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BURGKUNSTADT

Burgkunstadt: Der Fußballplatz soll in der Stadt bleiben

Der Fußballplatz des FC Burgkunstadt prägt das Stadtbild. Beliebt ist der Kerwes-Fußball (Bild), den die Kicker ausrichten. Für Debatten im Stadtrat sorgte ein Antrag des Bürgervereins, zu prüfen, ob das Gelände für einen Stadtpark und Wohnungen genutzt werden könnte. Foto: Archiv-Ingrid Kohnes

Bereits beim Beschluss über eine Überplanung des Burgkunstadter Festplatzes wegen einer möglichen Bebauung hatte der Stadtrat sich mehrheitlich gegen eine Einbeziehung des Sportgeländes des 1. FC Burgkunstadt ausgesprochen. Die Diskussion fachte der Bürgerverein mit einem Antrag, das Sportgelände zu überplanen, um zu prüfen, ob dort eine Art Stadtpark, barrierefreie Wohnungen, ein Spielplatz und Gastronomie entstehen könnten, erneut an. Nachdem sich alle anderen Fraktionen für das Ende der Debatte ausgesprochen hatten (Antrag von Ulrike Koch, SPD), wurde der Antrag von Dr. Ulrike Dinglreiter (BV) zurückgezogen.

Um für ihr Sportgelände zu kämpfen, waren zahlreiche Mitglieder des FCB sowie Vorsitzender Wolfgang Straßgürtel und seine Kollegen Holger Ramming und Alexander Beck zur Sitzung gekommen. Der Verein, der im nächsten Jahr sein 110-jähriges Bestehen feiert, befinde sich mit rund 200 Spielern in elf Mannschaften im Aufwind, erklärte Holger Ramming. Auf dem Sportgelände kicken vom Dreijährigen bis zum Senioren alle Altersgruppen und auch bei der Integration von Flüchtlingen haben die Fußballer sich engagiert. Rund 50 000 Euro haben sie im vergangenen Jahr in die Sanierung des Sportheims investiert. Um einen Blsv-Zuschuss für die geplante Bewässerungsanlage und die Umrüstung der Fluchtlichtanlage auf LED zu erhalten, bräuchte der Verein Planungssicherheit durch einen 25-jährigen Pachtvertrag. „Es ist zum Heulen – wir können doch nicht am Berg trainieren“, kommentierte Straßgürtel die Diskussion um ein anderes Gelände.

„Es ist zum Heulen – wir können doch nicht am Berg trainieren.“
Wolfgang Straßgürtel, 1. Vorsitzender FC Burgkunstadt

Wenn der Festplatz bei einer Bebauung als Treffpunkt und öffentlicher Raum wegfalle, sollte geprüft werden, ob auf dem angrenzenden 2,1 Hektar großen Gelände, das die Stadt den Fußballern verpachtet hat, ein Ersatz geschaffen werden könnte, forderte Dinglreiter. Es gehe nicht darum, die Kicker zu vertreiben, sondern gemeinsam mit ihnen Ideen zu sammeln, wie die Flächen in der Stadtmitte am besten genutzt werden könnten. „Es sollten keine Entscheidungen mehr getroffen werden, ohne alle Möglichkeiten zu prüfen“, betonte sie.

Mit sogenannten „Schuhfenstern“ will die Arbeitsgemeinschaft Stadtumbaumanagement leer stehende Läden in der Altstadt nutzen, um für deren Nutzung und das Schustermuseum zu werben. Foto: Architekturbüro Edith Obrusnik, Stadtumbaumanagement Burgkunstadt

Im Städtebaulichen Entwicklungskonzept (Isek) und im Flächennutzungsplan sei das FC-Gelände als Sportfläche vorgesehen, sagte Bürgermeisterin Christine Frieß. Um die Innenstadt attraktiver zu machen, wäre es wichtiger, die Altstadt zu sanieren, bevor Wohnflächen auf Sportgelände ausgewiesen werden, zumal die Neuanlage der Sportplätze mehrere 100 000 Euro kosten würde.

