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STRÖSSENDORF

Bis zu 4000 Teilnehmer bei Volkswanderungen in Strössendorf

Bis zu 4000 Teilnehmer bei Volkswanderungen in Strössendorf
Bis zu 4000 Teilnehmer kamen manchmal zu den IVV-Volkswandertagen nach Strössendorf und begaben sich vom einstigen Sportplatz an der Zeublitzer Straße auf die unterschiedlichen Strecken. Foto: Dieter Radziej

Das malerische Strössendorf ist immer einen Ausflug wert. Angesichts der Kontaktbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie erinnert sich mancher Wanderfreund wehmütig an die Volkswanderungen, die in den 1970-er Jahren teilweise tausende von Ausflüglern in das Dorf lockten.

Neben der Freiwilligen Feuerwehr und dem Gartenbauverein bestimmt der 1928 gegründete Turnverein das gesellschaftliche Leben in Strössendorf. Zeitweise wurde dieser Verein als die „Schmiede der Leichtathletik“ bezeichnet, denn über Jahrzehnte hinweg sorgten die Strössendorfer Sportler in ganz Bayern und sogar über die Landesgrenzen hinaus bei Deutschen Meisterschaften für Aufsehen.

Ganze Vereine marschierten mit, und für die größten Gruppen gab's Preise

Neben Leichtathletik und Gymnastik wurde auch frühzeitig Breitensport wie Kinderturnen angeboten. Der engagierte Vorstand mit Simon Schmidt und Rudolf Jahn an der Spitze griff auch die Initiative der IVV-Wanderungen auf. In den 1970-er Jahren bescherten sie den Veranstaltern einen ungeahnten Besucherandrang. Nicht nur einzelne Tourengänger, sondern auch Eheleute, Familien und sogar Vereine schnürten die Wanderstiefel. Regelmäßig bot der Verein dabei meist zwei Strecken, eine etwas anspruchsvollere und eine kürzere, an, so dass jeder Teilnehmer auf seine Kosten kommen konnte. Unterwegs gab es Verpflegungsstellen und neben dem Naturerlebnis entwickelten sich bald viele freundschaftliche Kontakte. Häufig wurde dabei schon die gemeinsame Teilnahme an der nächsten Wanderung vereinbart.

Als Anerkennung für die Teilnehmer gab dekorativ gestaltete Medaillen, die je nach der zurückgelegten Strecke in Gold oder Silber verliehen wurden, Krüge, und teilweise sogar Gruppenpreise für die stärksten Wanderabteilungen.

Die IVV-Wanderungen des TV Strössendorf, der stets neue attraktive Strecken auswählte, erfreuten sich über viele Jahre hinweg allseitiger Beliebtheit und in Rekord-Jahren nahmen bis zu 4000 Wanderlustige daran teil. Sie starteten am einstigen Sportplatz an der Zeublitzer Straße und nach der Rückkehr nutzten sie die Gelegenheit zu einer gemütlichen Einkehr. Dafür war ein Festzelt aufgebaut und für Bewirtung gesorgt. „Familienwandertage“ und „Beweg-Dich-Tage“ gab es in späteren Jahren auch in Altenkunstadt beim Brauhaus Leikeim und durch den 1. FC Altenkunstadt organisiert. Der FC organisierte Wander- und Nordic-Walking-Tage, womit sich ein breites Angebot an sportlichen Möglichkeiten eröffnete.

Familienausflüge und Genusswanderungen

Auch wenn die Zeit der Volkswanderungen lange vorbei ist, genießen viele Besucher aus dem Landkreis und der weiteren Region die beschauliche Jura-Landschaft und das Maintal im östlichen Landkreis bei Ausflügen. Orientierung bieten lokale Wanderkarten. Ein besonderes Erlebnis sind außerdem die von den Kommunen und der Umweltstation des Landkreises organisierten Genusswanderungen unter sachkundiger Führung und mit Kostproben regionaler Spezialitäten.

Bis zu 4000 Teilnehmer bei Volkswanderungen in Strössendorf
Unterwegs und am Ausgangspunkt war in schöner Regelmäßigkeit für eine kleine Erfrischung gesorgt, die meist die BRK-Kolonne Burgkunstadt organisierte. Foto: Dieter Radziej
Bis zu 4000 Teilnehmer bei Volkswanderungen in Strössendorf
Siegerehrung nach der fünften Volkswanderung in Strössendorf 1978: Den ersten Platz belegte der Wanderclub Weismain, der 186 Wanderer auf die Beine gebracht hatte. Der damalige Bürgermeister und Schirmherr Fred Hermannsdörfer (Mitte) und TV-Vorsitzender Simon Schmidt ehrten die Teilnehmer. Foto: Dieter Radziej

Von Dieter Radziej

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