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ALTENKUNSTADT

Die SPD Altenkunstadt hält ein Bad für nicht finanzierbar

Auf ein Lehrschwimmbecken hoffen nicht nur die Verantwortlichen der DLRG, die viele Jahr das Burgkunstadter Hallenbad ehrenamtlich betrieben haben. Die Altenkunstadter SPD warnt jedoch vor einer finanziellen Überforderung der Gemeinde. Foto: Archiv-Gerhard Herrmann

Die Frage, ob Altenkunstadt sich den Bau eines Lehrschwimmbeckens leisten kann, stand im Mittelpunkt einer öffentlichen Informationsveranstaltung der SPD, der SPD-Frauengruppe und der Sozialen Bürger n der Gastwirtschaft „Zum Preußla.“

Vorsitzender Karlheinz Hofmann erinnerte daran, dass die Diskussion bereits seit dem Abriss des Hallenbads in Burgkunstadt ergebnislos geführt werde. In Altenkunstadt sei bei der Planung für das Schul- und Sportzentrum in den 1970-er Jahren ebenfalls ein Hallenbad vorgesehen gewesen, allerdings aus Kostengründen nicht verwirklicht worden. „Spätestens bei den jüngsten Haushaltsberatungen stellte es sich heraus, dass ein Lehrschwimmbecken nicht zu finanzieren ist“, betonte Hofmann. Daher wurde es nicht mit in den Finanzplan aufgenommen.

Sanierung der Kitas und der Mittelschule ist wichtiger

Die Kostenschätzungen seien von ursprünglich 4,7 Millionen Euro auf mittlerweile 6,2 Millionen Euro gestiegen. Der Zuschuss für die Gemeinde bleibe grundsätzlich gleich, wie immer sich die Kosten auch entwickeln.

Es sei zwar erfreulich, dass die Stadt Burgkunstadt 400 000 Euro und ein privater Investor aus Weismain 225 000 Euro zugesagt haben und vom Landkreis Lichtenfels rund 500 000 Euro in Aussicht gestellt wurden, jedoch ändere dies nichts an der Tatsache, dass ein derartiges Projekt die finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde Altenkunstadt auf Dauer einschränken würde, gab Dritte Bürgermeisterin Allmut Schuhmann zu bedenken. Zumal auch Vorhaben wie die Sanierung der Kreuzbergkindertagesstätte, der Mittelschule und der Hochbehälter in Woffendorf und Spiesberg dringlich sei und keinen längeren Aufschub mehr duldeten. „Es wäre sicherlich ein gutes Zeichen gewesen, wenn der im Kreisausschuss beantragte Zuschuss von einer Millionen Euro gewährt worden wäre, jedoch lehnten diesen auch die Bürgermeister von Altenkunstadt, Burgkunstadt und Weismain ab“, betonte Schuhmann.

Als die Gemeinde die Haushaltsunterlagen bei der Rechtsaufsicht zur Genehmigung einreichten, kam nicht von ungefähr der Hinweis, habe diese gewarnt, dass im aktuellen Haushaltsjahr rund 1,351 Millionen Euro an neuen Kreditaufnahmen geplant seien und 2022 bis 2024 die Neuverschuldung weiter zunehmen werde. Die Pro-Kopf-Verschuldung werde von 110,66 Euro zum Jahresende auf 139,54 Euro) und bis Ende 2024 auf 394,28 Euro steigen, also ein Mehrfaches des Landesdurchschnitts vergleichbarer Kommunen. Deshalb habe die Rechtsaufsicht keine finanziellen Gestaltungsspielräume gesehen und gefordert, alle Vorhaben auf ihre Finanzierbarkeit und die Folgelasten zu überprüfen. „Die SPD ist nicht gegen ein Lehrschwimmbecken, sondern ausschließlich finanzielle Gesichtspunkte haben uns zur Nichtaufnahme eines Lehrschwimmbeckens in den Finanzplan, bewogen“, betonte Allmut Schuhmann.

Für Schwimmstunden würde der Landkreis weniger zahlen

Auf Nachfrage wegen der schulischen Nutzung habe das Landratsamt mitgeteilt, dass der Landkreis pro Doppelstunde für den Schwimmunterricht 100 Euro (Obergrenze 10 000 Euro) zahlen würde, jedoch nicht die immer von der DLRG genannten 127 Euro.

Weil das Lehrschwimmbecken im Juni und Juli mit Rücksicht auf das Freibad Kunomare für den allgemeinen Badebetrieb geschlossen bleiben würde, wäre es nur 36 Wochen im Jahr geöffnet, warnten Mitglieder. Hinz kommen dass Altenkuntadt die Unterhaltskosten und Reparaturen alleine tragen müsste. Daher fragte ein Teilnehmer, ob der Altenkunstadter Bürgermeister nicht entschieden genug verhandelt habe, denn letztendlich werde alleine die Gemeinde Altenkunstadt geschröpft. Mögliche Kosteneinsparungen sprach Volker Thormählen vom Verein für kommunale Zusammenarbeit an. Der Staat, der den Schwimmunterricht im Lehrplan festschreibt, müsste hier stärker in die Pflicht genommen werden. Allein um die Förderanträge einzureichen, seien schon Kosten von weit über 100 000 Euro aufgewendet worden. Dass es auf längere Sicht beim Bau des Lehrschwimmbeckens eine Kostensteigerung von etwa sieben Prozent geben würde, nannten viele aufgrund der allgemeinen Baupreisentwicklung illusorisch.

„Es müssen alle entsprechenden Informationen nicht nur bearbeitet, sondern endlich auch weitergegeben werden und alle Verantwortlichen sollten zusammenkommen, wobei dann alle Fakten und damit Kosten auf den Tisch gelegte werden“, forderte Volker Thormählen.

SPD legt bei den Wahlen auch in Altenkunstadt deutlich zu

Mit dem Abschneiden des SPD-Ortsvereins bei den Bundestags- und Kommunalwahlen zeigte sich Vorsitzender Karlheinz Hofmann zufrieden. Auf Landkreisebene habe die SPD einen Stimmenzuwachs von 17,59 Prozent auf 19,8 Prozent und in der Gemeinde Altenkunstadt von 18,4 Prozent auf 22 Prozent verzeichnet. Das sei auch ein Erfolge der gemeinsamen Bemühungen und der Tatsache, dass sich viele junge Leute für die Partei engagierten.

Von Dieter Radziej

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