förderung um zehn Prozent auf 19.800 Euro erhöht. Das alte Feuerwehrauto werde verkauft, wenn es die Wehr nicht anderweitig benötige, erklärte Geschäftsleitender Beamter Sven Dietel auf Anfrage von Dr. Ulrike Dinglreiter (BV).

Die Silhouette der Oberstadt und eine Wellenlinie für den Main

Die Silhouette der Oberstadt, eine Welle für den Main und der Slogan „Bewahren, Bilden, Bewegen bestimmen das Logo mit dem Burgkunstadt für sich werben will. Foto: red

Mit einem einheitlichen Logo, das die Silhouette der Oberstadt in Rot vor einer geschwungenen Linie in Hellblau, die den Main symbolisieren soll, zeigt, will Burgkunstadt künftig für sich werben. Darunter steht der Slogan „Bewahren. Bilden. Bewegen.“ Er wurde von der Lenkungsgruppe des Stadtrats aus einer Auswahl von vier Entwürfen des Büros Kopfwerk ausgewählt (Alternativen: „Bildung. Kunst. Zukunft.“, Aus Tradition wegweisend“ und „Wir gehen weiter!“). Für Briefköpfe wird eine schwarz-weiße Variante verwendet.

Beschlossen wurde außerdem wegen des einheitlichen Erscheinungsbilds auch die Titelseite des Amtsblatts „Burgkunstadt aktuell“ in der gleichen Schrift anzupassen und das Titelbild monatlich wechseln. Während sich die Kosten für die jüngsten Ausgaben des Amtsblatts bisher auf 1033 Euro (20 Seiten) bis 1376 Euro (28 Seiten) pro Ausgabe belaufen haben, legte die Druckerei Coprint für die neue Gestaltung Kostenvoranschläge von 1438 Euro (16 Seiten) bis 1930 Euro (24 Seiten) auf weißem Papier beziehungsweise 1631 Euro (16 Seiten) bis 2096 Euro (24 Seiten) auf Recyclingpapier vor. Wegen der höheren Kosten für das farbige Papier empfahl die Verwaltung, monatlich zu prüfen, ob einzelne Seiten farbig gedruckt werden sollen, um den Inhalt (etwa Bilder vom Altstadtfest oder abgeschlossenen Baustellen) hervorzuheben.

Energie sparen im Freibad mit neuen Pumpen

Durch den Austausch der Umwälzpumpen will die Stadt beim Betrieb des Freibads Kunomare Energie sparen. Foto: Archiv-Roland Dietz

Die 20 Jahre alten Umwälzpumpen im Freibad Kunomare werden durch energieeffiziente Permanentmotorpumpen ersetzt. Den Auftrag für 56.442 Euro haben die Stadträtinnen und -räte an die Firma AquaTec Jünger GmbH aus Ebern vergeben. Der Austausch wird vom Bundesumweltministerium mit 23.989 Euro gefördert.

Aus dem Stadtrat: Kritik an Urlaubszeiten der Arztpraxen

Einen runden Tisch der Stadtverwaltung mit den Ärzten zur Urlaubsvertretung regte Thomas Müller an. „Es kann doch nicht sein, dass vom 16. bis 22. August weder in Burgkunstadt noch in Altenkunstadt eine Arztpraxis offen hat und die Patienten nach Weismain fahren müssen“, kritisierte er. Die Ferien seien lang genug, dass die Praxen ihre Urlaubszeiten so verteilen könnten, dass in jedem Ort wenigstens ein Arzt für die Patienten da wäre. In anderen Städte sei das auch möglich.

Die Kläranlage in Burgkunstadt arbeitet kostendeckend. Der Jahresabschluss der Abwasserwirtschaft 2021 schloss mit einem minimalen Überschuss. Foto: Stöckel

„Mit dem 9-Euro-Ticket komme ich im Landkreis zwar in viele Orte, aber nicht mehr zurück“, stellte Zweite Bürgermeisterin Susanne Bock von Wülfingen (FW) fest. Das habe sie im Selbstversuch festgestellt. Sie forderte dazu auf, derartige Erfahrungen ans Landratsamt zu melden, das die günstigen Monatstickets bewirbt. „Ich bleibe beim Fahrrad“, stellt sie fest.

