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BURGKUNSTADT / ALTENKUNSTADT

Digitaler Adventskalender für Altenkunstadt und Burgkunstadt

Digitaler Adventskalender für Altenkunstadt und Burgkunstadt
Zwei Seelen, ein Gedanke: Vorweihnachtliche Freude schenken möchten Quartiersmanagerin Angela Lohmüller (li.) von der Projektgruppe „In der Heimat wohnen“ und Caroline Fischer (re.) von Regens Wagner Burgkunstadt mit den von ihnen initiierten digitalen Adventskalendern. Foto: Bernd Kleinert

Seit acht Jahren richtet die Projektgruppe „In der Heimat wohnen“ zum Beginn der Vorweihnachtszeit den Altenkunstadter Adventsbasar aus. Aufgrund der Corona-Pandemie ist dies jedoch nicht möglich. Untätig bleiben wollten Quartiersmanagerin Angela Lohmüller und ihr Team aber auch nicht und beschlossen deshalb, mit einem digitalen Adventskalender die Vorweihnachtszeit zu bereichern. Eine tolle Idee, die man aber nicht nur bei der Caritas-Initiative hatte. Auch die Regens-Wagner-Einrichtungen in Burgkunstadt, wo Menschen mit Behinderung leben, lernen und arbeiten, werden mit einem Adventskalender in digitaler Form auf das schönste Fest des Jahres einstimmen. Und dort ist es Caroline Fischer, die sich mit Begeisterung und Tatkraft für dessen Verwirklichung engagiert.

Die 30-Jährige studiert im dritten Semester des berufsbegleitenden Masterstudiengangs Sozialmanagement an der evangelischen Hochschule Nürnberg. „Wie wirkt sich Covid–19 auf die Weihnachtszeit aus? Wie kann eine Adventszeit mit weniger sozialen Kontakten und gewohnten Traditionen gestaltet werden?“ Mit diesen Fragen beschäftigten sich Fischer und vier Kommilitonen im Rahmen der Lehrveranstaltung Projektmanagement. „Für uns war sofort klar, dass wir für den Advent Freude schenken und auf die kommende Weihnachtszeit einstimmen wollen. Und so entstand die Idee, einen virtuellen Adventskalender zu erstellen“, erklärt Fischer. Die Inhalte sollten in Kooperation mit den sozialen Einrichtungen, also den Arbeitgebern der Studierenden, produziert werden. Und für Caroline Fischer ist dies Regens Wagner in Burgkunstadt, wo sie in der Bereichsleitung tätig und für die Außenwohngruppen in Altenkunstadt, Burgkunstadt und Redwitz zuständig ist.

Dreharbeiten vom Plätzchenbacken und der Adventsdekoration

Hat der klassische Adventskalender 24 Türchen, so sind es bei der virtuellen Variante 26. Das erste kann nämlich bereits am 29. November, also am ersten Advent, geöffnet werden. Für die inhaltliche Gestaltung der Videos sorgten die Bewohner der Außenwohngruppen, die Mitarbeiter assistierten bei der Umsetzung. Fantasie und Kreativität waren keine Grenzen gesetzt. „Es werden vor laufender Kamera Plätzchen gebacken und unser Volkan zeigt in einem Beitrag, wie er sein Zimmer dekoriert hat“, erzählt Fischer. Allzu viel verraten möchte sie aber nicht, der Überraschungseffekt soll schließlich nicht zu kurz kommen.

Die Corona-Pandemie mit ihren Schutz- und Hygieneregeln machte die vierwöchigen Dreharbeiten nicht einfach. „Als ich aus Sicherheitsgründen nicht mehr in die Wohnbereiche durfte, haben wir kurzerhand auf der Treppe gefilmt. Darüber hinaus sind viele Videos unter freiem Himmel entstanden“, erinnert sich die junge Frau. „Auf jeden Fall wurde immer corona-konform gedreht.“ Eine Feststellung, auf die Caroline Fischer Wert legt.

Für die Menschen mit Behinderung war dieses Projekt eine aufregende Sache, die allen großen Spaß gemacht hat. Sechs Videos des Regens-Wagner-Kalenders sind auch im digitalen Adventskalender der Altenkunstadter Projektgruppe „In der Heimat wohnen“ zu finden. Eine lobenswerte Zusammenarbeit, über die sich Regens-Wagner-Gesamtleiterin Sabine Schubert freut. Nicht zuletzt auch deshalb, weil die soziale Einrichtung in Altenkunstadt zwei Außenwohngruppen unterhält.

Digitaler Adventskalender für Altenkunstadt und Burgkunstadt
Volkan hat sein Zimmer weihnachtlich dekoriert. Wie er das gemacht hat, verrät er in einem Videoclip im Regens-Wagner-Adventskalender. Foto: Bernd Kleinert

Aber wie ist diese Zusammenarbeit entstanden? „Caroline Fischer und ich gehören der Arbeitsgemeinschaft Inklusion der evangelischen Kirchengemeinde in Altenkunstadt an“, erzählt Quartiersmanagerin Angela Lohmüller. „Und als wir so ein wenig plauderten, stellten wir fest, dass wir beide einen digitalen Adventskalender planen. Was lag da näher, als sich gegenseitig zu unterstützen?“ Zwei Seelen, ein Gedanke. Bei der Gestaltung des „In der Heimat wohnen“-Kalenders konnte jeder mitmachen. „Und die Resonanz war groß. Ein sicheres Zeichen, dass dieses neue Format in der Bevölkerung ankommt“, freut sich Lohmüller. Nicht nur Projektgruppenmitglieder, auch die Gemeinde, das Bürgercafé-Team, Vereine, Chöre und Bürger lieferten für den digitalen Kalender kurze Videoclips.

Musik, Gedichte und Erinnerungen an Weihnachtserlebnisse

„Wie richtige YouTuber haben sich manche in ihr Wohnzimmer gesetzt, das Handy angemacht und drauf los gefilmt. Am furchtlosesten waren dabei die Senioren“, schmunzelt die Quartiersmanagerin. Die Beiträge, mit denen der Kalender bestückt wurde, reichen von persönlichen Weihnachtserlebnissen über Gedichte und Musik bis hin zu einem Appell in Corona-Zeiten. Am 24. Dezember werden Pfarrerin Bettina Beck und Pater Kosma Rejmer mit einem Video zum Heiligabend auf das Weihnachtsfest einstimmen. Dankbar ist Angela Lohmüller für die Unterstützung von Sebastian Fischer, der die Videos bearbeitet und in den Kalender eingestellt hat.

Zu finden ist der digitale Adventskalender der Projektgruppe „In der Heimat wohnen“ auf der Homepage der Gemeinde Altenkunstadt. Der virtuelle Kalender von Regens Wagner Burgkunstadt kann hier aufgerufen werden.

Von Bernd Kleinert

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