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ALTENKUNSTADT

Kehraus der Putzfrauen beim Frauenfasching in Altenkunstadt

Kehraus der Putzfrauen beim Frauenfasching in Altenkunstadt
Mit fröhlichen Sketchen und Liedern strapazierte das „närrische Komitee? des katholischen Frauenkreises drei Stunden lang die Lachmuskeln der vielen Besucher. Foto: Bernd Kleinert

„Ich sehe hier viele gut gelaunte Leute, aber auch einige, denen jetzt schon der Angstschweiß auf der Stirn steht. Aber keine Angst, so schlimm wird?s schon nicht werden“, versprach Roswitha Arnold. Gänzlich ungeschoren kam die kirchliche und weltliche Prominenz beim großen Frauenfasching der katholischen Pfarrgemeinde Altenkunstadt am Sonntagnachmittag aber nicht davon.

Unter dem Motto „Früher war alles besser“ schwang Prinz Karneval im dekorierten Pfarrheim drei Stunden lang sein Zepter. Die Besucher, die den Saal komplett füllten, lachten Tränen. Zu stimmungsvollen Rhythmen stürmten die Akteure im Putzfrauen-Outfit die Bühne. Das närrische Komitee des katholischen Frauenkreises hatte ein tolles Programm auf die Beine gestellt, bei dem kein Auge trocken blieb.

Mit den überflüssigen Pfunden ist das schon so eine Sache. Liegt?s an der Ernährung oder an mangelnder Bewegung? „Weder noch. Schuld daran ist einzig und allein das Shampoo“, wissen zwei mollige Frauen. Warum sonst sollte auf der Flasche stehen „Für mehr Volumen und extra Fülle“? Doch zum Glück gibt es ein neues Spülmittel, das garantiert schlank macht. Jedenfalls verspricht dies die Produktbeschreibung: „Wirkt selbst bei hartnäckigem Fett“.

„Als Opa noch jung und knusprig war“

Unter dem Motto „Als Opa noch jung und knusprig war“ erinnern die Damen an die gute alte Zeit. Nachdem ein Junggeselle festgestellt hat, dass „die Weibersuche schon eine echte Plage ist“, stellt sich der Chor der kleinen Teufelinnen vor. Die diabolischen Frauen stimmen „Wir sind alle kleine Sünderlein“ an und freuen sich über die vielen bekannten Gesichter, die sie in der Hölle angetroffen haben.

Kehraus der Putzfrauen beim Frauenfasching in Altenkunstadt
Bürgermeister Robert Hümmer (re.) oder Pater Josef (2. v. li.)? Eine Sprechprobe soll entscheiden, wer von den beiden beim Frauenkreis als Schauspieler tätig sein wird. Vorsitzende Roswitha Arnold (li.) moderiert das Casting. Foto: Bernd Kleinert

In einem Wirtshaus ist immer was los. Dafür sorgen die Gäste, manchmal aber auch die Bedienungen. Da studiert ein Besucher, der seine Brille vergessen hat, die Speisekarte mit einem umgedrehten Fernglas, während am Nachbartisch ein Gast sich nicht entscheiden kann, ob er nun das Kotelett für vier Euro oder das für fünf Euro bestellen soll. Aber worin liegt eigentlich der Unterschied? „Beim teureren Kotelett bekommen Sie Messer und Gabel dazu“, verrät der Ober.

Der Frauenkreis sucht händeringend neue Schauspieler für seine Aufführungen. Bei einem Casting fällt die Wahl auf Bürgermeister Robert Hümmer und Franziskaner-Pater Josef. Ihre Qualitäten müssen sie bei einer Sprechprobe unter Beweis stellen. Während der eine zwecks Stimmenfang eine Wahlfahrt mit dem Bürgerbus durch die Gemeinde machen möchte, schwebt dem anderen eine spirituelle Wallfahrt in seine polnische Heimat vor.

Eine Rentnerin kommt zu der Erkenntnis, dass Udo Jürgens recht hat: Mit 66 Jahren da fängt das Leben wirklich an. Jetzt ist sie Freifrau, denn jetzt hat sie frei, jetzt hat sie Zeit.

„Ich kann schon, ich will aber nicht, und ich will schon gar nicht müssen.“
Ein Ehemann beim Eheberater

Das Ehepaar Maier geht zur Eheberatung, weil nach Ansicht der Gattin der Mann seinen ehelichen Pflichten nicht mehr nachkommen kann. Dieser stellt gleich zu Beginn klar: „Ich kann schon, ich will aber nicht, und ich will schon gar nicht müssen“. Doch während der Eheberater von einem unerfüllten Sexualleben der beiden ausgeht, denken die eher an das tägliche Geschirrspülen.

In einem „stummen Sketch ganz ohne Worte“ machen die närrischen Damen deutlich, was in einem dunklen Kinosaal so abgehen kann, während der Film läuft.

Kehraus der Putzfrauen beim Frauenfasching in Altenkunstadt
Mit einem alten Lappen säubert der Kellner (Maria Winkler) den Rand des Suppentellers. Der hungrige Gast (Ingrid Zapf) ist entsetzt. Foto: Bernd Kleinert

Im Finale blicken die Frauen voraus auf den Aschermittwoch: Mit einem Brummschädel gönnen sie sich ein letztes „Reparatur-Bierchen“ und schwören: „Nie wieder Alkohol“. Zu fröhlichen Stimmungsliedern, die Edwin Jungkunz mit dem Akkordeon begleitete, wurde gesungen und geschunkelt. Das Publikum belohnte die großartigen Darbietungen mit stürmischem Beifall. Frauenkreis-Vorsitzende Roswitha Arnold, die charmant durch den Nachmittag führte, dankte allen Mitwirkenden, Helfern sowie den Kuchenspendern.

Von Bernd Kleinert

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