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BURGKUNSTADT

Burgkunstadter Aquarienfreunde holen sich Tropen nach Hause

Burgkunstadter Aquarienfreunde holen sich Tropen nach Hause
Bei einem Blick in das Aquarium von Gerlinde und Siegfried Konrad tut sich dem aufmerksamen Betrachter eine faszinierende Welt auf. Foto: Dieter Radziej

Freude an einem ganz besonderen Hobby haben, aber andererseits auch die Augen für die Natur und Tierwelt öffnen: Das war der Slogan einer Jubiläumsveranstaltung der Aquarienfreunde. Seit über 60 Jahren vermittelt der Verein diesen Grundsatz.

Bei der denkwürdigen Jahreshauptversammlung der „Biologischen Vereinigung von Lichtenfels“ 1958 fassten die Burgkunstadter Mitglieder, den Entschluss, sich selbstständig zu machen. Sehr rasch war mit dem 5. Dezember 1958 der geeignete Termin für die Gründungsversammlung im Café Besold festgelegt. 20 interessierte Mitbürgerinnen und Mitbürger fanden sich dazu ein.

Nach zehn Jahren schon eine Aquarienausstellung in der Stadthalle

„Aquarienfreunde Burgkunstadt“ sollte der Verein heißen, bei dem Heinz Gottet das Amt des Vorsitzenden übernahm; als sein Stellvertreter wurde Hans Rehm gewählt, als Kassenverwalter und Schriftführer Franz Dworak, als Zeugwart Paul Döring und in den Vereinsausschuss Dr. Fritz Streifeneder, Friedhold Hilgendag, Franz Scholl, Josef Schmitt und Bernard Fick.

1959 übernahm Dr. Fritz Streifeneder den Vorsitz, ab dem Folgejahr dann Erhard Zeuch. Zusehends begannen bei der Vereinsarbeit interessante Fachvorträge in den Mittelpunkt zu rücken, und schon nach zehn Jahren präsentierten sich die Mitglieder in der Stadthalle mit einer ansprechenden Aquarienausstellung. In den 1970-er Jahren gab es sogar einmal eine Jugendgruppe.

Regelmäßige Zierfisch- und Pflanzenbörsen

Nach 22-jähriger Tätigkeit legte der unvergessene Erhard Zeuch sein Amt in jüngere Hände. Neuer Vereinsvorsitzender wurde Rudi Körner, dem Manfred Schardt, viele Jahre bereits als Schatzmeister tätig, fortan als Stellvertreter zur Seite stand.

Am 15. Oktober 1983 wurde mit einem Fest- und Ehrungsabendabend in den Püls-Bräu-Stuben das 25-jährige Bestehen gefeiert. Auch in den 1980-ern brachte der Vorsitzende die Idee ein, regelmäßig eine Zierfisch- und Pflanzenbörse abzuhalten. Viele nutzten diese Gelegenheit, sich preiswert mit Fischen und Pflanzen für das Aquarium und ihre Zierfischteiche zu versorgen.

„Holen Sie die Traumwelt ferner Ozeane und aus den tropischer Flüsse in ihr Haus, in das Aquarium.“
Wahlspruch der Aquarienfreunde Burgkunstadt

Auch in gesellschaftlicher Hinsicht waren die Aquarienfreunde recht aktiv. Es gab glanzvolle Faschingsveranstaltungen mit Ordensverleihungen und Büttenreden, Wanderungen, Sommerfeste, Ausstellungen, Fachvorträge, Studienreisen und Fahrten zu Zierfischbörsen sowie jede Menge Einblicke in eine faszinierende Unterwasserwelt.

Burgkunstadter Aquarienfreunde holen sich Tropen nach Hause
Mit einer Ehrenurkunde würdigten die Aquarienfreunde Burgkunstadt die Tätigkeit ihres Vereinsvorsitzenden Rudi Körner, der in einigen Tagen 39 Jahre als Vorsitzender an der Spitze des Vereins steht. Foto: Dieter Radziej

Bald etablierte sich im Verein der Wahlspruch: „Holen Sie die Traumwelt ferner Ozeane und aus den tropischer Flüsse in ihr Haus, in das Aquarium.“ Wer sich dafür entschied, dem boten die Aquarienfreunde unzählige Möglichkeiten zum Erfahrungsaustausch und zum Fachsimpeln. Vorträge wie die des unvergessenen Paul Hilpert vermittelten Einblicke in die Tiefen der Ozeane. Unvergessen auch die Aquarien, die viele Jahre zum Beispiel in der Kreissparkasse, in der Schule, im Schuhhaus Rehm, im Café Besold und in der Baur-Kaufwelt zu sehen waren.

Ausflugsfahrten an den Gardasee und zum Aquarium im Berliner Zoo

Ausflugsfahrten führten bis nach Wien, Ungarn und an den Gardasee, ebenso wie zum Lago Maggiore, nach Kroatien, in die Schweiz und nach Südmähren. Unvergessen bleiben die Besuche des Aquariums im Zoo von Berlin und des Ozeanographischen Instituts von Jaques Cousteau in Monaco.

Entscheidend für die positive Entwicklung der Aquarienfreunde war immer die Tatsache, dass alle Mitglieder das Vereinsleben als eine echte Gemeinschaft empfanden und ihnen stets die freundschaftliche Verbundenheit wichtig war. Jeder erhielt interessante Erfahrungen und Informationen vermittelt, wenn es um die Neueinrichtung eines Aquariums ging, ob es ein Süßwasser- oder Salzwasserbecken sein sollte, welche Fische und Pflanzen zueinander passen und was für das Wohlbefinden beachtet werden sollte, etwa die Temperatur, die Wasserqualität und Beleuchtung, der Sauerstoffgehalt, der ph-Wert und die Fütterung.

Dies war ganz besonders den Verantwortlichen des jeweiligen Vorstands immer wichtig, heute vor allem dem Vorsitzenden Rudi Körner, der in wenigen Tagen genau 39 Jahre an der Spitze des Vereins steht. Alle Mitglieder tragen auch heute die Idee des gemeinsamen Hobbys, „Die Augen der Menschen für die Natur und ihre Tierwelt zu öffnen“, weiter.

Von Dieter Radziej

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