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BURGKUNSTADT

Besucherrekord bei Adventskonzert in Burgkunstadt

Besucherrekord bei Adventskonzert in Burgkunstadt
Eindrucksvolle Einstimmung auf die Weihnachtszeit: Neben den Solisten des Adventskonzerts fanden sich zum Abschluss auch die Mitglieder des Flötenchores, des Posaunenchors und des Chors „QuerBet“ im Altarraum ein, um sich dem Applaus der Konzertbesucher zu stellen. Foto: Matthias Schneider

Als Pfarrer Heinz Geyer am Sonntagabend in die voll besetzten Reihen der Christuskirche blickte, meinte er augenzwinkernd: „Ja ist denn heute schon Weihnachten?“ In der Tat erlebte das Adventskonzert der Solisten und Chöre der evangelischen Kirchengemeinde einen Besucherrekord. „Sie alle sind heute aber nicht gekommen, um Weihnachten zu feiern, sondern sich stattdessen bewusst auf den Advent einstimmen zu lassen und so auf den nahenden Herrn und Retter zu blicken“, begrüßte der Pfarrer die Konzertbesucher. Auf sie wartete ein Abend mit besinnlichen und mitreißenden Momenten, die von einem afrikanischen „Ave Maria“ bis zu einer ausgelassenen Schlittschuhfahrt an der Orgel reichten.

„Ja ist denn heute schon Weihnachten?“
Heinz Geyer, Pfarrer

Vielfalt war Trumpf – sowohl hinsichtlich der Vielzahl der auftretenden Gruppen und Solisten als auch beim Programm. Während der erste Teil mit seinem eher meditativen Charakter der besinnlichen Stimmung des Advents Raum bot, spiegelte sich in einer Vielzahl der Stücke des zweiten Teils die Freude des nahenden Weihnachtsfestes wider. Verkörpert wurde dies beispielsweise durch das abwechslungsreiche Spiel des Posaunenchores unter der Leitung von Thomas Meyer, der das Konzert mit der meditativ anmutenden „Sinfonia“ von Guiseppe Valentini eröffnete, um wenig später im modernen Arrangement zu „Tochter Zion“ von Michael Schütz sein rhythmisches Feingefühl und seine Klanggewalt unter Beweis zu stellen.

Afrikanische Lieder und brillante Flöten-Choräle

Ähnlich abwechslungsreich fielen auch die Beiträge des Chors „QuerBet“ aus. Chorleiter Dr. Friedrich Flierl zauberte mit dem „Salamu Mama Maria“ afrikanische Gesänge in das Gotteshaus, gefolgt von Choralsätzen zu „Lobt Gott Ihr Christen alle gleich“ von Nikolaus Herrmann, bei denen die Gemeinde nur allzu gerne mit einstimmte. Den größten Anteil des beeindruckenden Konzertabends lieferten aber in diesem Jahr die Flöten – und dies in Form des Flötenchores und eines Querflöten-Trios.

Besucherrekord bei Adventskonzert in Burgkunstadt
Den größten Teil des Adventskonzerts gestaltete der Flötenchor unter der Leitung von Susi Schliefer. Mit dabei waren auch vier junge Instrumentalisten (vorne, li.). Foto: Matthias Schneider

Und was Leiterin Susi Schliefer mit den Musikern eingeübt hatte, beeindruckte. Unterschiedliche Interpretationen der Choräle „Freu dich, Erd und Sternenzelt“ und „Weil Gott in tiefster Nacht erscheinen“ verlangten dem 20-köpfigen Flötenchor neben technischen Können auch viele Rhythmuswechsel ab, die die Musiker vor allem beim „Jingle Bells“ aus der Feder von Richard Roblee mit Bravour meisterten. Barocke Klänge wechselten sich dadurch wie selbstverständlich mit teils bluesigen und sogar fetzigen Passagen gekonnt ab.

Eher klassisch fielen im Vergleich dazu die „Gavotte“ von J. B. Loiellet und „Weihnachtsfreude“ von A. Hinkelbein aus. Beeindruckend war hier vor allem das technische Können von Katharina Eck und Julia Frauenholz. Die jungen Querflötenspielerinnen bewiesen zusammen mit ihrer Lehrerin Susi Schliefer ein beeindruckendes Ausdrucksvermögen und zeigten ein technisches Können, das man in dieser „Altersklasse“ nur sehr selten antrifft.

Ein wahres Kunststück auf der Orgel

Am Ende wurde noch mit einer jahrzehntelangen Tradition gebrochen. Denn nicht dem Posaunenchor gebührte der letzte Beitrag, sondern Thomas Meyer an der Orgel. Zu Beginn hatte er das Publikum noch mit Francesco Manfredinis „Pastorale“ besinnlich auf die „stade Zeit“ eingestimmt, um am Ende eine fulminante Naturerscheinung musikalisch umzusetzen. Denn der Organist vollbrachte das Kunststück, das für Violinen komponierte Konzert „Der Winter“ aus Antonio Vivaldis Zyklus „Die vier Jahreszeiten“ an der Orgel umzusetzen. Die kältestarrende, zitternde Atmosphäre des Satzes „Allegro“ wurde dabei gekonnt von der Behaglichkeit und Wärme des „Largo“ abgelöst, ehe, ganz im Sinne Vivaldis, ein Eisläufer virtuos seine Kreise zog, um am Ende in das Eis einzubrechen. Diese dem „Winter“ zugrunde liegende Erzählung setzte Thomas Meyer mit schnellem und exaktem Spiel beispielhaft um und erntete dafür tosenden Applaus.

Diesem stellten sich am Ende alle Sänger und Musiker beim Schlussbild im Altarraum. Nicht wenige der begeisternden Konzertbesucher kamen so zu dem passenden Schlussfazit: „Jetzt kann Weihnachten kommen!“

 

Von Matthias Schneider

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