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BURGKUNSTADT

Burgkunstadt prüft eine Bebauung des Festplatzes

Zentrale Lage, wenig genutzt: Der Burgkunstadter Festplatz wäre ein guter Standort für Seniorenwohnungen. Um die Möglichkeiten dafür zu prüfen soll ein städtebaulicher Rahmenplan erstellt werden. Foto: Gerhard Herrmann

Die Zeiten großer Feiern auf dem Burgkunstadter Festplatz sind lange vorbei. Genutzt werden meist nur die Ruhebänke und die Parkplätze. Jetzt wollen Investoren das Grundstück kaufen, um dort Wohnungen zu bauen. Um den Weg dafür zu ebnen, hat der Stadtrat am Dienstagabend beschlossen, einen städtebaulichen Rahmenplan für das Areal beim Planungsbüro plan&werk aus Bamberg in Auftrag zu geben (Kosten: 9329 Euro). Die Räte des Bürgervereins stimmte dagegen, weil sie sich eine weitreichendere Planung gewünscht hätten.

Weil der Festplatz im Städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) als Grünfläche vorgesehen ist, hatte die Regierung von Oberfranken eine andere Nutzung bisher abgelehnt, würde aber einlenken, wenn das Gelände überplant werde, erläuterte Bürgermeisterin Christine Frieß. Weil es sich um ein begrenztes Gebiet handelt, lasse sich die Planung schnell und ohne Ausschreibung umsetzen. Es gebe Anfragen wegen eines Projekts für betreutes Wohnen.

Bürgerverein fordert, die gesamte Altstadt in die Planung einzubeziehen

Mit den Arbeiten für die städtebauliche Aufwertung des Weihersbachs hat der Stadtrat die Firma AS-Bau aus Hof für rund 840 510 Euro beauftragt. Foto: Gerhard Herrmann

„Wir müssen größer denken und Ideen für die Entwicklung des gesamten Altstadtgebiets prüfen“, forderte Dr. Ulrike Dinglreiter (Bürgerverein, BV). Der Festplatz sei das letzte unbebaute Grundstück im Besitz der Stadt und wenn seine Nutzung nicht im Zusammenhang mit der Gestaltung der Umgebung gesehen werde, verschenke man Möglichkeiten.

Obwohl er ursprünglich gegen einen Verkauf gewesen sei, finde er die Nutzung für Wohnungen sinnvoll, erklärte Günter Knorr (CSU). Allerdings sollte dafür ein Festplatz an anderer Stelle, etwa südlich des Feuerwehrhauses geschaffen und durch eine Sommerhalle aufgewertet werden. Für eine Wohnnutzung sprach sich auch Katrin Weißmann (CSU) aus, da das umliegende Gelände in Privatbesitz und ein Verkauf fraglich sei. Bei der Planung solle darauf geachtet werden, die Möglichkeiten für die umliegenden Grundstücke nicht zu blockieren, forderte Zweite Bürgermeisterin Susanne Bock von Wülfingen (FW).

Wenn der Fußballplatz in die Planung einbezogen würde, wäre genug Platz um nicht nur Wohnungen, sondern auch eine Grünanlage für alle Bürger zu verwirklichen, regte Thomas Müller (BV) an. Für diese Möglichkeit sprachen sich auch Sebastian Callens (Grüne) und Niklas Stadelmann (CSU) aus. Eine Erweitung um den Sportplatz würde die Kosten verdreifachen und wegen der dann erforderlichen Ausschreibung die Planung um mindestens ein Jahr verzögern, warnte Geschäftsleitender Beamter Sven Dietel mit Blick auf die Investoren. Außerdem fehle ein Ersatzgrundstück für die Fußballer.

Ein Herzstück des Entwicklungskonzepts ist die städtebauliche Aufwertung des Weihersbachs, wo im Zug der Kanalsanierung ein attraktiver Platz mit Parkplätzen und viel Grün geschaffen werden soll. Einstimmig beschlossen wurde die Vergabe der Arbeiten an die Firma AS-Bau in Hof für rund 840 510 Euro. Hinzu kommen rund 50 000 Euro für Grünanlagen und Steinmetzarbeiten, die im nächsten Frühjahr vergeben werden sollen. Die Kostensteigerung gegenüber der Schätzung (680 000 Euro) erklärte die Bürgermeisterin mit der aktuellen Auslastung der Baufirmen.

Eine Notgruppe für die Kinderkrippe der evangelischen Kirchengemeinde Burgkunstadt wird im Erdgeschoss des Pfarrhauses eingerichtet. Foto: Gerhard Herrmann

Gebilligt hat der Stadtrat die Einrichtung einer provisorischen Gruppe der Kinderkrippe der evangelischen Kirchengemeinde im Erdgeschoss des Pfarrhauses. Wegen des steigenden Bedarfs müssen weitere Betreuungsplätze geschaffen werden. Die Kosten für den Umbau betragen rund 100 000 Euro. Für die Ausstattung und Spielgeräte stellt die Stadt 7500 Euro aus dem Spendentopf der Sparkasse Coburg-Lichtenfels zur Verfügung. Allein stand Thomas Müller mit der Anregung, 3000 Euro davon für die Anschaffung eines neuen Bürgerbusses abzweigen, falls nicht genügend Spenden zur Finanzierung zusammenkommen. Allerdings muss die Stadt die Ausstattung der Krippe ohnehin zahlen.

