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BURGKUNSTADT

B 289-Sperrung: Ab Mitte Oktober ist Schluss mit Ruhe

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8500 Autos und dazu noch 850 Laster – so viele Fahrzeuge rollen Tag für Tag über die Bundesstraße zwischen Burgkunstadt und Mainroth. Zumindest sind dies die letzten Zahlen, die das bayerische Verkehrsministerium vor fünf Jahren ermittelt hat. Die Lenker dieser fast 9400 Autos und Laster werden sich aber ab dem 19. Oktober eine neue Route suchen müssen: Ab diesem Montag ist die Bundesstraße bei Theisau bis voraussichtlich kurz vor Weihnachten für zwei Monate komplett gesperrt.

Der Grund: Der untere Fahrstreifen zu Eisenbahnlinie und Main hin hat sich, hauptsächlich wegen Trockenheit, gesenkt. Es droht ein Abrutschen der Straße. Vorläufig wurde Tempo 70 in Fahrtrichtung Theisau angeordnet. Dies soll die Belastung durch Laster und Personenwagen reduzieren. Ab 19. Oktober wird die Gefahrenzone saniert, sodass ab Weihnachten der Verkehr wieder rollen kann. So lautet die Planung des staatlichen Bauamts Bamberg.

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Zwei Umleitungen vorgesehen

Als Umleitung haben sich die Straßenplaner für zwei Routen entscheiden. Der Fernverkehr soll von der Zettlitzer Kreuzung aus die Bundesstraße 173 nach Kronach und von dort die Bundesstraße 85 nach Kulmbach nehmen. Die Nahpendler werden von Osten kommend in Mainklein auf die Kreisstraße Lif 18 in Richtung Maineck und Baiersdorf geleitet. Bis dahin, so das Bauamt, will auch die Deutsche Bahn die seit Mai laufende Sanierung des seither gesperrten Bahnübergangs Mainklein abgeschlossen und diesen wieder geöffnet haben.

In Baiersdorf wird eine Ampel an der engen Einmündung der Lif 18 (Mainecker Straße) in die Lif 22 (Forststraße) den Verkehr regeln. Von hier geht es weiter nach Weismain, von wo aus die Fahrzeuge auf der Staatsstraße 2191 nach Altenkunstadt und zur Kreuzung zur B 289 geleitet werden.

Ab 19. Oktober wird die B 289 zwischen Burgkunstadt und Theisau gesperrt. Der Grund ist eine Senkung des südlichen Fahrstreifens, auf den aktuell eine Geschwindigkeitsbeschränkung von Tempo 70 hinweist. Bis Weihnachten soll die Straße saniert werden. Foto: Steffen Huber

Die Bundesstraße ist übrigens ab dieser Kreuzung in Richtung Mainroth gesperrt. Der Grund ist eine Deckensanierung der Fahrbahn in zwei Abschnitten bis zur Einmündung der Kulmbacher Straße (Lif 15). Trotzdem soll laut Straßenbauamt eine Zufahrt zum Gewerbegebiet In der Au offen bleiben.

In Altenkunstadt ist man über die Umleitung durch die Ortsteile Maineck und Baiersdorf wenig begeistert. Denn waren laut Verkehrszählung von 2015 auf der Lif 18 bei Baiersdorf etwas mehr als 920 und auf der Lif 22 gut 1400 Fahrzeuge unterwegs, könnte im schlimmsten Fall ein Großteil der 9400 B 289-Nutzer diese Umleitung wählen – allen Appellen an den Fernverkehr, doch bitte über Kronach zu fahren, zum Trotz.

An der Einmündung der Mainecker Straße (Lif 18) in die Forststraße (Lif 22) wird ab dem 19. Oktober mit einer Ampel entschärft. Foto: Steffen Huber

Tempolimit in Maineck erwünscht

In der Gemeinderatssitzung vor einer Woche äußerten Bürgervertreter große Bedenken über den zu erwartenden Umleitungsverkehr. Damit die Laster nicht eine Abkürzung durch Prügel nehmen und damit vor Kindergarten und Grundschule in Altenkunstadt einen Verkehrsinfarkt heraufbeschwören, soll eine Tonnagebeschränkung für die Straße Am Gutshof eingeführt werden. Dadurch blieben zumindest die Laster fern. Eine ähnliche Regelung wünscht sich der einstige Zweite Bürgermeister Georg Deuerling für die Altenkunstadter Straße in Baiersdorf, damit die Brummis auch hier wegbleiben. Und der Mainecker Gunther Czepera plädiert für eine Geschwindigkeitsbegrenzung in seinem Heimatdorf auf Tempo 30.

Auch aufgrund des gesperrten Bahnübergangs bei Mainklein wird die Kulmbacher Straße in Maineck derzeit hauptsächlich von einer überschaubaren Zahl von Baustellenlastern befahren, die Schotter vom nahen Kieswerk holen. Bis Mitte Oktober will die Bahn mit den Arbeiten am Bahnübergang fertig sein, dann wird wegen der gesperrten Bundesstraße 289 zusätzlich noch ein großer Anteil des Umleitungsverkehrs sich die Steigung hochquälen. Foto: Steffen Huber

Auch beim Landratsamt ist man nicht begeistert von der kompletten Sperrung der B 289. Man habe jedoch nur die Wahl gehabt zwischen einer viele Monate dauernden Baustelle mit Ampelregelung und einem freien Fahrstreifen oder einer wesentlich kürzeren Komplettsperrung, sagt Pressesprecher Andreas Grosch.

Die scharfe Kurve der zur Kulmbacher Straße in Maineck dürfte aufgrund der Fahrbahnbreite ab dem 19. Oktober zu einigen haarigen Verkehrssituationen führen. Foto: Steffen Huber

Betroffen von der B 289-Sperre sind auch die Baur-Gruppe und das Hermes Logistikcenter in Altenkunstadt, über das unter anderem alle Hermes-Pakete Süddeutschlands verteilt werden. Laut Baur-Pressesprecher Manfred Gawlas sind es rund 125 Laster, die täglich über die B 289 von Osten her Altenkunstadt an- und in die gleiche Richtung wieder wegfahren. Wesentliche Auswirkungen auf die Arbeitsabläufe im Logistikcenter seien durch die Sperrung nicht zu erwarten. Gawlas weiter: „Die Lasterfahrer haben sich an den behördlich vorgegebenen Umleitungstrecken zu orientieren und sich an diese zu halten. Über die Navigationssysteme erhalten die Fahrer die entsprechenden Informationen zu den zeitlich geänderten Routen.“

Wühlmauslöcher an der Böschung der Bundesstraße 289 zwischen Burgkunstadt und Theisau. Neben durch die Trockenheit bedingten Rissen können auch die Löcher buddelnden Nager die Stabilität eines Hanges unterminieren. Foto: Steffen Huber

Von Steffen Huber

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