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MODSCHIEDEL

Innige Weisen über das Weihnachtswunder in Modschiedel

Innige Weisen über das Weihnachtswunder in Modschiedel
Mit einem stimmungsvollen Konzert begeisterte die Gruppe „Fränkischer Wind“ in Modschiedel (v. li.): Edwin Jungkunz, Maria Winkler, Dieter Weberpals, Ingrid Zapf, Valentina Backert und Roland Schöps sowie im Hintergrund Lektor Ludwig Winkler. Foto: Roland Dietz

Zurück in die Weihnachtszeit, die mit dem Sonntag nach dem Fest „Erscheinung des Herrn“ (Drei Könige) endet, führte die Altenkunstadter Gruppe „Fränkischer Wind“ mit einem Konzert in der noch weihnachtlich geschmückten Kirche St. Johannes der Täufer in Modschiedel. Die sechs Sänger und Musiker sowie ihr Lektor Ludwig Winkler ließend die Weihnachtsgeschichte mit einem ebenso besinnlichen wie zum Nachdenken anregenden Programm nochmals aufleben.

Mit festlichen Orgelklängen leitete Organist Peter Herold das faszinierende Konzert ein. Den Akteuren gelang es dabei, mit Gesang und dazu passenden Texten die Zeit von der Verkündigung des Engels Gabriel bis hin zur Erscheinung einen weiten Bogen zu spannen, der sich harmonisch durch das Konzert zog. Sehr facettenreich war auch die Musik, die von alten heimischen Weihnachtsliedern bis zur Moderne reichte.

„Brieger Weihnacht“ als ergreifendes Panorama aus der Zeit des Kriegs

Der Höhepunkt war die „Weihnachtsgeschichte nach Lukas II“ in der Vertonung von Max Drischner (1891-1971). Mit der „Brieger Christnacht 1944“ mit Liedern aus der Grafschaft Glatz schrieb der schlesische Kirchenmusiker im Advent 1944 für seine Gemeinde in Brieg eine musikalische Weihnachtsgeschichte.

Allen Einwohnern in diesen Ort im Süden des heutigen Polens war bewusst, dass der Krieg den Ort heimsuchen würde. Mit drei Aufführungen, die insgesamt 6000 Menschen hörten, feierte die Gemeinde ein letztes Weihnachtsfest mit dieser Musik, bevor der Dom zerbombt wurde und viele flohen. Die Not, Verzweiflung dieser Kriegsjahre vermittelt die Musik ebenso wie die Ergriffenheit anlässlich des Fests. Eine eindrucksvolle Darstellung des Weihnachtsfestes gelang den Akteuren damit.

Begonnen hatten die Musiker mit dem Marienlied aus Kärnten „Nun fanget an zu singen.“ Wahrscheinlich aus dem Raum Lichtenfels stammen die Lieder „Jetzt ist die Welt recht neugeborn“ und „Erstaunet oh Himmel, erstaunet oh Erden“, die mit schöner wiegender Rhythmik gefielen.

Mehrstimmig fein abgestimmt war das Lied „Auf, auf, ihr lieben Schäfer“ aus der fränkischen Schweiz. Wie eine alte Erzählung wirkte das aus Franken stammende Lied „Es wollt ein Jäger ...“, in welchem der Jäger den Erzengel Gabriel verkörperte.

„Was damals geschah“ war eine feine mehrsprachige Adaption zeitgenössischer Chormusik. Modernere Liedsätze verliehen dem „Lied für das Kind“ und „Tausend Sterne“ swingende Anklänge. Zum Nachdenken brachte die Zuhörer die Geschichte des Jungen, der seinen Großvater beim Schnitzen von Krippenfiguren beobachtete, und so Kontakt zum Christkind in der Krippe fand. „Ich will dir alles nehmen, was trotzig, ja böse ist und damit Frieden in die Welt bringen“, lautete die Botschaft. Mit großer Klangfülle und einer feinen Abstimmung beeindruckten die sechs Sängerinnen und Sänger bei den Liedern „Heilige Nacht“ und „Im Stall zu Bethlehem“, einer Adaption des englischen „Hark! The herald angels sing.“ Fast wie ein Lied von der Küste klang „I saw three ships“, das Edwin Jungkunz anmutigen zu Akkordeon-Begleitung vortrug.

Innig und und voller Schwermut klingt die osteuropäische Musik. So auch das russische Wiegenlied „Lauschet, höret die Stille“, das die Musiker sehr feinfühlig interpretierten.

Moderner Abschluss mit John Lennon

Nachdenklich wurde es mit dem innigen „Meine Zeit steht in deinen Händen“ von Peter Strauch, in dem das Vertrauen in Gott beschrieben wird. Etwas Modernes hatten sich die Akteure bis zum Schluss aufgehoben.

Mit „Happy X-Mas“ von John Lennon setzten sie einen herrlichen Schlusspunkt unter ein beeindruckendes Konzert, das mit dem gemeinsam gesungenen „Oh du fröhliche“ seinen Anschluss fand.

Innige Weisen über das Weihnachtswunder in Modschiedel
Mit herrlichen Stimmen gefielen Maria Winkler und Ingrid Zapf vom "Fränkischen Wind." Foto: Roland Dietz

Von Roland Dietz

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