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MAINROTH

Ehemalige Mainrother Organistin Sieglinde Tremel verstorben

Im August 2019 wurde Sieglinde Tremel im Alter von 89 Jahren von Pater Kosma und Kirchenpfleger Karlheinz Kohles bei einem Dankamt aus dem Organistendienst verabschiedet. Foto: Ingrid Kohles

Im Alter von 90 Jahren ist Sieglinde Tremel aus Mainroth verstorben. Damit ist ein langes Organistenleben zu Ende gegangen. Die ganze Pfarrgemeinde und Pfarrer Kosma Rejmer verneigten sich beim Trauergottesdienst voller Dankbarkeit und Hochachtung vor der allseits geschätzten „Linde“, wie sie seit ihrer Jugend genannt wurde. Ihren Platz auf dem Orgelbock nahm Schwiegersohn Klaus Schoberth aus Himmelkron ein, die Trauerfeier wurde gesanglich von ihrer Enkelin Nadja Jaye bereichert.

Schon als Zwölfjährige wurde Sieglinde Göhl am 25. April 1943 vom damaligen Ortspfarrer Karl Römer nach nur einem Jahr Unterricht in Harmonielehre und an der Orgel öffentlich in ihr Amt als Organistin eingeführt. Sie war noch so klein, dass sie die Fußpedale nicht erreichte. Ein Gestell, das ihr Vater für sie baute, war die Lösung.

Gemeinsam mit ihrem späteren Mann Josef Tremel wechselte sie sich viele Jahrzehnte beim Orgelspiel ab. Als ihr 2014 verstorbener Ehemann den Organistendienst krankheitsbedingt aufgeben musste, übernahm sie das Orgelspiel ganz. Bis zu viermal in der Woche stieg sie die steile Treppe zur Orgelempore hoch, um den Gesang der Gemeinde mit dem königlichen Instrument zu begleiten. Im hohen Alter von 89 Jahren wurde sie im August 2019 bei einem Dankgottesdienst verabschiedet.

Ihren nahezu lebenslangen Einsatz am königlichen Instrument zum Lobe Gottes würdigte Pfarrgemeinderatsvorsitzender Michael Gärtlein in einem Nachruf. Wegen der Corona-bedingten Abstandsregelungen nahmen viele Gläubige auf Stühlen vor dem Gotteshaus Platz. In einem langen Trauerzug geleiteten sie nach dem Requiem ihre beliebte Organistin zu ihrem letzten Ruheplatz auf dem Mainrother Friedhof.

Von Ingrid Kohles

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