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ALTENKUNSTADT

Mehr Wohnraum für die Gemeinde Altenkunstadt

Mehr Wohnraum für Gemeinde Altenkunstadt
Rund eine halbe Million Euro kostet die Erschließung des Baugebiets „Baiersdorf I“ unweit des Ortsteingangs (links im Bild), wo auf acht gemeindlichen und drei privaten Parzellen Häuser gebaut werden dürfen. Foto: Stephan Stöckel

Im vergangenen Jahr gaben Gemeinderat und Bauausschuss grünes Licht für die Schaffung von Wohnraum in den Ortsteilen Baiersdorf und Pfaffendorf. Im Baugebiet „Baiersdorf I“ kann auf acht gemeindlichen und drei privaten Parzellen Wohnraum geschaffen werden, im Areal „Pfaffendorf-Mitte“ sind sechs Bauplätze vorgesehen.

Am Dienstagabend stellte Bauingenieur Manuel Kellner vom Planungsbüro Kellner (Bad Staffelstein) die Erschließungspläne und seine Kostenberechnungen für die zwei Vorhaben dem Gemeinderat vor. Die finanziellen Aufwendungen für Baiersdorf belaufen sich demnach auf rund 520 000 Euro, für Pfaffendorf auf 350 000 Euro.

Ausschreibung soll Ende März erfolgen

Die Ausschreibung terminierte der Fachmann auf Ende März dieses Jahres. „Im April oder Mai kann dann mit den Bauarbeiten begonnen werden“, sagte Kellner. In beiden Fällen entschied sich das Gremium dafür, die Straßeneinfassung in langlebigerem Granit zu bauen, statt im etwas kostengünstigeren Beton. In Baiersdorf werden die benötigten Leitungen für Wasser und Kanal nicht im konventionellen Regelerschließungssystem, sondern im modernen „Mono-Erschließungssystem“ verlegt, das bereits 2017 bei der Erweiterung des Baugebiets „Evangelische Kirche“ zum Einsatz gekommen war.

Die Besonderheit des Erschließungssystems sind die in das Erdreich eingelassenen Beton-Boxen. Alle Versorgungsleitungen werden dort als Paket in einem Multifunktionsstreifen in nur einem Graben verlegt. In jeder Box sind die Leitungen zusammengefasst. Davon erhofft sich die Gemeinde wieder eine Erleichterung bei den Wartungsarbeiten und eine langfristige Einsparung bei den Kosten. Auch Glasfaserleitungen ließen sich nachträglich noch relativ leicht einbauen, wies Geschäftsstellenleiter Alexander Pfaff auf einen weiteren Vorteil hin.

Unweit des Ortseingangs von Altenkunstadt

Die Breite der Stichstraßen in den zwei Baugebieten beträgt jeweils 5,50 Meter. Das Baiersdorfer Wohnareal befindet sich unweit des Ortseingangs von Altenkunstadt kommend. Das Pfaffendorfer Baugebiet soll oberhalb der Staatsstraße zwischen der bestehenden Bebauung und der Straße zum Kordigast errichtet werden, die als Zufahrt dienen wird. Auf der Staatsstraße, die durch Pfaffendorf verläuft, ist geplant, in Absprache mit dem Straßenbauamt und der Polizei eine Querungshilfe zu errichten. Mit Blick auf die angedachte Überquerung und das neue Wohnareal soll die Straße zum Kordigast einen 1,50 Meter breiten Gehweg erhalten. Um den Verkehr zu beruhigen, verzichtete man auf einen Ausbau der Straße auf 5,80 Meter. Die Straße zum Kordigast soll lediglich 4,50 Meter breit werden.

Der Förderbescheid für das gemeinsame Lehrschwimmbecken für Alten- und Burgkunstadt sowie Weismain ist eingetroffen. Zum Sektkorkenknallen war Bürgermeister Robert Hümmer (CSU) und den Gemeinderäten allerdings nicht zumute gewesen – angesichts des mageren Fördersatzes von 68,9 Prozent, der noch dazu unverbindlich ist, durchaus verständlich. Vor zwei Jahren waren noch 90 Prozent im Raum gestanden. „Das ist eine gute Förderung, aber zufrieden bin ich nicht“, erklärte das Gemeindeoberhaupt.

Nachbarkommunen beteiligen sich

Die Gesamtkosten bezifferte Hümmer auf 5,996 Millionen Euro. Diese Summe verteilt sich den Ausführungen des Redners wie folgt: Der Fördersatz würde eine Summe von 3,284 Millionen ergeben. Der Landkreis Lichtenfels beteiligt sich mit einer halben Million, die Nachbarkommune Burgkunstadt mit 400 000 Euro und aus der Stadt Weismain fließen Spendengelder in Höhe von 225 000 Euro. Somit verbleibt ein Eigenanteil von 1,587 Millionen Euro für die Gemeinde Altenkunstadt, wo auf dem Schul- und Sportgelände in Röhrig das Bad gebaut werden soll. Hümmer betonte, für eine höhere Förderung kämpfen zu wollen.

Gemeinsam mit seinen beiden Stellvertretern Georg Deuerling von der Freien Wähler Gemeinschaft (FWG) und Almut Schuhmann (SPD) will er den Verantwortlichen im bayerischen Finanzministerium einen Besuch abstatten, um das Ziel doch noch zu erreichen.

Noch Bedarf für Diskussion gesehen

Ludwig Winkler von den Freien Bürgern der Ortsteile (FBO) sah mit Blick auf den Förderbescheid noch Bedarf für Überlegungen und Diskussionen. Dem widersprach Melita Braun (CSU), die nach vielen Jahren des Debattierens eine schnelle Entscheidung anmahnte. Schließlich gehe es darum, so Braun, Kindern von sechs Schulen die lebensrettende Fertigkeit des Schwimmen beizubringen. Hans-Werner Schuster (CSU) sprach sich dafür aus, in einer Sondersitzung einen finalen Beschluss zu fassen.

Von Stephan Stöckel

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