Für die wertvolle Jugendarbeit des Vereins sei die zentrale Lage wichtig, und auch das Stadtbild profitiere von dem Rasenfeld, sagte Günter Knorr (CSU). Das gelte es zu bewahren. „Bevor man einen solchen Antrag stellt, sollte man mit dem betroffenen Verein reden“, forderte Sportreferent Joachim Ruß (CSU). Es sollte gewürdigt werden, dass der FC seit über 100 Jahren auf dem Gelände einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen und sportlichen Leben leiste. Es sei im Stadtgebiet kaum möglich, einen anderen Platz zu finden, außerdem könne sich die Stadt die Kosten für das Ersatzgelände nicht leisten.

Es mache keinen Sinn, das Entwicklungskonzept mit immer neuen Ideen in Frage zu stellen, meinte auch Dieter Schmiedel (SPD): „Statt Unsicherheit zu schüren, sollten wir dem FCB Planungssicherheit geben.“ Für eine formlose Prüfung, ob sich ein alternativer Standort für die Fußballer finden ließe und andernfalls eine Verlängerung des Pachtvertrags sprachen sich Zweite Bürgermeisterin Susanne Bock von Wülfingen (FW) und Katrin Weißmann (CSU) aus. „Die Diskussion hätten wir uns sparen können, wenn wir gewusst hätten, dass der Pachtvertrag bis 2029 verlängert wird“, kritisierte Bock von Wülfingen die Informationspolitik der Bürgermeisterin. „Wir brauchen keinen Stadtpark, wenn man in zehn Minuten im Grünen ist“, sagte Michael Doppel (FW). Wegen der Nähe zur Bundesstraße werde eine Wohnbebauung dort schwierig.

Weil eine Radfahrerin gegen die Absperrung an der Theisauer Fußgängerbrücke gestoßen ist und sich dabei verletzte, hat der Bauausschuss beschlossen, die Barriere auf der rechten Seite wieder abzubauen. Foto: Gerhard Herrmann

Atelier, Arztpraxis oder Parkhaus in der „Akropolis“

Für die Bauruine der sogenannten „Akropolis“ Am Bauershof 2 zeichnet sich eine Lösung ab. Das Büro plan&werk aus Bamberg hat vier Entwürfe vorgestellt, über die die Stadträte in der nächsten Sitzung entscheiden sollen. Zwei der Planungsvarianten sehen den Abbruch der ehemaligen Schuhfabrik und den Bau eines Parkhauses (33 oder 27 Stellplätze) mit der Möglichkeit von Wohnungen auf dem Dach vor. Die beiden anderen Varianten seien eine Sanierung der soliden Bausubstanz und die Nutzung für Ateliers oder eine Arztpraxis beziehungsweise Büros sowie zusätzliche Wohnungen, wie Planer Franz Ullrich erläuterte.

Gleichzeitig haben die Planer die Parksituation in der Altstadt unter die Lupe genommen und festgestellt, dass durchgehend mindestens 30 Prozent der insgesamt 370 Parkplätze nicht belegt sind, sodass ein Parkhaus nicht erforderlich wäre, um den Marktplatz durch Wegnahme von bis zu 15 Stellplätzen attraktiver zu gestalten. „Wenn wir die Bürger und Mitarbeiter dazu bewegen könnten, am Alten Postweg zu parken, könnten wir uns viele Stellplätze in der Oberstadt sparen“, meinte Ingrid Kohles (FW).

„Schuhfenster“ als Hingucker und Werbung für Museum und Sanierung

Mit dem Projekt „Schuhfenster“ will die Arbeitsgemeinschaft Stadtumbaumanagement leere Schaufenster vor allem in der Kulmbacher Straße nutzen, um Exponate, die im Deutschen Schustermuseum nicht gezeigt werden können, zu präsentieren. Damit könnte nicht nur für das einzigartige Museum und die Stadt geworben werden, sondern auch für die Nutzung der Leerstände, erklärte Edith Obrusnik vom beauftragten Büro plan&werk. In Planung sind elf Schaufenster mit je einer Infotafel zur Zeit- und Modegeschichte der jeweiligen Epoche, die ab September eingerichtet werden sollen.