Ob die Schulbusfahrten morgens von Ebneth nach Burgkunstadt auch in den Ferien angeboten werden können, wollte Bernarda Callens (Grüne) wissen. Eine Familie aus der Ukraine habe Probleme, in die Stadt zu kommen und bewältige den Ebnether Berg meistens zu Fuß. Es gehe nicht um eine komplette Verbindung, sondern um einen Bus morgens und einen abends zurück, weil die Zeiten der Rufbusse zu ungünstig seien. „Wir fahren die Ukrainer, die in Lichtenfels zum Deutsch-Unterricht müssen, selbst mit dem Auto zum Bahnhof nach Mainroth, weil von Gärtenroth aus kein Bus geht“, berichtete Ortssprecher Bernd Weich.

Auch in trockenen Jahren sei es nicht möglich, die gesplittete Abwassergebühr zurückzuerstallten, weil die Kosten für Kanal und Kläranlage auch anfallen, wenn es wenig regne, erläuterte Geschäftsleiter Sven Dietel auf Anfrage von Manfred Weigand (BV).

Die Kläranlage arbeitet kostendeckend. Eine Bilanzsumme von 443.222 Euro weist der Jahresabschluss für 2021 der Abwasserwirtschaft Kunstadt auf. Erwirtschaftet wurde ein Überschuss von 4035 Euro, der mit dem Gewinnvortrag von 29.944 Euro aus dem Jahr 2020 auf die neue Rechnung übertragen wird. Thomas Müller (BV) bemängelte, der Jahresabschluss müsse früher vorgelegt werden.

Gebilligt wurde die Verordnung zur Änderung des Regionalplans Oberfranken-West (Kapitel Siedlungswesen). Angemerkt wird auf Anregung von Thomas Müller, Burgkunstadt als durch den Denkmalschutz besonders förderwürdige Stadt aufzunehmen.

Zurückgestellt wegen weiterer Prüfung wurde der Antrag der Raiffeisenbank Küps-Mitwitz-Stockheim auf Bau eines Bürgersolarparks auf einer Fläche von zehn Hektar in der Gemarkung Ebneth, südlich von Hainweiher, wegen weiterer Prüfung.

Nichtöffentlich hat der Stadtrat beschlossen, die Mieten und Pachten zu erhöhen. Für Bestandspachten von Ackerland werden 170 Euro pro Hektar erhoben, für Grünland 100 Euro, für Neuverpachtungen von Ackerland 270 Euro und von Grünland 155 Euro. Die Pacht für Gärten und Holzlagerplätze wurde bis zu 50 Quadratmeter auf 25 Euro festgesetzt, bis zu 100 Quadratmeter auf 40 Euro und bis zu 500 Quadratmeter auf 125 Euro. Für Garagen wird die Miete von 25 auf 30 Euro angehoben, für ausgewiesene Stellplätze in Parkeinrichtungen von 15 auf 18 Euro und für Parkflächen ohne Bezug auf mindesten 40 Euro. Die Gebühren für Anwohnerparkausweise wurden auf 30 Euro festgesetzt, für Beschäftigtenparkausweise und gewerbliche Parkausweise auf 60 Euro, zeitlich begrenzte Parkausweise (Baustellen) sind kostenfrei, Änderungen kosten zehn Euro.

Ein Laden mit Dekorationsartikeln und Café hat in den Räumen des ehemaligen Friseursalons In der Au 7 eröffnet. Der Bauausschuss hat die Nutzungsänderung genehmigt. Foto: Gerhard Herrmann

Der Bauausschuss hat die Errichtung eines Ateliers mit Nachweis von drei Parkplätzen im Schönberg 1 genehmigt. Ebenso die nachträgliche Nutzungsänderung des ehemaligen Friseursalons In der Au 7 zu einem Laden für Dekorationsartikel und Café mit Terrassenbetrieb, obwohl der Betrieb bereits läuft, wie Thomas Müller (BV) bemängelte. Begrüßt wurde die Nutzung des Obergeschosses einer Scheune in der Kurmainzer Straße 1 in Neuses als Wohnung. Der Bau einer Maschinen- und Lagerhalle bei Neuses (Flurnummer 171) wurde unter der Auflage genehmigt, dass die Privilegierung festgestellt und ein Gutachten zur Versickerung des Regenwassers erstellt wird.

Von Gerhard Herrmann

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