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BURGKUNSTADT

Bau von 33 barrierefreien Wohnungen in Burgkunstadt

Bau von 33 barrierefreien Wohnungen in Burgkunstadt
Es geht trotz Corona-Pandemie: Mit dem notwendigen Sicherheitsabstand tagte der Ferienausschuss des Stadtrats in der Stadthalle. Foto: Dieter Radziej

Ungewöhnliche Zeiten erfordern ungewöhnliche Maßnahmen. Um dringende Aufträge zu vergeben und Bauprojekte auf den Weg zu bringen, tagte wegen der Corona-Pandemie der Ferienausschuss des Stadtrats mit jeweils nur einem Fraktionsmitglied. Aus Sicherheitsgründen trafen sie sich nicht im Sitzungssaal, sondern in der Stadthalle mit gebührendem Sicherheitsabstand. Dort ist auch eine eine Besprechung mit den neuen Stadträten am 8. April vorgesehen.

Obwohl der neue Stadtrat noch nicht konstituiert ist, sorgte Ulf Müller (Freie Wähler) für einen Paukenschlag mit der Ankündigung, sein Stadtratsmandat nicht anzunehmen (wir haben berichtet), weil er sein persönliches und berufliches Ansehen verunglimpft sehe, nachdem ein Stadtratskandidat des Bürgervereins in der Bürgerversammlung die Offenlegung sämtlicher Geschäfte von Stadträten mit der Stadt gefordert hatte. Alle Auftragsvergaben und Kosten für Projekte der Stadt würden nach Wegfall der Vertraulichkeit öffentlich gemacht, merkte Thomas Müller (Bürgerverein) an.

In den Neubau wird die ehemalige Hühnlein-Villa integriert

Bau von 33 barrierefreien Wohnungen in Burgkunstadt
Auf dem Gelände der ehemaligen Schuhfabrik Hühnlein (li.) will die Friedrich-Baur-Stiftung 33 barrierefreie Wohnung errichten. Auch die ehemalige Unternehmervilla soll einbezogen werden. Foto: Dieter Radziej

Einstimmig befürwortet wurde der Neubau des „Friedrich-Baur-Atriums“ im Schwarzen Graben 2 mit 33 barrierefreien Wohnungen durch die Friedrich-Baur-GmbH. Geplant sind der Abbruch alter Wohn- und Geschäftsgebäude sowie die Sanierung und Einbeziehung der ehemaligen Villa der Unternehmerfamilie Hühnlein in den atrium-förmigen neuen Gebäudekomplex auf dem Gelände neben dem Baur-Hochhaus. Während Bürgermeisterin Christine Frieß das Vorhaben als wichtigen Beitrag gerade zur Versorgung älterer Menschen mit Wohnraum würdigte, bemerkte Thoma Müller (Bürgerverein), dass er diese Informationen gerne im Bauausschuss und nicht schon vorher aus dem Obermain-Tagblatt erhalten hätte. Dritter Bürgermeister Manfred Hofmann (CSU) wies darauf hin, dass das Vorhaben den Räten bereits zuvor hinlänglich bekannt gewesen sei.

Kirchlein: Ausbau des Feuerwehrgemeinschaftshauses

Beschlossen wurde eine Vereinbarung mit der Teilnehmergemeinschaft Kirchlein über den Ausbau eines Feuerwehrgemeinschaftshauses im Feuerwehrhaus, vorbehaltlich der Haushaltsgenehmigung. Von den Kosten von 95 211 Euro (Schätzung des Ingenieurbüros Henkel, Kirchlein) will die Teilnehmergemeischaft 55 Prozent (52 366 Euro) übernehmen.