Der städtebauliche Erneuerungsprozess habe in den vergangenen eineinhalb Jahre viele Früchte getragen. Groß sei das Interesse der Immobilienbesitzer am Leerstandsmanagement (14 Eigentümer wurden kontaktiert) und der Immobilienbörse (Vermieter können demnächst im Amtsblatt und auf der Website der Stadt ihre Angebote präsentieren). Außerdem wurde ein Förderprogramm erarbeitet, das bis zu 50 000 Euro Zuschuss für die Sanierung von Privathäusern und bis zu 15 000 Euro für Geschäftshäuser vorsieht. Aus der Bürgerbeteiligung (Runde Tische und Zukunftswerkstatt) wurden Vorschläge für die Aufwertung von Marktplatz und Altstadt gesammelt.

Attraktive Beschilderung und mehr Grün in der Altstadt

Als Leuchtturmprojekte sollen eine alternative Stadtbeschilderung, mehr Stadtgrün und ein lebendiger Marktplatz (Sitzgelegenheiten, Stärkung der vorhandenen Angebote von Museum bis Töpferei) mit einfachen Mitteln verwirklicht werden. Gefördert werden könnten diese Verbesserungen aus einem Projektfonds (Mittel aus Spenden und Erlösen), dessen Zuwendungen durch die Städtebauförderung verdoppelt werden, so Obrusnik. Bisher habe das Stadtumbaumanagement 49 354 Euro gekostet, von denen die Stadt 29 612 Euro getragen hat.

Ateliers, Wohnungen oder ein Parkhaus könnten auf dem Grundstück der „Akropolis“ am Bauershof 2 entstehen. Über drei Planvarianten des Architekturbüros plan&werk aus Bamberg wird der Stadtrat in der nächsten Sitzung entscheiden. Foto: Gerhard Herrmann

Aus dem Stadtrat: Sechs Anläufe zu einem Beschluss

Sechs Mal stimmte der Bauausschuss am Dienstagabend über die Absperrung an der Fußgängerbrücke bei Theisau ab, bevor sich eine Mehrheit fand. Künftig wird die in Kopfhöhe angebrachte Sperre, die Radler zum Absteigen bewegen, aber Rollstuhlfahrer durchlässt, entfernt. Nachdem eine Radfahrerin sich daran den Kopf gestoßen und so hart gestürzt war, dass sie mit dem Rettungshubschrauber abtransportiert werden musste, besichtigten die Räte die Absperrung. Sie soll verhindern, dass Reiter die Brücke passieren und dabei die Holzbohlen zerstören, erklärte Bürgermeisterin Christine Frieß. Sicherheitsbeauftragter Timm Vogeler hatte bestätigt, dass gegen die Absperrung und die Beschilderung (Radfahrer absteigen) keine Bedenken bestehen. Schließlich folgte die Mehrheit dem Vorschlag von Drittem Bürgermeister Manfred Hofmann die Stange zu entfernen, um so ernsthafte Verletzungen zu verhindern.

Beschlossen wurde die Sanierung des Abwasserkanals Süd-Anger für 901 249 Euro durch die Firma Mühlherr Bau aus Sonneberg.

Statt ein neues Citymobil anzuschaffen, wird die Stadt auf Anregung von Susanne Bock von Wülfingen (FW) den Bus der Gemeinde Altenkunstadt mitnutzen. Das Fahrzeug verfügt über eine absenkbare Plattform und kommt günstiger als die Anschaffung eines Busses, der rund 60 000 Euro kosten würde (Zuschuss von 32 000 Euro). Er soll weiterhin Dienstag als Seniorenshuttle eingesetzt werden.

Weil die Digitalisierung der Stadtverwaltung (Antrag Freie Wähler) sehr umfangreich ist, soll sie in Modulen erfolgen, begleitet von der neuen Referentin für Wirtschaft und Digitalisierung, Verena Beck (FW) mit regelmäßigen Berichten im Stadtrat.

Beschlossen wurde die Einbeziehungssatzung Kirchlein (An der Salzrinne).

 

Von Gerhard Herrmann

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