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MAINECK

Der Gesangverein Maineck ruht

Der Gesangverein Maineck ruht
Die geehrten Mitglieder des Gesangvereins Maineck (v.li.): Heribert Humbert, Detlef Thorwesten, Bürgermeister Robert Hümmer, Frank Fiedler, Erich Braunersreuther und 2. Vorsitzende Lieselotte Fiedler. Foto: Roland Dietz

Es war nicht gerade erfreulich, was der Vorsitzende des Gesangvereins Maineck, Detlef Thorwesten, bei der Hauptversammlung zu vermelden hatte. So hatte bereits zu Beginn des Jahres der Vorstand beschlossen, den Chor beim Fränkischen Sängerbund als „ruhend“ zu melden. Dies bedeutet, dass es in der nächsten Zeit nach über 130 Jahren keinen mehrstimmigen Chorgesang mehr geben wird.

Mit den 13 verbliebenen Aktiven war es nicht möglich, den Singbetrieb weiter aufrecht zu erhalten. Die Gründe dafür scheinen doch recht vielschichtig zu sein. Grundsätzlich sei es sicherlich so, dass keine jüngeren Sänger dazu gekommen sind. Die Werbung welche, Dirigentin Heidi Stehl und Sängerurgestein und Ehrenchorleiter Otto Bähr betrieben haben, war enorm. So wird es in Maineck kaum jemand geben, der nicht von den beiden oder von Mitgliedern zum Singen eingeladen wurde.

Ein weiterer Grund ist natürlich, dass von den älteren zuverlässigen Sängerinnen und Sängern viele inzwischen verstorben sind. Etliche Verbliebene waren dann nicht bereit, was auch verständlich erscheine, oft alleine zu singen oder fühlten sich inzwischen zu alt. Trotz dieser Tatsachen lassen sich die Mainecker Sängerinnen und Sänger nicht abhalten zumindest den Verein aufrecht zu erhalten um zusammen mit den anderen Ortsvereinen weiter ein dörfliches Miteinander pflegen zu können.

Nicht die Freude am Gesang verlieren

So soll es regelmäßige Treffen im Radlerheim geben, wo zumindest einstimmig Volkslieder gesungen werden sollen. „Vielleicht ergibt sich mal wieder die Möglichkeit, gesanglich im Chor tätig zu werden“, gibt Chorleiterin Heidi Stehl noch lange nicht auf. Sie rief dazu auf, dass wer weiter in einem Chor singen möchte, sich einem Nachbarverein anzuschließen und nicht die Freude am Gesang zu verlieren.

Der Bericht von Vorsitzenden Detlef Thorwesten zeigte dann auf, dass im Verein trotz der misslichen Lage im Gesang viel Bewegung da ist. So wurde 21 Jubilare des Vereins gratuliert. Auch hatten seit dem Ausbruch von Corona noch etliche Chorproben stattgefunden. Gegen den Kassenbericht von Schatzmeisterin Magdalena Braunersreuther und dem Protokoll von Schriftführer Heribert Humbert gab es keinerlei Einwände.

Der Gesangverein Maineck ruht
Das Vorstandsteam (v.li.): Lieselotte Fiedler, Detlef Thorwesten, Magdalena Braunersreuther Heribert Humbert und Bürgermeister Robert Hümmer. Foto: Roland Dietz

Bürgermeister Robert Hümmer bedauerte die Situation. Es mache sich nun bemerkbar, das Musik in Schulen schon lange nicht mehr so praktiziert werde, wie es früher war, als vor dem Unterricht oft noch dieser mit einem Lied eingestimmt wurde. Auch Chorleiter sind nur noch selten Pädagogen was das Verhältnis zwischen Schulen, Öffentlichkeit und Vereinen und Chören nicht einfacher mache. Dennoch sollte wie hier in Maineck nicht komplett die Flinte ins Korn geworfen werden. Gruppenvorsitzender Roland Dietz machte ein Gesellschaftsproblem aus, denn nicht nur Gesangvereine sind in ein bedrohliches Fahrwasser geraten. Überall fehlen Menschen für das Ehrenamt. So würden lieb gewonnene Traditionen wegbrechen.

Verdiente Sänger ausgezeichnet

Ein freudiges Ereignis war dann sicherlich, dass Heribert Humbert für 25 Jahre Singen im Chor ausgezeichnet werden konnte. Für zehn Jahre Singen im Chor erhielten diese Ehrung Erich Braunersreuther, Detlef Thorwesten und Frank Fiedler. Das es mit dem Verein weitergehen soll waren sich alle einig, daher nahmen die Wahlen mit folgendem Ergebnis einen zügigen Verlauf: Vorsitzender Deltlef Thorwesten, 2. Vorsitzende Liselotte Fiedler, Schriftführer Heribert Humbert, Schatzmeisterin Madleen Brauenrsreuther, Beiräte Dieter Baumann, Erich Braunersreuther und Gunda Grass, Revisoren Hans Wessel und Frank Fiedler.

 

Von Roland Dietz

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