Neue Sektionaltore erhält das Burgkunstadter Feuerwehrhaus. Foto: Gerhard Herrmann

Die Ersatzbeschaffung für den in die Jahre gekommenen Bürgerbus haben die Räte unter Vorbehalt einer endgültigen Entscheidung im September getroffen. Dann soll überprüft werden, ob das verbesserte Angebot der Öffentlichen Nahverkehrslinien im östlichen Stadtgebiet (Kirchlein-Gärtenroth-Mainklein) noch erforderlich ist. Andere Kommunen wie Ebensfeld überlegten deshalb bereits die Einstellung des Bürgerbus-Betriebs, erläuterte Markus Simon vom Landratsamt. Der Fahrservice werde vor allem in Burgkunstadt als „Senioren-Shuttle“ benötigt, wo oft 14 Passagiere zusammenkommen, so dass zwei Touren gefahren werden, warb Ingrid Kohles (FW) für eine Neuanschaffung. „Das sind wir den Senioren schuldig“, betonte Dritter Bürgermeister Manfred Hofmann (CSU).

„Wir können von über 80-jährigen Menschen nicht verlangen, dass sie zur Bushaltestelle gehen.“
Dieter Geyer, Bürgerbus-Fahrer
Mit Nazi-Symbolen beschmiert wurde die Skateranlage Jan Park. Statt einer künstlerischen Gestaltung zur Verhinderung solchen Vandalismus sollen jetzt andere Verbesserungen wie ein Sonnenschutz mit den Jugendlichen besprochen werden. Foto: Gerhard Herrmann

„Wir können von über 80-jährigen Menschen nicht verlangen, dass sie zur Bushaltestelle gehen“, sagte Dieter Geyer, der das City-Mobil im Wechsel mit sechs Kollegen ehrenamtlich fährt. Die Anschaffungskosten schätzte er auf rund 33 000 Euro, davon könnte die Hälfte über Zuschüsse finanziert werden. Zuversichtlich sei er, den Rest über Spenden beizutragen: „Wenn ich das Geld bis dahin nicht zusammenbekomme, können wir im September noch absagen.“

Aus dem Stadtrat: Leerstände nutzen und Planung für Theisauer Feuerwehrhaus

Ein lange gehegter Wunsch ist eine sinnvolle Nutzung der Ruine am Bauershof. Eine Bezuschussung des Vorhabens über die Förderinitiative „Innen statt Außen“ hat die Regierung von Oberfranken in Aussicht gestellt, wenn die Stadt einen Selbstbindungsbeschluss fasst, dass vorrangig vorhandene Potenziale (Brachflächen und Leerstände) genutzt werden, bevor neue Flächen ausgewiesen werden. Bei sechs Gegenstimmen wurde der Selbstbindungsbeschluss gefasst. „Wenn wir deswegen Baugebiete wie Lerchenbühl III West oder am Ebnether Berg nicht mehr verwirklichen könnten, hätten wir ein Eigentor geschossen“, warnte Michael Doppel (FW). Den Beitrag zur Senkungs des Landverbrauchs begrüßte Günter Knorr (CSU). Wenn die Eigentümer von Leerständen nicht verkauften, könnten Bauplätze erschlossen werden, betonte Niklas Stadelmann (CSU).

Theisau soll ein neues Feuerwehrhaus bekommen, weil das bestehende nicht nur marode ist, sondern weder Toiletten, Heizung, noch Sozialräume bietet. Beschlossen wurde, das Projekt voranzutreiben, den Grundstückstausch vorzunehmen und die ersten Planungen zu vergeben. Vorgesehen ist eine Gerätehalle auf einer Wiese am Ortsausgang in Richtung Kirchlein, von der ein Drittel (90 Quadratmeter) für Sozial- und Sanitärräume genutzt wird und zwei Drittel für Spitze und Traktor. Die Kosten von rund 435 000 Euro könnten durch Eigenleistung der Wehrleute gesenkt werden. Eine Nutzung als Gemeinschaftshaus sei möglich.

Mit dem Einbau von neuen Sektionaltoren im Feuerwehrhaus wurde die Firma Pöllath für 39 955 Euro beauftragt.

Mit Nazi-Symbolen wurde die Skateranlage Jan Park beschmiert. Da eine Reinigung den Belag beschädigen könnte, hatte die Verwaltung eine künstlerische Gestaltung, etwa durch einen Graffiti-Workshop mit Jugendlichen (13 012 Euro) oder einen Künstler (5500 Euro) angeregt. Die Jugendlichen hätten die Hakenkreuze zum Teil schon übermalt und wünschten sich stattdessen einen Sonnenschutz, eine größere Unterstellmöglichkeit und eine zweite Mülltonne, berichtete Bernarda Callens (Grüne) von einem Gespräch mit den Nutzern. Ein Sonnensegel könnte über den Werbeaufdruck eines Sponsors finanziert werden, meinte Marco Hennemann (CSU). Einig waren sich die Räte, vor einem Beschluss mit den Jugendlichen zu reden.

Damit die Stadtverwaltung besser mit Menschen mit Behinderung, Senioren und Nicht-Muttersprachlern kommunizieren kann, wird auf Antrag des Bürgervereins geprüft, ob Bedarf an Informationen in Leichter Sprache besteht. Dazu wird eine Besprechung mit den Leitern entsprechender Einrichtungen einberufen.

In den Stiftungsrat der Bürgerstiftung wurde nach Ausscheiden von Rudi Fetzer der ehemalige SPD-Stadtrat Wolfgang Sievert berufen. Vertreten sind außerdem Bürgermeisterin Christine Frieß, Dr. Otmar Fugmann, Gerlinde Konrad und Heinz Petterich. Eine Förderung von 560 000 Euro gewährt die Regierung für den Vollausbau der Gemeindeverbindungsstraße von Eben nach Schmeilsdorf (70 Prozent der förderfähigen Kosten von 800 000 Euro (Gesamtkosten: 970 000 Euro), teilte die Bürgermeisterin mit.

Von Gerhard Herrmann

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