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ALTENKUNSTADT

Diskussion über Lehrschwimmbecken bei CSU-Wahlveranstaltung

Diskussion über Lehrschwimmbecken bei CSU-Wahlveranstaltung
Von der DLRG, wird derzeit bereits eine Wahlempfehlung ausgesprochen. Foto: Dieter Radziej

Zu einer Wahlveranstaltung mit der Bundestagsabgeordneten Emmi Zeulner, die erneut für den Wahlkreis kandidiert, hatte der CSU-Ortsverband Altenkunstadt eingeladen. Im Mittelpunkt der Diskussion stand das Lehrschwimmbecken, das der Gemeinderat aus dem Finanzplan herausgenommen hat.

Emmi Zeulner sagte eingangs, die innere und äußere Sicherheit sei der unionsgeführten Bundesregierung wichtig und daher setze die CSU sich besonders für die Soldaten und die Polizei ein. Gerade aufgrund der Lage in Afghanistan habe sie kein Verständnis dafür, dass der Einsatz von Drohnen durch den Koalitionspartner SPD blockiert werde. Kritik übte sie an den Bestrebungen der AfD, aus der EU auszutreten, denn nur gemeinsam könnten die Länder in Europa erfolgreich sein.

Wichtig sei ihr die Stärkung des ländlichen Raums durch Verbesserung der Infrastruktur, Sicherung von Arbeitsplätzen und Mobilität. Daher sei es wichtig, die ansässigen Firmen zu unterstützen, die Arbeitsplätze schaffen und damit jungen Menschen eine Möglichkeit bieten, in der Region zu bleiben. Dazu gehöre auch die Förderung der Verkehrswege, etwa durch Ortsumfahrungen wie in Mainroth. Außerdem sollten die Zugverbindungen attraktiver gestaltet werden, auch durch den Ausbau der Elektrifizierung des Bahnnetzes. Um den Klimawandel zu bremsen, müssten mit zusätzlichen Initiativen Anreize geschaffen werden und der Flächenverbrauch, etwa die Förderinitiative „Innen statt Außen“ verlangsamt werden.

Bürgermeister Robert Hümmer erläuterte, wie lange über ein Lehrschwimmbecken, schon diskutiert wird. Bei geschätzten Kosten von 4,5 Millionen Euro entfiele auf die Gemeinde Altenkunstadt nur ein Eigenanteil von 1,7 Millionen Euro und wenn man diese Summe über 30 Jahre finanzieren würde, würde dies beim derzeit niedrigen Zinsniveau etwa 100 000 Euro im Jahr kosten, was sich die Gemeinde bei einem Gesamthaushalt von 25 Millionen Euro nach seiner Auffassung leisten könne. „Der Gemeinderat hat zwar anders entschieden, aber ich werde nicht aufgeben, denn ein Lehrschwimmbecken ist für Schulen genauso wichtig wie für die Vereine und alle Senioren“, betonte Hümmer.

Zum Vorschlag eines Cabrio-Bads im Freibad Kunomare in Burgkunstadt, meinte Volker Thormählen von der DLRG, dass dieses so teuer wäre wie zwei Hallenbäder. Obwohl die DLRG entsprechende Zusagen gegeben habe und belastbare Zahlen vorlegte, seien immer wieder Ausreden gekommen und er habe den Eindruck, „dass so mancher Gemeinderat nicht vollends hinter dem Lehrschwimmbecken, in Altenkunstadt gestanden hat.“ Dennoch werde die DLRG weiter für ein Lehrschwimmbecken kämpfen. Er kündigte eine Unterschriftensammlung für ein Volksbegehren und eine Bürgerinitiative an.

CSU-Ortsverbandsvorsitzender Hans-Werner Schuster mutmaßte, dass mancher Gemeinderat sich der Tragweite dieser Entscheidung nicht ganz bewusst gewesen sei. Auch Gemeinderätin Melita Braun hätte sich gewünscht, dass dieses Projekt verwirklicht worden wäre.

Lucia Krüger meinte kritisch, dass in Altenkunstadt eine Vielzahl von Vorhaben am Laufen sind: „Wenn eine Kommune das Geld für neue Projekte nicht hat, dann kann sie sich diese einfach zum jetzigen Zeitpunkt eben nicht leisten.“ Zweiter Bürgermeister Marco Weidner widersprach der Darstellung in einem Leserbrief, dass die Junge Wähler Union gegen das Lehrschwimmbecken und dafür verantwortlich sei, dass die Finanzierung nicht zustande kam. „Hier wurde vom Vorsitzenden eines Vereins in Burgkunstadt mit Halb- und Unwahrheiten argumentiert“, betonte Weidner.

Zur geplanten Ortsumgehung für Mainroth fragte Konrad Mohrand, ob dies Auswirkungen auf die Hochwassersituation im Maintal haben könnte. Die häusliche Pflege, die mit entsprechenden Einrichtungen sogar wissenschaftlich begleitet werden könnte, war ebenfalls ein Punkt. Bürgermeister Robert Hümmer dankte der Abgeordneten für ihren Einsatz, vor allem bei der Bundeswaldprämie, dem Breitbandausbau und der Malzfabrik in Maineck.

Wirksame Maßnahmen für mehr Klimaschutz ergreifen
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Von Dieter Radziej

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