aktualisiert:

WEISMAIN

Weismainer Bürgerblock wirft Udo Dauer „Unterschlagung eines Bescheids“ vor

Der Bürger entscheidet: Am 15. März 2020 sind Kommunalwahlen. Foto: Markus Drossel

Der Ton wird rauer im Weismainer Kommunalwahlkampf, die Vorwürfe gegenüber den politischen Gegnern härter. Beim politischen Frühschoppen des Weismainer Bürgerblocks ging Alois Dechant mit dem amtierenden Bürgermeister Udo Dauer hart ins Gericht. So sei dieser den Pflichtaufgaben der Stadt nicht nachgekommen. Als Beispiel nannte er den Bescheid des Landratsamts, in dem die Rechtsaufsicht der Stadt mitteilte, dass die im Haushalt für 2019 vorgesehenen Kreditaufnahmen nicht genehmigungsfähig seien.

Dechant wirft Dauer „Unterschlagung eines Bescheids“ vor

Das Landratsamt war zu dem Ergebnis gekommen, dass die vorgelegte Haushaltssatzung nicht genehmigungsfähig sei. Aufgrund der Daten sei die Rechtsaufsicht davon ausgegangen, dass die dauernde Leistungsfähigkeit der Stadt nicht mehr gegeben sei, so Dechant. die Aufforderung, das Schreiben dem Stadtrat vollinhaltlich in öffentlicher Sitzung bekanntzugeben und dem Landratsamt die Bekanntgabe zu bestätigen, sei der Bürgermeister nicht nachgekommen, bemängelte er. Dechant bezeichnete dies als „Unterschlagung“ und sprach dem Bürgermeister die „Stadtführungsfähigkeit“ ab.

„Es gibt immer wieder große Versprechungen von Zuschüssen zu Projekten, diese müssten aber auch noch richtig abgewickelt werden“, sagte Stadtratskandidat Bernd Detsch. „Dafür braucht es Leute im Rathaus die die geplanten Unternehmungen auch umsetzten können“, forderte er.

„Es muss bis nach der Wahl Schadensbegrenzung betrieben werden“, meinte Bürgermeisterkandidat Uwe Dück. Bei Hausbesuchen von Bürgern habe er erfahren, dass Themen in einer Art und Weise kommuniziert werden, die so nicht richtig sei. So erlebten nicht alle Mitarbeiter in der Verwaltung „ein positives Miteinander“: Es müsse wieder mit allen Beschäftigten auf Augenhöhe geredet werden. Es sei dringend nötig, die finanziellen Möglichkeiten der Stadt neu zu durchleuchten. Dück forderte eine Grundlagenermittlung der bevorstehenden Rathaussanierung, um die anfallenden Kosten genauer unter die Lupe zu nehmen und den Bürgern genau zu erklären, was geschieht. Bei einer Kanalsanierung sei dies nicht anders.

Der Bürgermeisterkandidat forderte, die Jugendarbeit und das Ehrenamt in Weismain zusammen mit allen Beteiligten zu stärken. Auch das Zusammenwirken von Kindergärten und Schulen mit der Stadt gehöre auf den Prüfstand, umso Mängel zu beseitigen und Verbesserungen an zu streben. „Ich bin sicher, dass es nach dem 15. März wieder ein besseres Miteinander in Weismain geben wird“, sagte Dück. Es dürfe dann auch wieder Kritik am Bürgermeister geübt werden, ohne von CSU-Anhängern gleich gemaßregelt zu werden.

„Die Stadt Weismain braucht unbedingt eine Änderung in der Führung.“
Uwe Dück, Bürgermeisterkandidat

Potenzial für Verbesserungen bestehe überall. So müsse im wirtschaftlichen Bereich mit Leuten geredet werden die sich eventuell mit einem kleinen Betrieb in Weismain ansiedeln könnten. Auf einen großen Wurf mit einem Wirtschaftsgroßunternehmen brauche nicht gewartet zu werden.

„Die Stadt Weismain braucht unbedingt eine Änderung in der Führung“, forderte Dück. Schon eine bessere Außendarstellung würde einiges bewirken. „Wenn Veranstaltungen sind und von der Stadt niemand da ist, wird der Bürgerblock in Zukunft das Amt eines Dritten Bürgermeisters in Frage stellen, denn dann wird es nicht benötigt“, kündigte er an. (red)

Weitere Artikel