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ALTENKUNSTADT

Tauschendorfer Wasser nur noch zum Löschen

Tauschendorfer Wasser nur noch zum Löschen
Die Tauschendorfer Quellen, die nicht mehr zur Wasserversorgung genutzt werden, zeigt André Leidner vom Wasserwerk. Zur Löschwasserversorgung und für den Dorfbrunnen darf das Wasser weiterhin verwendet werden. Foto: Stephan Stöckel

André Leidner öffnet den Deckel der Tauschendorfer Trinkwasserquellen. Aus zwei kleinen Rohren sprudelt das Nass. „Vor allem im Sommer schütten die beiden Quellen am Fuße des Kordigastes nicht mehr so stark wie früher“, stellt der technische Mitarbeiter im Altenkunstadter Wasserwerk fest. Zugleich verweist er darauf, dass das nicht der ausschlaggebende Punkt gewesen sei, weshalb man Tauschendorf vor zwei Jahren an die zentrale Wasserversorgung von Altenkunstadt angeschlossen habe. Da die Quellen nicht mehr zur Trinkwasserversorgung genutzt werden, hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstagabend die Verordnung des Landratsamtes über das Wasserschutzgebiet einstimmig aufgehoben.

Im Dorfbrunnen soll wieder Wasser sprudeln

Zur Sicherung der öffentlichen Wasserversorgung hatte man einst rund um die Quelle ein Wasserschutzgebiet eingerichtet, das unter anderen die Ausbringung von Gülle untersagte.

Ausschlaggebend für den Anschluss Tauschendorfs an die Wasserversorgung Altenkunstadts war, dass in der einen Quelle die Belastung mit Kolibakterien den gesetzlich festgelegten Wert überschritten hatte, sagte Leidner. Ein Born allein hätte jedoch nicht gereicht, den Ort mit Wasser zu versorgen. Eine Wasseraufbereitung wiederum hätte sich für den Weiler mit seinen rund zwei Dutzend Einwohnern nicht rentiert. Der Anschluss hatte die Gemeinde rund 67 000 Euro gekostet.

Das Fundament für das Mühlrad kostet 67 000 Euro

Geschäftsstellenleiter Alexander Pfaff teilte auf Nachfrage mehrerer Räte mit, dass die Quellen weiterhin geöffnet blieben. Eine Nutzung des Wasser zum Löschen oder für den Dorfbrunnen sei weiterhin möglich. Bürgermeister Robert Hümmer (CSU) kündigte an, dass wieder Wasser im Dorfbrunnen sprudeln soll.

Noch steht die vom Bad Staffelsteiner Investor Stefan Linz sanierte Altenkunstadter Neumühle ohne Mühlrad da. Die Anbringung desselbigen rückt aber näher. Hümmer teilte mit, dass der Gemeinderat im Januar die Fundamentarbeiten zum Preis von 91 475 Euro an das Weismainer Bauunternehmen Dietz vergeben habe.

Neben der Mühle lässt Linz eine Wohnanlage errichten. Wegen Kranarbeiten muss die Langheimer Straße von der Baustelle aus in Richtung Röhrig sechs Wochen lang für den Durchgangsverkehr gesperrt werden. Walter Limmer (JWU) und Maximilian Deuber (FWG) kritisierten, dass die Bürger nicht darüber informiert worden seien. „Ich werde das Bauamt anweisen, dass das zukünftig anders gehandhabt wird“, versicherte der Bürgermeister.

Förderung von 1,9 Millionen Euro für das Haus der Kinder plus

Alexander Pfaff teilte mit, dass sich die Gesamtkosten für das Haus des Kindes plus des BRK mit Krippe, Kita und Hort auf 2,9 Millionen Euro belaufen. Den Eigenanteil des Trägers bezifferte er auf 200 000 Euro, die zuwendungsfähigen Kosten auf 2,75 Millionen Euro. Das Vorhaben wird mit Fördermitteln aus dem Finanzausgleichsgesetz in Höhe von 1,9 Millionen Euro bezuschusst.

Aus dem Gemeinderat

Auf Nachfrage von Walter Limmer gab der Bürgermeister bekannt, dass die Regierung von Oberfranken den Förderbescheid für das geplante gemeinsame Lehrschwimmbecken von Altenkunstadt, Burgkunstadt und Weismain auf dem Gelände des Schul- und Sportzentrums in Altenkunstadt Mitte bis Ende Februar verschicken wolle.

Ludwig Winkler (FBO) erinnerte alle politischen Gruppierungen daran, den vorgeschriebenen Abstand für Wahlplakate zum Rathaus von 50 Metern einzuhalten.

Am Dienstagnachmittag war es in Teilen von Altenkunstadt, darunter in Baiersdorf und Prügel, zu einem kurzen Stromausfall gekommen. „Für die gekappte Stromleitung waren Bohrarbeiten an einer Wasserleitung verantwortlich“, informierte Hümmer auf Nachfrage von Martina Mätzke (JWU).

Die Grundschule, die derzeit generalsaniert wird, erhält eine Hackschnitzelheizung, allerdings ohne Gasspitzenlastkessel. Einen solchen hatte die Regierung von Oberfranken in ihrem Prüfverfahren zur Genehmigung der Förderung für die Sanierung vorgeschrieben. „Wirkt sich das Fehlen einer solchen Notbeheizung förderschädlich aus?“, wollte Walter Limmer wissen. „Nein,“ lautete die Antwort des Bürgermeisters.

Die Stadt Burgkunstadt wird sich nach Auskunft des Bürgermeisters an einen Fußweg von Weidnitz zum Friedhof in Strössendorf nicht beteiligen. „Altenkunstadt beteiligt sich mit 10 000 Euro an der Theisauer Mainbrücke und wir erhalten für den Weg zum Strössendorfer Friedhof, auf dem sich auch Gräber von Familien aus den Burgkunstadter Ortsteilen Weidnitz und Neuses befinden, nicht einmal einen Cent“, kritisierte Jan Riedel (fraktionslos).

Von Stephan Stöckel

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