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ALTENKUNSTADT

Bauausschuss Altenkunstadt will Telefonsäule erhalten

Bauausschuss Altenkunstadt will Telefonsäule erhalten
Die Telefonsäule am Rathaus bleibt stehen, um in einem Notfall Notrufe abgeben zu können. Foto: Stephan Stöckel

In Smartphone-Zeiten sind öffentliche Fernsprecher ein Auslaufmodell – möchte man meinen. Nicht so in Altenkunstadt. Mit überwältigender Mehrheit (zehn zu zwei Stimmen) sprach sich der Bauausschuss in seiner Sitzung am Dienstagabend gegen den von der Telekom gewünschten Abbau des Fernsprechers neben dem Rathaus aus.

„So wie es eine Notrufsäule an der Autobahn gibt, sollten wir auch die Telefonsäule für die Notversorgung unserer Bürger beibehalten“, sprach Stephanie Dittrich (Bündnisgrüne) vielen aus der Seele. Vor drei Jahren hatte der Telefonanbieter das alte Telefonhäuschen durch das jetzige Basistelefon ersetzt. Da in den vergangenen Jahren niemand das Scheckkartentelefon benutzt hatte, wollte es die Telekom wieder abbauen.

Bauausschuss Altenkunstadt will Telefonsäule erhalten
200 Meter vor der nördlichen Ortseinfahrt von Spiesberg wird das Tempo auf der Kreisstraße wegen einer Kuppe auf 70 Stundenkilometer reduziert. Foto: Stephan Stöckel

Dittrich argumentierte, dass man auch ohne Karte immer einen Notruf absetzen könne. Melitta Braun (CSU) hielt den Marktplatz ungeeignet für eine solche „Notrufsäule“. Hier könne man bei den Anwohnern klingeln, meinte sie. Ein Notruftelefon hingegen sollte dort stehen, wo keiner erreichbar sei.

„Vielleicht hätte die Telekom besser daran getan, wenn sie die Säule auf dem Fachmarktzentrum aufgestellt hätte“, mutmaßte Zweiter Bürgermeister Marco Weidner von der Jungen Wähler Union (JWU), der den im Urlaub befindlichen Bürgermeister Robert Hümmer (CSU) vertrat.

Georg Deuerling von den Freien Bürgern der Ortsteile (FBO) hingegen hielt den Platz neben dem Rathaus für gut, da sich viele ältere Kirch- und Friedhofsgänger in der Umgebung aufhielten.

Bei Spiesberg gilt künftig Tempo 70

Bei einer Verkehrsschau wurde im Ortsteil Spiesberg festgestellt, dass auf der Kreisstraße Lif 3 wegen einer Kuppe in Fahrtrichtung Burkheim die notwendige Sichtweite auf die Einmündung der nördlichen Ortszufahrt nicht gegeben ist. Aus diesem Grund wird 200 Meter vor der Einmündung eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 70 Stundenkilometern auf der Kreisstraße Lif 3 angeordnet, die nach der südlichen Ortszufahrt von Spiesberg wieder aufgehoben wird.

Das Gremium begrüßte das Tempolimit. Zugleich sprachen sich die Gemeinderäte dafür aus, auch in Richtung Wolfsloch 200 Meter vor der Einmüdung in die südliche Ortszufahrt die Geschwindigkeit ebenfalls zu beschränken. Die Gemeindeverwaltung will sich dafür bei den entsprechenden Stellen einsetzen.

Bauausschuss Altenkunstadt will Telefonsäule erhalten
Die Strössendorfer Grundschulkinder müssen nicht mehr im Regen stehen. Ab dem nächsten Schuljahr hält der Bus an der überdachten Haltestelle in der Ortsmitte. Foto: Stephan Stöckel

Die Strössendorfer Schulkinder stehen zukünftig nicht mehr im Regen. Die Bushaltestelle an der „Zeublitzer Straße“ wird abgebaut, da die Schulbuslinie in den Verkehrsverbund des Großraumes Nürnberg (VGN) integriert wird. Ab dem neuen Schuljahr wird die überdachte öffentliche Bushaltestelle in der Ortsmitte angefahren.

