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ALTENKUNSTADT

Matinee Altenkunstadt: Süßer die Arien nie klingen

Gemeinsam sangen die Künstler „I`m dreaming of a white Christmas“ (v.l.): Francesca Paratore (Sopran), Monika Tahal (Sopran), Kora Pavelic (Mezzosopran), Dirk Mestmacher (Tenor), Peter Aisher (Tenor) und Thomas Unger (Bass). Foto: Dieter Radziej

Auch wenn es inzwischen die 28. Matinee im Kulturraum der ehemaligen Synagoge Altenkunstadt war, bewies die Gala mit den Künstlern des Landestheaters von Coburg einmal mehr ihre Beliebtheit. Schon etliche Tage zuvor war das Konzert restlos ausverkauft. Die Mitwirkenden bereiteten ihrem Publikum eine vorweihnachtliche Freude der besonderen Art.

In gewohnt humorvoller Art begrüßten Monika Tahal und Thomas Unger die erwartungsvollen Zuhörer. Den Auftakt machte Tenor Dirk Mestmacher mit dem Lied „Ich brech' die Herzen der stolzesten Frau'n“ erwies, begleitet von Mina Kim am Flügel. Heiter ging es weiter mit der Sopranistin Francesca Paratore, die aus der Operette „Die Fledermaus“ die Arie „Herr Marquis“ sang, mit der Empfehlung, sich die „Leute besser anzusehen.“ „Ich lade gern mir Gäste ein“, bekannte ausdrucksstark Kora Pavelic.

„Der Erfolg einer Gruppe, hängt maßgeblich davon ab wie viele Frauen mit dabei sind“, stellte Monika Tahal bei einem Sketch fest, in dem sie Männern eine gewisse Arroganz attestierte. Daher empfahl sie „Männer sollten deshalb als ein Arroganzwerkzeug benutzt werden.“ Das prallte jedoch an ihrem Gegenüber ab, der sich hinter einem „aggressiven Schweigen“ versteckte.

Über die Liebe im Lauf der Zeiten

Dass Frauen mitunter dennoch gerne umschwärmt werden, belegte Tenor Peter Aisher mit der Arie „Una furtiva lagrima“ aus Donizettis „Liebestrank.“ Mit „Svegliatevi nel core“ wandte sich Kora Pavelic anschließend der Händel-Oper „Julius Cesar“. Vom „Süßholzraspeln“ im Mittelalter berichteten Monika Tahal und Thomas Unger, die Begriffe wie „unter die Haube kommen“, jemanden „Hängenlassen“ oder jemandem einen „Korb geben“ oder etwas „durch die Blume sagen“ erklärten.

Mit einem Tanz zur Arie „L'`Amour“ aus der Oper „Romeo und Julia“ begeisterten Chi-Lin Chan und Takashi Yamamoto. Für einen witzigen Kontrast sorgte der Auftritt einer besorgten Mutter, die sich mit ihren drei Töchtern und der Vorhaben wie Hochzeit, Hochzeitsreise und das Liebesleben auseinandersetzte. Dazu passte das Duett „A guarda sorella“ aus der Oper „Cosi fan tutte“ von Mozart, mit dem Francesca Paratore und Kora Pavelic in die Rolle von zwei Schwestern schlüpften, die sich über die Liebe mit ihren Männern austauschten. Und Tenor Dirk Mestmacher sang „Zwei Märchenaugen“ aus der Operette der Zirkusprinzessin.

Mit einer amüsanten Einlage entführten Monika Tahal und Thomas Unger in die Natur, wobei die Gattin Informationen zur Jägersprache erhielt, bevor sich der Waidmann auf den „Anstand“ begab, um den „Platzhirsch“ zu jagen. Als Unger meinte, ein „Platzhirsch“ sei im menschlichen Leben so etwas wie der Bürgermeister einer Gemeinde, hatte er die Lacher auf seiner Seite. Doch kaum war der Jäger im Revier, signalisierte seine Gattin dem Hausfreund „Wildbahn frei.“

Bei „I'm dreaming of a white Christmas“ singen alle mit

„Me and my shadow“, „J'ai deux amants“ und „Ich spiel mit dir und du mit mir“ aus der Operette „Hochzeitsnacht in Paris“ leiten zum Schlussteil über. Chi-LinChan und Takashi Yamamoto wirbelten zu „Jailhouse Rock“ von Elvis Presley über die Bühne. Mit „Addio florito asil“ und „Verdi prati“ erklangen weltbekannte Werke der Komponisten Puccini und Händel, bevor alle ins Weihnachtslied „I'm dreaming of a white Christmas“ einstimmten.

Bürgermeister Robert Hümmer sprach den vielen Besuchern aus dem Herzen, als er sagte, dass man die Künstler des Landestheaters Coburg nicht so schnell von der Bühne herunterlassen werde. Daher sangen sie als Zugabe aus der Operette „Die Fledermaus“ gemeinsam „In den Tiefen meiner Seele wohnt ein Lied der Liebe.“ Lang anhaltender Applaus belohne die Leistungen der Künstler.

Eindrucksvolle Choreographien boten Chi-Lin Chan und Takashi Yamamoto. Foto: Dieter Radziej
Amüsant tauschten sich Francesca Paratore und Kora Pavelic über die Liebe zu ihren Männern aus. Foto: Dieter Radziej
Monika Thahal und Thomas Unger verstanden es mit lustigen Sketchen stets die erwartungsvolle Spannung der Konzertbesucher aufzulockern. Foto: Dieter Radziej

Von Dieter Radziej

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