Bau von 33 barrierefreien Wohnungen in Burgkunstadt
Den Auftrag für den Ausbau der maroden Gemeindeverbindungstraße Gärtenroth- Schmeilsdorf hat der Ferienausschuss vergeben. Foto: Dieter Radziej

Der Auftrag für den Ausbau der Gemeindeverbindungsstraße Gärtenroth–Schmeilsdorf (Eben) wurde an die Firma Thomas Straßenbau GmbH, Oberaurach-Dankenfeld, für 863 966 Euro vergeben. Vergeblich hatte Thomas Müller eine Verschiebung vorgeschlagen. Günter Knorr (CSU) erinnerte daran, dass dieses Vorhaben schon lange geplant sei und die Stadt es den Einwohnern schuldig sei. Ulf Müller (FW) gab zu bedenken, dass in der derzeit schlechten wirtschaftlichen Situation niemandem geholfen sei, wenn auch die Kommunen ihre Investitionen ebenfalls zurückfahren. Geschäftsleiter Sven Dietel wies darauf hin, dass in diesem Straßenausbau auch die Neuverlegung der Wasserversorgung mit einem beträchtlichen Anteil enthalten sei. Der Ausbau der Dr.-Bullinger-Straße wurde an die Firma Dechant aus Weismain für 503 000 Euro vergeben.

Für die städtebauliche Aufwertung des Weihersbachs wurde nach Ermittlung eines Preispiegels durch das Ingenieurbüro Miller, Nürnberg, eine neue Ausschreibung beschlossen, weil das niedrigste Angebot mit 1 009 244 Euro 40 Prozent über der Kostenberechnung (710 000 Euro) lag.

Vorgesehen ist in diesem Jahr auch eine TV-Untersuchung des städtischen Kanalnetzes auf 15 Kilometer Länge. Die Ingenieurleistungen für die Eigenüberwachung der Abwasserkanäle wurde für 83 692 Euro an das Ingenieurbüro Miller vergeben.

Aus dem Stadtrat

Auf Antrag von Thomas Müller (Bürgerverein) wurde über steuerliche und finanzielle Unterstützungen von Bund und den Freistaat und die Auswirkungen auf die kommunale Vollzugspraxis in öffentlicher Sitzung diskutiert. Bürgermeisterin Christine Frieß informierte über die Anwendung. Stadtkämmerin Heike Eber ergänzte, dass die Stadt die ersten Auswirkungen bereits in Form von Anträgen zur Minderung von Steuern spüre. Ein Überblick über die Steuerausfälle werde erst im Sommer möglich sein. Dann könne entschieden werden, ob ein Nachtragshaushalt erforderlich ist.

Die Bürgermeisterin informierte über eine dringliche Anordnung zur Sanierung des Tiefbrunnens V. Weil sich bei den Arbeiten herausgestellt hatte, dass eine Versandung drohte, müsse der Sand heraus gespült werden, was zusätzliche Kosten von rund 13 000 Euro verursache.

Genehmigt wurden die Sanierung des Jagdhauses und der Einbau von zwei Wohnungen in der Hauptstraße 22, der Teilrückbau einer Scheune am Oberen Berg 2 und die Voranfrage auf Ausbau des Obergeschosses eines ehemals landwirtschaftlich genutzten Gebäudes in der Städelgasse 5, wobei zwei Stellplätze nachzuweisen sind. Keine Einwände gab es gegen den Bebauungsplan Mischgebiets Zettlitzweg/Melanger und die Aufstellung eines vorhabensbezogenen Bebauungsplanes „PV-Anlage an der Kläranlage Nagel“ des Marktes Küps. Wegen der Kritik der Unteren Naturschutzbehörde wurde der Bebauungsplane „Lerchenbühl III – West“ aufgehoben und um die kartierten Biotope ergänzt.

Grundsätzlich befürwortet wurde der Abschluss einer Elementarversicherung für die städtischen Gebäude und Einrichtungen. Detailinformationen dazu werden noch von der Kämmerei ermittelt und vorgelegt.

Zudem wurden Sven Weberpals als Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Neuses und Stefan Petterich als sein Stellvertreter bestätigt.

Für die Ausgestaltung des Altstadtfestes in Burgkunstadt und eine Spiel- und Bewegungslandschaft im evangelischen Kindergarten hatte die Stadt aus dem Spendentopf der Sparkasse Coburg-Lichtenfels bereits erhebliche Mittel zugesagt. Da noch Spenden zur Verfügung standen, wurde der Antrag des 1. FC Burgkunstadt, die Anschaffung von Toren, Bällen mit 1400 Euro zu fördern. (dr)

 

Von Dieter Radziej

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