Positiv beschieden wurde die Bauvoranfrage von Gerhard Kraus, in Spiesberg ein kleines Ferienhaus zu errichten. Für Almut Schuhmann ist die geplante Gartenhütte, in der man übernachten kann, eine Bereicherung für den Tourismus. Allerdings befindet sich der Standort im Außenbereich des Dorfes. Durch die Nähe zu anderen Gebäuden sah man in dem Gremium allerdings keine Gefahr einer Zersplitterung. „Das letzte Wort in der Angelegenheit hat das Landratsamt“, schloss Weidner die Diskussion.

Brauerei darf weitere 20 Jahre geklärtes Wasser in Flutmulde leiten

Bauausschuss Altenkunstadt will Telefonsäule erhalten
Die alte Strössendorfer Schulbushaltestelle in der Zeublitzer Straße hat ausgedient. Grund: Die Schulbuslinie wird in den VGN integriert. Foto: Stephan Stöckel

Die Brauerei Leikeim leitet seit 20 Jahren das geklärte Wasser aus ihrer eigenen Kläranlage in die Altenkunstadter Flutmulde. Die Erlaubnis wurde um weitere 20 Jahre verlängert.

Ludwig Winkler (FBO) beklagte die viermonatige Bauverzögerung bei der Generalsanierung der Grundschule. Weidner zeigte Verständnis für die Verärgerung. Er will sich dafür einsetzen, dass auf der Tagesordnung der nächsten Gemeinderatssitzung ein Sachstandsbericht zu diesem Thema steht. Auch zum Bau des Mühlrades, der Sanierung des Altenkunstadter Bootshauses und der Gestaltung des Raiffeisenplatzes werden Sachstandsberichte gewünscht.

Wege im Bereich der Gemeinde Altenkunstadt beschädigt

Im Hochstadter Ortsteil Wolfsloch werden Freiflächenphotovoltaikanlagen errichtet. Deuerling machte die Bauverwaltung darauf aufmerksam, dass im Zuge der Bauarbeiten Wege auf Altenkunstadter Grund beschädigt wurden.

Dittrich freute sich über die Blühwiese im Ortsteil Woffendorf und regte an, entlang der Flutmulde in Altenkunstadt und auf dem Schul- und Sportgelände in Röhrig weitere zu errichten.

Im August hatte Winkler in der Sitzung des Gemeinderates beklagt, dass das Biotop in Baiersdorf zu früh gemäht worden war. Der Landschaftspflegeverband stellte in einem Brief an die Gemeinde klar, dass das Gefleckte Knabenkraut, eine Orchideenart von Mai bis Ende Juni blühe. Die Mahd am 28. Juli habe somit zum richtigen Zeitpunkt stattgefunden.

Aus dem Bauausschuss

Im vergangenen Monat hatte das Gremium unter Ausschluss der Öffentlichkeit eine Reihe von Bauarbeiten vergeben. Das Gros davon betraf die Generalsanierung der Grundschule.

• Die Firma Püls und Schubert aus Lichtenfels baut zum Preis von 61 242 Euro eine Alarmanlage ein und übernimmt für 22 361 Euro die Wartung gleich mit.

• Die Schmitt und Sohn GmbH & Co KG aus Bayreuth stattet das Schulgebäude für 46 124 Euro mit einem Aufzug aus und nimmt auch die Wartungsarbeiten zum Preis von 29 636 Euro vor.

• Die Zimmererarbeiten, die von der Firma Fischer in Burkheim vorgenommen wurden, sind teurer geworden, als ursprünglich veranschlagt. Dadurch ergibt sich ein Nachtrag von 36 376 Euro.

• Die Firma Höcherich aus dem Sonnefelder Ortsteil Gestungshausen baute für 19 076 Euro die alte Versorgungstechnik aus, das Unternehmen Elektro-Sonneberg beseitigte die alten Elektroinstallationen und die Baustromversorgung zum Preis von 19 501 Euro.

• In der Altenkunstadter Mittelschule werden vom Burgkunstadter Unternehmen OFM Kabel für die Datenübetragung verlegt. Kostenpunkt: 7132 Euro.

Von Stephan Stöckel

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