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ALTENKUNSTADT

Die Altenkunstadter Quartiersmanagerin Christina Pösch

Die Altenkunstadter Quartiersmanagerin Christina Pösch
Christina Pösch möchte als Quartiersmanagerin vor allem den Leerstand vieler Gebäude in der Gemeinde Altenkunstadt beheben.l Foto: Corinna Tübe

Sie bringt Fachwissen mit, hat erste Berufserfahrung gesammelt und kennt vor allem ihre Heimat: Mit Christina Pösch hat Altenkunstadt eine Quartiersmanagerin gefunden, die mit Herzblut vor allem gegen den Leerstand vieler Gebäude rund um den Marktplatz kämpft. Welche Rolle außerdem das alte Bootshaus am Main spielt.

Wenn nach dem Weihnachtsfest der bunte Schmuck und die Lichter wieder verschwinden, wird er wieder sichtbar werden: Der Leerstand vieler Gebäude, der den Ort trifft. Vor allem rund um den Marktplatz warten viele alte Häuser auf eine Renovierung und Kaufinteressierte. Um diese beiden Suchenden „zusammenzubringen“, ist Christina Pösch da. Die neue Quartiersmanagerin der Gemeinde Altenkunstadt erstellt gerade ein Leerstandskataster, das zudem auch die Baulücken im Gemeindegebiet auflistet. „Der Bedarf ist da: Viele Menschen suchen hier Wohnungen oder Grundstücke“, erklärt sie – auch mit Blick auf mögliche Förderungen durch die Regierung.

Dass ein Leben am Marktplatz, wie sein Name assoziiert, eher laut und unattraktiv wäre, stimmt dagegen nicht mehr: Längst hat sich eine „Neue Mitte“, etwa mit der Gestaltung des Raiffeisenplatzes und der Renaturierung der Weismain, weiter nordwestlich gebildet. „Diese ist aber vom Markplatz nicht weit entfernt“, betont Christina Pösch mit Blick auf die Attraktivität des ehemaligen Gemeindekerns als Wohnraum.

Start unter Corona-Bedingungen gemeistert

Die 30-jährige, die in Roth bei Lichtenfels aufgewachsen ist und heute in Woffendorf lebt, ist außerdem für die Veranstaltungsplanung der Gemeinde zuständig – sofern die Corona-Pandemie dies wieder zulässt. Doch Christina Pösch ist in diesen Tagen nicht untätig gewesen: Um den heimischen Gastronomen unter die Arme zu greifen, hat sie eine raffinierte Idee entwickelt: Über die sozialen Netzwerke sollen die Bürger dazu animiert werden, im Dezember Gutscheine im Wert von bis zu 50 Euro für Altenkunstadter Gaststätten zu kaufen. Pro Coupon soll die Gemeinde zehn Prozent der Kosten übernehmen. Auf diese Weise hat die Corona-Pandemie ihren „Start“ als Quartiersmanagerin in Altenkunstadt zwar beeinflusst, aber nicht zerrütten können.

Neben dem Studium

Denn aus solchen Ideen spricht Kreativität, aber auch Weitblick und Erfahrung. Diese kann Christina Pösch vorweisen: Als Quartiersmanagerin in Redwitz hat sie drei Jahre lang den Aufbau des neuen Bürgerhauses dort betreut: von der Planung über die Bewirtungsfrage bis hin zur Veranstaltungsplanung und diversen Nutzungsverträgen. Dabei war ihr vor allem die Beteiligung der örtlichen Vereine aber auch der Kinder und Jugendlichen am Ortsgeschehen wichtig. Für letztere organisierte sie unter anderem eine Kinderkirchweih und einen Skate-Contest. Dabei schrieb sie während ihrer Tätigkeit noch ihre Master-Arbeit für ihr Studium der Stadt- und Regionalforschung an der Universität Bayreuth.

Zuvor hatte sie ein Bachelorstudium der Geographie an der Universität Würzburg absolviert. Ausgezogen aber heimgekehrt, könnte man sagen. Denn die 30-Jährige hatte das Ziel, beruflich möglichst in der Heimatregion Fuß zu fassen. Durch einen Bekannten sei sie auf die damals ausgeschriebene Stelle der Quartiersmanagerin in Redwitz aufmerksam geworden.

Das alte Bootshaus am Main

Ihre Tätigkeit bringt es mit sich, viele vor-Ort-Termine zu haben und viele Kontakte zu pflegen – persönlich, per E-Mail und telefonisch. „Das macht mir Spaß, ich arbeite gerne mit Menschen zusammen.“ Auch die Flexibilität, die ihre Stelle bietet, gefällt ihr. Doch auch ein anderes Projekt liegt ihr am Herzen: Das alte Bootshaus am Main. Einst Treffpunkt vieler Generationen, heute durch einen Brand beschädigt. Die Woffendorferin möchte es wieder mit Leben füllen und auch der Altenkunstadter Gemeinderat macht sich bereits Gedanken dazu. Eine Attraktivitässteigerung wäre gewiss und würde noch einmal mehr Argumente gegen das „vermeintliche im Schatten-Stehen“ der Gemeinde im Hinblick auf den Nachbarmarkt Burgkunstadt liefern. Christina Pösch ist da nämlich anderer Meinung: Mit dem Kordigast, dem großen Sportzentrum an der Kordigasthalle oder dem Nepomuk, so zählt sie auf, wartet Altenkunstadt mit großartigen Freizeitmöglichkeiten auf. Als „Geheimtipp“ führt sie außerdem die Alte Synagoge an, die man kostenlos besichtigen, und dabei viel über die Vergangenheit der jüdischen Bevölkerung in Altenkunstadt erfahren kann. Auch sie selbst sei vor kurzem zum ersten Mal dort gewesen.

Die Schätze der Heimat kennt wohl niemand besser, der hier geboren, „ausgeflogen“ und wieder zurückgekehrt ist. Denn Christina Pösch ist auch nach ihrem Feierabend nicht untätig. Sie ist viel unterwegs, treibt Sport und hilft dort, wo sie gebraucht wird: Ob bei ihrer Familie auf dem landwirtschaftlichen Betrieb in Roth beim Rindfleischverkauf oder bei Erntearbeiten, oder bei Freunden.

Von Corinna Tübel

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